Alten Ort und Innenstadt aufwerten

Stadtumbau in Neu-Isenburg: Zahlreiche Projekte in die Wege geleitet

Für den Marktplatz im Alten Ort in Neu-Isenburg prüft der Magistrat eine Aufwertung durch einen Brunnen.
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Für den Marktplatz im Alten Ort in Neu-Isenburg prüft der Magistrat eine Aufwertung durch einen Brunnen.

Es ist eine beeindruckende Liste. Auf sechs Seiten hat die Stadt den Sachstandsbericht 2020 zum Stadtumbau zusammengefasst. Seit 2017 profitiert Neu-Isenburg vom Förderprogramm Wachstum und nachhaltige Erneuerung des Landes (ehemals Stadt.Umbau).

Neu-Isenburg – In den nächsten zehn bis zwölf Jahren soll eine Vielzahl von abgestimmten Lösungen umgesetzt werden unter dem Motto „Vom Alten Ort zur Neuen Welt“, die Neu-Isenburg stark machen sollen für die Anforderungen des demografischen, wirtschaftlichen und klimatischen Wandels. Das Gesamtinvestitionsvolumen der aktuell geplanten 57 Einzelmaßnahmen wird auf 25 Millionen Euro geschätzt.

Der Förderantrag wurde für das Jahr 2020 bewilligt. Mit Zuwendungsbescheid von Anfang Dezember wurden Einzelmaßnahmen in Höhe von 1,2 Millionen Euro mit einer Fördersumme von 674 000 Euro bewilligt, das entspricht einer Förderquote von 55,09 Prozent. „Bisher sind förderfähige Gesamtkosten in Höhe von 695 310 Euro angefallen, insgesamt wurden bisher 282 000 Euro Fördermittel abgerufen, um unsere Stadt noch schöner und lebenswerter zu gestalten“, so Bürgermeister Herbert Hunkel.

Aufgewertet werden soll auch der Alte Ort. Zu den dortigen Projekten zählt eine Verkehrsuntersuchung, deren Ergebnisse voraussichtlich im Frühjahr 2021 vorliegen. Um den Marktplatz als zentralen Ort hervorzuheben, prüft die Stadt die Installation eines Brunnens, eventuell in Verbindung mit einer Erneuerung des Pflasters, sowie Begrünungs- und Möblierungsmaßnahmen. Dabei sollen die Ansprüche von Bewohnern, Besuchern und Gastronomie berücksichtigt werden. Der Magistrat denkt zudem über eine tageszeitlich befristete Sperrung des Marktplatzes für den fließenden Verkehr nach. Bis zum Sommer sollen die entsprechenden Planungen abgeschlossen sein.

Erneuert wird auch die nicht mehr zeitgemäße Gestaltungssatzung zum Alten Ort – unter anderem zu Themen wie Wärmedämmung, Energieerzeugung, Begrünung und Farbleitplanung. Die Satzung soll in die übergeordnete Gestaltungsfibel für die Innenstadt integriert werden.

Im Bereich Frankfurter Straße/Bahnhofstraße wurden verschiedene Untersuchungen begonnen beziehungsweise geplant. Auch das Stadtquartier Süd soll mitbetrachtet werden. Die im Frühjahr begonnenen Arbeiten zur städtebaulichen Bestandsaufnahme befinden sich kurz vor ihrem Abschluss. Bis Ende Januar soll zudem die Vermessung der Frankfurter Straße abgeschlossen sein, betrachtet werden alle Grundstücke im Hinblick auf ihre Bebauung unter Nutzungs-, Qualitäts- und Entwicklungsaspekten. Hinzu kommen klimatische Aspekte und das Thema Barrierefreiheit. Bewertet wird die Innenstadt im Hinblick auf Einzelhandel, Gastronomie und Dienstleistungen. Ziel ist es, bis zum Ende des zweiten Quartals sinnvolle Lösungen zur Stärkung der Innenstadt zu entwickeln. Basis sind neben einer Bestandsaufnahme Experten- und Kundenbefragungen. Zum geplanten Kultur- und Bildungszentrum Hugenottenhalle und Stadtbibliothek steht nun eine vertiefende Vorplanung an.

Ein weiteres Projekt ist die Kaiserpassage, die die nördliche Frankfurter mit der Richard-Wagner-Straße verbindet. Mit dem Eigentümer werden derzeit Verhandlungen geführt, um die Passage als Gemeinschaftsprojekt attraktiver zu gestalten. Die Verkehrsuntersuchung für die Frankfurter Straße als wichtigste Nord-Süd-Verbindung soll unter der Prämisse erfolgen, die Aufenthaltsqualität zu erhöhen und den nicht motorisierten Individualverkehr sowie den ÖPNV zu stärken. Dazu soll erst das Ergebnis der Potentialuntersuchung für die Straßenbahnverlängerung nach Dreieich im Frühjahr abgewartet werden. Das Parkraumkonzept verzögert sich coronabedingt.

Die Gestaltungsfibel „Innenstadt“ als städtebauliche Leitlinie für das Umbaugebiet soll bis zum Herbst des neuen Jahres fertiggestellt sein. Damit verbunden ist ein Anreizprogramm, um Eigentümer von Immobilien zu einem positiven städtebaulichen Beitrag zu bewegen. Dabei geht es vor allem um die Aufwertung von Fassaden und ortsprägenden Gebäuden. Zum Klimaschutz steht die Erstellung einer Stadtklimakarte an. Im ersten Schritt wird hierzu die Fläche vor dem Haus der Vereine entsiegelt und bepflanzt.

Zu den übergreifenden Projekten zählen außerdem das SmartCity-Konzept im Umbaugebiet, der für Frühjahr geplante Workshop „Wie wollen wir 2040 in Neu-Isenburg leben ?“ sowie ein Ideenwettbewerb zur Zukunft der Frankfurter-/Bahnhofstraße als eines der zentralen Themen. Ziel sind fachübergreifende und tragbare Ideen zur Umgestaltung des Straßenraumes und zur Stärkung des Gebiets. Begleitend werden Gespräche mit der Hessischen Architektenkammer geführt. (hok)

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