Schöner sitzen auf „Dessau“

Rosenauplatz soll bald Bänke bekommen

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Neue Bänke braucht der Rosenauplatz – das finden viele Bürger schon lange. Nun hat man sich im Magistrat auf eine Lösung zur Möblierung geeinigt.

Neu-Isenburg - Was lange währt, wird doch noch ein Ort, an dem Ausruhen wieder bequemer möglich sein soll: Nach Jahren der Diskussion in Sachen Sitzmöbel sollen nun endlich neue Bänke für den Rosenauplatz her. Ob’s allerdings „zeitnah“, also für die bevorstehende 2018er-Freiluftsaison, klappt, dahinter steht noch ein Fördergeld-Fragezeichen. Von Barbara Hoven

Ein großer Platz, zentral gelegen zwischen Isenburg-Zentrum und Hugenottenhalle, mit viel Betrieb – aber so gut wie keine Sitzgelegenheiten. Das Thema ist seit Jahren ein Dauerbrenner und immer wieder mal Grund für Gegrummel. Doch nun schallt gestern per Pressemitteilung ein „Nehmen Sie bitte Platz!“ aus dem Rathaus – gefolgt von der Nachricht, dass „gemütliche Bänke unter den schattenspendenden Bäumen in Zukunft auf dem Rosenauplatz zum Verweilen einladen sollen, um den Platz zu beleben und eine höhere Aufenthaltsqualität zu schaffen“.

Gestatten, das ist das Bank-Modell „Dessau“, auf das nun die Entscheidung für den Rosenauplatz gefallen ist. Zu haben ist es mit oder ohne Rückenlehne oder als Sitzwürfel – in der hier gezeigten, einfachen Version für 1260 Euro pro Stück.

Zur Erinnerung: Schon seit Jahren wird über das Thema Sitzgelegenheiten gesprochen, und die Grünen hatten bereits im Sommer 2015 ihren Wunsch, solche zu schaffen, in einen Antrag gegossen. Auf wiederholte Nachfrage der Fraktion hin hatte der Magistrat dann letzten Sommer zunächst ins Auge gefasst, Sitzflächen aus Holz auf den vorhandenen Baumkübeln anzubringen. Eine Idee, die aber wohl nicht das Wahre war – zu niedrig, zu uneben der Untergrund, nicht machbar mit Blick auf die Sicherheitsbestimmungen. Deshalb sollten dann doch Bänke her.

Sowohl die Standorte als auch verschiedene Modellalternativen wurden jetzt im Magistrat beraten. Umgesetzt werden soll die Maßnahme im Rahmen des Städtebauförderprogramms „Stadtumbau in Hessen“, in das Neu-Isenburg bekanntlich aufgenommen worden ist. Die Kosten hierfür werden mit rund 16.000 Euro kalkuliert.

Insgesamt sollen als Umrandung der Baumquartiere sechs Bänke ohne Lehnen aufgestellt werden. Vor dem Stuhllager der Hugenottenhalle – also in direkter Nähe zur Wassersprühanlage – werden zudem zwei sogenannte Sitzwürfel aufgestellt, auf denen eine ganze Familie Platz findet.

Bilder zum Weinfest auf dem Rosenauplatz

Was der Stadt wichtig ist: Die Bänke werden nicht fest betoniert, sondern können zum Beispiel bei Festen wie dem Weinfest und und anderen Veranstaltungen ohne großen Aufwand entfernt und anschließend wieder montiert werden. Entschieden hat sich der Magistrat für ein Bank-Modell namens „Dessau“, das „aus nachhaltigen, pflegeleichten Materialien hergestellt“ sei – nämlich aus Hartholz und Stahl.

„Die Bänke sind nur ein kleiner Bereich des geplanten Stadtumbauprogramms, aber manchmal sind es die kleinen Dinge, die sofort dazu beitragen, sich an einem Ort noch wohler zu fühlen“, sagt Bürgermeister Herbert Hunkel, „denn schließlich ist das Ziel, Neu-Isenburg noch schöner zu machen“.

Gestern Abend musste die Bank-Planung zwar noch vom Stadtparlament abgesegnet werden, dessen Zustimmung gilt aber als sicher – zumal die Sache im Bauausschuss einstimmig war und man sich eben auch im Magistrat geeinigt hat. Maria Sator-Marx von den Grünen zeigt sich gestern jedenfalls froh darüber, dass nun überhaupt endlich Bänke in Sicht kommen.

Ob’s allerdings so zügig klappt, wie sich das nicht nur die Grünen, sondern auch viele Bürger wünschen – nämlich möglichst sofort und wenigstens bis Sommer? Das hänge davon ab, wann der Bewilligungsbescheid für das Fördergeld eintreffe, antwortet Hunkel. Der Rathauschef kommt auch auf den sonstigen Stand der Dinge in Sachen Stadtumbau zu sprechen. Das Konzept trägt bekanntlich den Titel „Vom Alten Ort zur Neuen Welt“ (mit letzterer ist das geplante Quartier Süd gemeint). Es soll die verschiedenen Teile der Stadt besser miteinander verbinden, die Stadt so auch urbaner machen. Weitere Ideen, „wie Neu-Isenburg noch schöner werden kann“, werden gesucht. Bürger können ihre Vorschläge per Mail (Buerger-Idee@Stadt-Neu-Isenburg.de) schicken.

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Es geht um gewaltige Summen. In den nächsten zwei Jahren stehen Haushaltsmittel zur Verfügung, um ein integriertes Stadtentwicklungskonzept zu erstellen, das erste Jahr des Stadtumbau-Managements, die Betreuung der Ausschreibungen sowie die Bürgerbeteiligung zu finanzieren. Bewilligt wurden vom Land im ersten Jahr 618.000 Euro; insgesamt beträgt das mögliche Investitionsvolumen rund 20 Millionen über die Programmlaufzeit von zehn Jahren.

Aktuell laufen die Vorbereitungen, um eine Arbeitsstruktur sowie eine Lenkungsgruppe einzurichten. Gruppenkonstallation und das Entwicklungskonzept müssen spätestens am 31. Oktober dem Ministerium vorliegen.

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