Wenn Bäume fliegen

Schottische Hochlandspiele: Für Zuschauer ein großes Vergnügen

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Lokalmatador Christian Schmitt vom ASC Neu-Isenburg beim Gewichtweitwurf. Eine 25 Pfund schwere Eisenkugel hängt an der Kette.

Neu-Isenburg - Es muss nicht immer Fußball sein: Auch mit Baumstammwerfen, Gewichtweitwurf und Steinstoßen lässt sich nicht nur Kraft beweisen, sondern auch das Publikum anziehen.

Die Schottischen Hochlandspiele haben Tradition in Isenburg – und gingen (neben weiteren Sportveranstaltungen, von denen wir bereits berichtet haben) am Sonntag wieder unter der Regie von Fachbereich Sport und Athletik Sport Club (ASC) im Sportpark über die Bühne. Neben sportlichen Höchstleistungen gab es Folklore zu sehen, Dudelsackmusik zu hören und landestypische Leckereien zu kosten.

Kräftig pusten: Die Dudelsackspieler der Clan Pipers aus Frankfurt beeindruckten mit ihren anspruchsvollen Instrumenten.

Die Moderatoren Katharina Schmitt und Nils Mankel konnten diesmal acht Wettkämpfer begrüßen, darunter auch den Lokalmatador Christian Schmitt. „Vorsicht, hier kommt gleich ein schwerer Stein geflogen“, mahnte Dominik Schäfer die ankommenden Besucher. Die Steinstoßanlage liegt im Schatten großer Buchen und da kann man schon mal, wenn die Sonne blendet, auch so einen Zwölf-Kilo-Brocken übersehen. „Der ist sogar original aus Schottland“, betonte Klaus Schmitt, Vorsitzender des ASC, der die Hochlandspiele 1964 nach Isenburg gebracht hat. Der Rekord liegt hier bei 12,15 Metern; von Bernd Kneißler bereits 1988 aufgestellt. Gunnar Pfingsten aus Bad Wimpfen, ein Stammgast und Mehrfach-Sieger in Isenburg, schaffte diesmal 9,50 Meter. Und kristallisierte sich auch in diesem Jahr bald als Sieger heraus.

Der Schottenhammer ist ein ganz spezielles Wettkampfgerät: Eine 7,5 Kilo schwere Eisenkugel ist an einem 130 Zentimeter langen Holzstock befestigt. Der Wettkämpfer darf sich jedoch nicht drehen, sondern nur durch „kreisende Bewegungen“ über seinem Kopf dem Hammer Schwung verleihen. Pfingsten schaffte 31,54 Meter. Auch beim Gewicht-Weitwerfen war er dann mit 21,95 Metern nicht zu schlagen.

Bilder: Hochlandspiele und Aktionstag im Sportpark

Doch für die starken Männer gibt es eine weitere Steigerung: das Gewicht-Hochwerfen. Es gilt dabei, einen dicken Eisenbrocken mit Griff möglichst hoch über eine Stange zu werfen. Gunnar Pfingsten holte einen kräftigen Burschen aus dem Publikum, der gerade mal Kopfhöhe schaffte. Peter Blank von der Frankfurter Eintracht überwand „einarmig“ gleich mal die Drei-Meter-Höhe. Aber auch hier siegte dennoch Gunnar Pfingsten mit 4,20 Metern.

Die letzte Disziplin ist so typisch wie die erste: Ein Baumstamm von 4,50 Metern Länge und einem Gewicht von rund eineinhalb Zentnern muss angehoben und zum Überschlag gebracht werden. Das geht freilich nur, wenn man sich – nach vorne laufend – genug Schwung holt. Das Problem dabei ist, den Baumstamm in seiner Senkrechten zu stabilisieren. Für den kräftig zupackenden Christian Schmitt war ebenso wie für Thomas Hufnagel aus Seligenstadt schon nach drei Metern Schluss; der Stamm kippte zur Seite. Mehr Erfolg hatte auch hier Gunnar Pfingsten. Er schaffte es gar, den ungekürzten Baumstamm gleich beim ersten Versuch zum Überschlag zu bringen. Somit kam die bereit liegende Säge diesmal nicht zum Einsatz. Schafft’s nämlich niemand, den Stamm zu „überschlagen“, wird dieser um 30,50 Zentimeter gekürzt. (lfp)

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