„Sanierung nicht aufschieben“

Neu-Isenburg ‐ Die Diskussion um das marode Hallenbad geht weiter. Dass eine Sanierung dringend notwendig ist, steht außer Frage. In diesem Punkt sind sich auch die politischen Fraktionen im Stadtparlament einig. Unstimmigkeiten gibt es bezüglich des Wann und Wie. Von Katrin Diel

Die Pläne für eine Sanierung liegen vor, diese wurde jedoch aus Kostengründen geschoben. Auch im Haushaltsplan 2010/2011 hat Kämmerer Herbert Hunkel (parteilos) dafür keine Gelder veranschlagt.  Nun spricht sich Sport- und Kulturdezernent Theo Wershoven (CDU) für eine möglichst baldige Renovierung und Umgestaltung der Frei- und Hallenbadanlage aus, deren Kosten mit gut sieben Millionen Euro beziffert werden. „Das ist gewiss kein Pappenstiel, als Zukunftsinvestition für die nächsten Generationen gleichwohl notwendig“, meint Wershoven.

Der gegenwärtig schlechte Zustand der technischen Anlagen sei dringend zu beheben. Die Anlage trage brandschutzrechtlichen Vorschriften nicht ausreichend Rechnung, von Mängeln in Sachen Wärmeschutz ganz zu schweigen, so der Stadtrat. Er plädiert für eine Sanierung der Gesamtanlage, um diese attraktiver zu machen. Alles andere sei Stückwerk. „Wenn wir gezwungen sind, Maßnahmen vorzunehmen, sollten wir auch die Vollsanierung in Angriff nehmen.“

Investitionen finanzpolitisch vertretbar

Die dafür notwendigen Investitionen hält Wershoven auch finanzpolitisch für vertretbar. Er geht sogar davon aus, dass ein Aufschieben der Maßnahmen am Ende zu höheren Kosten führen würde. Der Sportdezernent verweist auf „die gegenwärtig günstigen Kreditzinsen und Baukosten, denn nahezu alle Wirtschaftsexperten prognostizieren da spätestens ab 2011 kräftige Erhöhungen.“ Der Stadt gehe es trotz Wirtschaftskrise und sinkender Steuereinnahmen noch gut. „Ich bin der Meinung, dass eine Stadt wie Neu-Isenburg dafür auch mal einen Kredit aufnehmen kann.“

Für eine baldige Sanierung spricht laut Wershoven auch die in unmittelbarer Nähe geplante Drei-Felder-Halle. Dafür werde derzeit eine Machbarkeitsstudie erstellt, die Baukosten und den günstigsten Standort ermitteln soll. Wenn man gleichzeitig baue, könnten sich dadurch Synergieeffekte ergeben.

Wershoven geht davon aus, dass im Herbst mit einer Sanierung des Schwimmbades begonnen werden könnte. „Die Pläne liegen ja vor.“ Er warnt davor, damit zu lange zu warten, da bis dahin die Besucher vielleicht abgewandert seien.

Grundsätzliche Entscheidung gefragt

Von einer Zusammenarbeit mit Sprendlingen, wie sie die FDP vorgeschlagen hat, hält der Sportdezernent im übrigen nichts. Die Liberalen hatten statt einer Sanierung den kostengünstigeren Bau eines überdachten und beheizten Trainingsbeckens für Vereine und Schule angeregt. Zusätzlich könnten die Isenburger das Dreieicher Hallenbad nutzen.

Wie auch immer der Weg letztlich aussieht – es müsse eine grundsätzliche Entscheidung getroffen werden, meint der FDP-Fraktionsgeschäftsführer Gerhard Gräber. „Und man muss sich dann auch fragen: Müssen wir das Hallenbad unbedingt erhalten, oder kann man nicht interkommunal zusammenarbeiten?“ Es gebe im Umkreis der Hugenottenstadt etliche Bäder, die man für die Isenburger per Buslinie erreichbar machen könnte.

Eine Schließung des Hallenbades ist für uns undenkbar“, betont hingegen der SPD-Parteivorsitzende Markus Munari und bezeichnet den Vorschlag der FDP als „absurden Vorstoß“. Die Sozialdemokraten begrüßen vielmehr die Position von Theo Wershoven.

Die sofortige Sanierung ist absolut notwendig“, meint der Fraktionsvorsitzende Christian Beck. Er spricht sich für eine „große Lösung“ mit Sauna und Rutschen aus. „Wir müssen jetzt mutig investieren und zur Finanzierung gegebenenfalls die Sonderrücklage aus dem Verkauf der Hegemag-Anteile auflösen.“ Die SPD wolle in den Haushaltsberatungen beantragen, die Sanierungsmaßnahme vorzuziehen.

„Große Lösung“ mit Sauna und Rutschen?

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