Meisterliche Parole Emil

100 Rollsportler begeistern mit  Musicalversion des Kästner-Klassikers

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Bestens bekannt und doch ganz anders: Der Klassiker „Emil und die Detektive“ trifft in der RSV-Inszenierung auf die Berliner Moderne. Fröhlich und bunt geht’s da zu im Frisörsalon von Frau Tischbein.

Neu-Isenburg - Die Mitglieder des Rollsportvereins Solidarität (RSV) haben eine Tradition fortgesetzt und am ersten Advent ein Musical auf Rollen gezeigt: Mit „Emil und die Detektive“ hat der Verein das Erfolgsstück aus dem Vorjahr neu aufgelegt – und auch diesmal wussten die rund 100 Akteure wieder bei drei Vorstellungen zu begeistern.

Unterstützung gab’s dabei von zwei Deutschen Meistern im Rolltanzen. Und so erlebte, wer die Sporthalle im Sportpark betrat, deren vollkommene Verwandlung: Im Foyer roch es nach Popcorn, Kuchen und heißen Würstchen, in der Halle war die Glasfront mit dunkler Folie blickdicht gemacht. Der Erich-Kästner-Klassiker trifft in der RSV-Inszenierung auf die Berliner Moderne, und so ging es hinter der Kulisse von Neustadt bei Berlin recht lebhaft zu: Viele Requisiten waren dort verborgen und auch so manche Umkleideaktion musste im „Untergrund“ flott klappen. .

Als es losging und das Licht in der Halle abgedunkelt war, trat zunächst Reiner Westerwald in den Schweinwerferkegel. „Wir vom Vorstand des RSV möchten allen Besuchern für das große Interesse an unserer Arbeit danken“, betonte der Moderator in Richtung Publikum. Sein besonderer Dank ging aber auch an das große Team, das diese aufwendige Inszenierung erst möglich gemacht hatte: Petra Westerwald und Trainer Uwe Neumann für Idee und Musikauswahl, den Choreografen Janine-Kristin Cestar, Steffen Eyrich, Isabel Kreyer, Monika Leichtling, Sigrid Mittnacht und Uwe Neumann. Und Ralph Schrod, der für die Lichttechnik verantwortlich zeichnete.

„Und jetzt..“, wandte sich Westerwald ans Publikum – dies antwortet „Parole Emil“. Dann ging es auch schon los. Erzähler Steffen Eyrich führte die Gäste an den Inhalt der Geschichte heran, danach ging es Schlag auf Schlag. Aus den Dunkel kam Emil (Janine-Kristin Cestar) mit seiner Mutter (Franziska Ley), die einen Frisörsalon betreibt. Dann versammelte sich das Neustädter Volk, darunter Pfarrer (Konrad Edler), der sich gleich zwei Damen zum Tanz schnappte. Eine Schülerschar sorgte für Wirbel auf dem Platz – und die Zuschauer staunten immer wieder, wie sich das vermeintliche Gewusel stets zu einer wohl geordneten Choreografie zusammenfand.

Im Frisörsalon von Frau Tischbein geht es fröhlich zu, es wird mehr Spaß gemacht als für Einnahmen gesorgt. Emil will mal in die Großstadt nach Berlin reisen, um seine Oma zu besuchen – seine Mutter gibt ihm einen größeren Betrag Geld mit. Und mahnt: „Pass gut darauf auf.“ Am Bahnhof schwebt eine Frau ein, die noch einen Koffer in Berlin hat (Yasna Neumann), aber auch ein Herr Grundeis (Yannick Neumann), der beobachtet hat, wie Emil das Geld in seiner Jackentasche versteckt. Mit dem „Chu-Chu-Train“ legt die Formation der Rollschuhläuferinnen eine Top-Show hin. Es kommt, wie es kommen muss: Emil wird beraubt, doch er findet Hilfe bei einem Berliner Jungen „Gustav mit der Hupe“. Da sie den Dieb aus den Augen verlieren, trommelt Gustav seine Freunde zusammen und eine wilde Hatz beginnt. Die Zuschauer werden ein ums andere Mal mit auf eine spannende Jagd nach dem Dieb genommen. Dabei glänzen sowohl Einzelakteure mit ihrer Kunst auf Rollen, wie der Tanzeuropameister Yannick Neumann als flüchtender Herr Grundeis, aber auch Yasna Neumann, die deutsche Meisterin im Rolltanzen ist.

Archivbilder aus Hanau

„Arielle, die kleine Meerjungfrau“-Show auf Rollschuhen: Bilder

Immer wieder sorgen auch die Outfits der Mitwirkenden für Begeisterung beim Publikum. Bewunderung gibt’s von den Besuchern auch für die große Wandelbarkeit der Akteure: So wird aus Michelle Wittig, erst Kundin im Frisörstudio, eine Reisende, dann eine Hiphopperin und Detektiv Mittenzwey. Canan Öztürk und Lola Schäfer verwandeln sich von Schülern über Ampelmännchen bis zum Plakatierer. (lfp)

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