Notizbuch: Schmuckstückgezaubert

Neu-Isenburg - Jetzt gibt es kein Zurück mehr, denn die Einladungen sind verschickt. Von Ullrich Luggen-Hölscher

Schon für Mitte letzten Jahres angekündigt, dann aber immer wieder verschoben, wird der vom holländischen Investor Geeris sanierte und umgebaute ehemalige Güterbahnhof nun am 20. März offiziell eröffnet. „Gleis Eins“ heißt die, wie man so schon auf Englisch sagt, neue Eventlocation - „Veranstaltungsort“ klingt ja wirklich etwas hölzern. Obwohl letztlich der Gast entscheidet, und ohne Vorschuss-Lorbeeren verteilen zu wollen: Was die Holländer da aus dem alten, klapprigen Kunstbahnhof gezaubert haben, kann sich wirklich sehen lassen.

Natürlich ist von dem maroden Charme eines ehemaligen Güterbahnhofs nichts mehr zu sehen geschweige denn zu spüren. Doch dem dürften vermutlich nur Nostalgiker ernsthaft hinterhertrauern. Entstanden ist ein modernes Theater-/-Musik-/Veranstaltungs-Bistro-Restaurant - tja, wie soll man es eigentlich klassifizieren? Wenn sich auch über Geschmack streiten lässt: Es hat aber das ursprüngliche, zumindest „äußere Gesicht“ der ehrwürdigen Güterbahnhofshalle aufgenommen. Es ist multifunktionell, mit großem, aber variablem Saal, Bar, breiter Glasfront gen Westen und einem schmucken Gewölbekeller. Nun muss das „Gleis Eins“ mit Musik, Theater, mit Leben gefüllt werden.

Letzteres kann man Investor Geeris auch für seinen Shop West im Isenburg-Zentrum nur wünschen, für den noch mehr Mieter gefunden werden müssen, damit der Umbau weitergehen kann. Leicht wird das nicht - die Wirtschaftskrise lässt grüßen, und die neue Konkurrrenz in Frankfurt und Weiterstadt. Da dürften potenzielle Mieter vermutlich lieber erstmal abwarten, wie „My Zeil“ & Co. einschlagen.Bleibt zu hoffen, dass zumindest im „Gleis Eins“ jetzt erstmal die Post abgeht.

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