Sprungbrett für Rock-Talente

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Seit einigen Wochen proben Lara, Colin und Nikola (von links) im Isenburger Jugendcafé. Zusammen mit Band-Betreuern arbeiten sie gerade an ihrem zweiten Song. Die junge Band nennt sich „Underground“, mit dazu gehört noch Sängerin Nadine.

Neu-Isenburg - Dumpfer Bass wummert durchs Jugendcafé. Kein Zweifel, im Nebenraum wird mit Verstärker geprobt. Betreuer Dirk Kühnel nimmt’s gelassen. „Das nehmen wir zweimal die Woche gerne in Kauf“, meint er. „Uns ist der enge Kontakt zu den Musikern wichtig.“ Von Cora Werwitzke

Jeden Mittwoch und Donnerstag kommen Jugendliche vorbei, die das offene Musikangebot des Cafés in Anspruch nehmen. Zwischen zwölf und 16 Bands sind es im Moment, dazu kommen etliche lose Formationen.

Was durch die Wand nach dumpfen Akkorden klingt, entpuppt sich im Proberaum als glasklarer Sound. Drei Bandmitglieder von „Underground“ strapazieren ihre Instrumente. Mit einem Band-Coach  arbeiten Lara (15), Nikola (13) und Colin (13) an einem neuen Lied – einzig Sängerin Nadine (15) fehlt. In dieser Konstellation gibt es das Quartett erst seit kurzem. „So vier, fünf Mal waren wir bisher zum Proben hier“, erzählt Gitarristin Lara. Die erste Single „Perfect Night“ sei schon grob fertig. „Im neuen Song soll es um Spaß, Adrenalin – so was wie Achterbahn gehen.“ 

Bands können auch außerhalb der Öffnungszeiten proben

Laut Sozialpädagoge Dirk Kühnel läuft es meistens so ab, dass sich Kids oder Jugendliche melden, die Interesse an Musik haben. „Daraus wird dann ein Projekt und im nächsten Schritt vielleicht eine Band.“ Zwei Proberäume stehen zur Verfügung – „wenn ein Vertrauensverhältnis da ist, können Bands die Räume auch außerhalb der Öffnungszeiten nutzen“, so Kühnel.

Generell koste die Nutzung der Proberäume nichts. „Es gibt die Absprache, dass die Jugendlichen im Gegenzug bei der Organisation der Rockabende helfen“, ergänzt der Sozialpädagoge. Alle zwei bis drei Monate veranstaltet das Jugendcafé seinen „Freitag-Nacht-Krach“. – „Das System mit den Jugendlichen hat sich bewährt, es klappt richtig gut“, sagt Kühnel.

Sampler mit allen Bands in der Mache

Richtig gut – so ist auch der Stand eines anderen Projekts, das im Moment richtig Fahrt aufnimmt. „Wir sind dabei, selbst einen Sampler aufzunehmen“, berichtet Jahrespraktikant Andreas Kurz. „Darauf werden alle Bands zu hören sein, die im Jugendcafé proben.“ Diese Idee brachte Andreas Kurz schon ins Praktikum mit. „Es ist eine zeitaufwendige Sache“, ergänzt Dirk Kühnel. An Wochenenden wird das Jugendcafé zum Tonstudio umgebaut. Jede Band spielt einzeln ihre Instrumente ein. Zusammen mit Andreas Kurz nehmen die Jugendlichen jeweils ein Lied in Eigenregie auf und mischen es später ab.

„Das Projekt ist zweifach gut“, bemerkt Kühnel. „Die Bands bekommen die wichtigsten Handgriffe in einem Tonstudio beigebracht, und das Endprodukt ist eine CD, mit der sich die Musiker und das Jugendcafé der Öffentlichkeit und dem Freundeskreis präsentieren können.“

Noch bis März wird im Jugendcafé aufgenommen. Laut Andreas Kurz ist im Frühjahr mit der Veröffentlichung der CD zu rechnen.Kontakt zum Jugendcafé: 06102/800188.

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