Ortstermin zum Verlauf der Strecke am Bahnhof

Regionaltangente West: Bequem vom Bus zur RTW

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Erster Stadtrat Stefan Schmitt, RTW-Geschäftsführer Rolf Valussi und Peter Heß-Meinel (Fachbereich Bau und Planung, von rechts) stehen vor dem Standort der geplanten Haltestelle.

Neu-Isenburg - „Wo heute noch Autos parken, wird später einmal die Regionaltangente West halten.“ Rolf Valussi, Geschäftsführer der RTW-Planungsgesellschaft, zeigt auf die letzte Reihe des Park-and-Ride-Platzes am Bahnhof. Von Holger Klemm 

Und wenn alles gut läuft, rechnet er mit den ersten Fahrten 2022. Bei einem Ortstermin der Stadt erläutern gestern Valussi, Erster Stadtrat Stefan Schmitt und der städtische Bereichsleiter Peter Heß-Meinel Details zum Verlauf der Strecke des lange ersehnten Verkehrsmittels vom Bahnhof aus in die Stadt. Ursprünglich hatte sich die Stadt gewünscht, dass die RTW an den vorhandenen Bahnsteigen hält. Dies wird aus planerischen Gründen nur in einer Richtung möglich sein. Ein neues Gleis wird über den bisherigen Park-and-Ride-Platz geführt. Und dort wird es eine Besonderheit geben, so Valussi. Eine gemeinsame barrierefreie Haltestelle für die als Straßenbahn konzipierte RTW und die Busse ermöglicht ein bequemes Umsteigen.

„Von hier aus wird alle 15 Minuten aus eine RTW fahren“, verspricht Valussi. Von dem neuen Gleis aus werden die Bahnen, die mit einer Länge von 100 Metern 700 Fahrgästen Platz bieten, in Richtung Flughafen unterwegs sein. In Richtung Innenstadt und nach Dreieich kann man an einem der bestehenden Bahnsteige am Bahnhof einsteigen. Für die wegfallenden Parkplätze gibt es im Bereich des Stellwerks Ersatz. Künftig soll es mit 300 Plätzen wesentlich mehr als die bislang vorhandenen 150 geben. „Doch auch die werden schnell belegt sein“, ist sich Valussi sicher. Wichtig ist für Schmitt, dass der Umstieg vom Auto auf die RTW am Bahnhof erfolgt. An den beiden innerstädtischen Haltestellen Wilhelm-Leuschner-Straße und Zentrum (am IZ) sei kein Platz vorhanden. Weitere Park-and-Ride-Plätze könnten aber bei einer Verlängerung der RTW in Richtung Birkengewann und Gewerbegebiet Ost entstehen. Diese werde gerade geprüft.

Valussi gerät geradezu ins Schwärmen, wenn er von dem Vorhaben spricht. Er sieht einen Quantensprung für den öffentlichen Nahverkehr. Nicht zuletzt ist das Infrastrukturprojekt, das Bad Homburg und Frankfurt-Praunheim mit Höchst, dem Flughafen, Neu-Isenburg und Dreieich verbindet, das einzige in Deutschland, das von der Europäischen Kommission mit Planungsmitteln in Höhe von 7,7 Millionen Euro gefördert wird. Und Neu-Isenburg wird mit der innerstädtischen Strecke zum Isenburg-Zentrum einer der großen Nutznießer sein. „Deshalb sind wir ja auch Mitglied der Planungsgesellschaft geworden“, betont Erster Stadtrat Stefan Schmitt. Die Stadt beteiligt sich mit 1,4 Millionen Euro an den Planungskosten.

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Beim Ortstermin lenken die Beteiligten auch den Blick auf den hinter der zukünftigen Haltestelle liegenden Bereich, wo heute Bäume stehen. Nur wenige Meter hinter dem Bahnsteig wird die RTW in eine etwa 150 Meter lange Unterführung unter die bestehenden Gleisen abtauchen. Die Planungen sehen vor, diese mit einem Schwenk Richtung Innenstadt und Dreieich zu führen. „Die Arbeiten dafür werden aber nicht so kompliziert, da das Grundwasser tief liegt“, berichtet Heß-Meinel. Auf der Carl-Ulrich-Straße wollen die Planer die vorhandenen Güterbahngleise nutzen und so die Innenstadt mit dem Bahnnetz verknüpfen.

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In der finanziellen Förderung durch die Europäische Union sieht Valussi noch einen weiteren Vorteil. Damit wird Druck aufgebaut und die Schlagzahl erhöht. Regelmäßig werden nun Berichte über die Verwendung des Geldes und den Planungsstand gefordert. Der Geschäftsführer hofft zudem auf weitere erhebliche europäische Fördermittel. Er geht nach dem bisherigen Stand davon aus, die Planfeststellung bis 2018 abschließen zu können. Wenn alles gut geht, sollen die Bauarbeiter 2019 anrücken und zwar auf der gesamten etwa 44 Kilometer langen Strecke mit 21 Stationen. Valussi: „Vielleicht können wir Sie ja zum Weihnachtsmarkt im Jahr 2022 zur Jungfernfahrt einladen.“

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