Durch mehr Fläche Betriebsablauf verbessern

Rewe-Logistikzentrum in Neu-Isenburg erweitern

Rewe möchte sein Logistikzentrum RED 63 auf dem Gehespitz-Gelände gen Osten erweitern und benötigt dafür ein Stück der noch vorhandenen Waldfläche.
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Rewe möchte sein Logistikzentrum RED 63 auf dem Gehespitz-Gelände gen Osten erweitern und benötigt dafür ein Stück der noch vorhandenen Waldfläche.

Im Juni 2014 eröffnete auf dem Gehespitz-Gelände das drittgrößte Logistikzentrum der Rewe Group. Von dort aus beliefert die Supermarkt-Kette ihre Kunden in ganz Deutschland und in Europa. Nun hat das Unternehmen bei der Stadt Erweiterungsbedarf angemeldet.

Neu-Isenburg - Das RED 63 soll gen Osten, also über den derzeitigen Begrenzungszaun hinaus in das Wäldchen hinein, erweitert werden.

Dafür ist auch ein Eingriff in das zwischen dem Rewe-Gelände und der Straße An der Gehespitz gelegene Wäldchen notwendig. Dem Bauausschuss lag ein entsprechender Antrag vor. Die endgültige Entscheidung soll dann bei der Stadtverordnetenversammlung am 10. Februar erfolgen.

Mit der Erweiterung der vorhandenen Logistikflächen im Osten des Gehespitz-Geländes soll die Zukunft des Unternehmens sichergestellt und der Gesamtbetriebsablauf verbessert werden, heißt es in dem Antrag. Die Größe des Erweiterungsbaus ist mit 30 x 170 Meter im Grundrissplan eingezeichnet.

Bereits in den vergangenen Jahren fanden dazu Abstimmungsgespräche statt: Rewe LOG GmbH sollte der Stadt demnach eine Fläche zur Errichtung einer Mobilitätsstation mit Erbbaurecht zur Verfügung stellen. Andernfalls war an einen Ausgleichsbeitrag für die Baukosten der Mobilitätstation als Gegenleistung für die Überlassung von 40 Stellplätzen gedacht. Wegen der sich konkretisierenden Planung für die Mobilitätsstation in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof ist diese Vereinbarung nach Angaben der Stadt jedoch nicht mehr aktuell. Im Rahmen der Neuordnung von Flächen im Bereich westlich des Bahnhofes ist im Zuge des Baus der RTW (Regionaltangente West) eine Mobilitätsstation mit rund 450 PKW-Stellplätzen mit weiteren Einrichtungen für eine verkehrliche Verknüpfung geplant.

„Für die von Rewe geplante Erweiterung müssen nun die planungsrechtlichen Grundlagen geschaffen werden. Mit dem Bebauungsplan Nr. 92 c ‘Gehespitz Ost’ wollen wir den Standort sichern“, erklärt Bürgermeister Herbert Hunkel. Dazu steht der Aufstellungsbeschluss an, der Thema im Ausschuss für Bau, Planung, Umwelt und Verkehr ist. Eine grundlegende Forderung der Stadt ist es, dass durch die Erweiterung kein zusätzlicher Verkehr entsteht. Ferner müsse im Hinblick auf Natur und Klima das gesamte Gebiet westlich des Bahnhofs betrachtet werden, denn mit dem Ausbau der Regionaltangente West werden auch die Flächen am Bahnhof neu geordnet.

Wegen des Eingriffs in den Waldstreifen muss ein natur- und forstrechtlicher Ausgleich geschaffen werden. Gleichzeitig mit der Aufstellung des Bebauungsplans muss der Regionale Flächennutzungsplan im Hinblick auf die Erweiterung der gewerblichen Flächen geändert werden. Auch dieses Änderungsverfahren wird mit dem Aufstellungsbeschluss angestoßen. Parallel dazu wird die Stadt mit der Firma Rewe LOG GmbH einen städtebaulichen Vertrag erarbeiten. Unter anderem soll geregelt werden, dass Rewe die Kosten der Planaufstellung, die Kosten für die Ausgleichsmaßnahmen und gegebenenfalls erforderliche Folgekosten, vor allem zur natur- und stadträumlichen Anpassung des umgebenden Gebiets übernimmt. Es ist vorgesehen, dass dieser Vertrag im Rahmen des Offenlagebeschlusses der Stadtverordnetenversammlung zur Beschlussfassung vorgelegt werden soll.

Markus Munari (SPD) will vorrangig wissen, ob neue Arbeitsplätze entstehen oder ob es eine Verlagerung von Kapazitäten mit einer einhergehenden Verringerung von Arbeitsplätzen an anderer Stelle gebe. „Das ist eine eigenständige Erweiterung am Standort Neu-Isenburg, um ein erweitertes Sortiment lagern zu können – und die Gewerbesteuer bleibt auch in Neu-Isenburg“, versichert Hunkel. Derzeit sind im Logistikzentrum rund 350 Mitarbeiter beschäftigt.

Als teilweise Naturausgleichsmaßnahmen sind eine Aufforstung von Hessen Forst in Dreieich, aber auch eine „naturschutzfachliche Aufwertung in der Erlenbachaue vorgesehen. (Von Leo F. Postl)

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