Die Präsidentin tritt ab

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Katerstimmung bei den Schützen (von links): Gerhard Gräber, Horst Perrot, Yvonne Lammersdorf und Jürgen Lang. Foto:

Neu-Isenburg - Gerade ist das Jubiläumsjahr zu Ende gegangen, da grummelt es bei der Schützengesellschaft 1961. Ex-Präsidentin Yvonne Lammersdorf leitet den Verein derzeit nur noch kommissarisch. Gleiches gilt für Horst Perrot, der das Amt des Kassierers abgeben möchte. Von Leo F. Postl

Für beide Posten fanden sich bei der Jahresversammlung keine Nachfolger. Der Rücktrittswelle schlossen sich auch Waffenwart Jürgen Trottier und Schriftführer Jonas Honka an. Zum Nachfolger von Trottier wurde Jörg Fitzthum gewählt. Patrick Hildebrandt entschloss sich spontan, die Aufgaben des Schriftführers zu übernehmen. Jonas Honka hatte als Jugendleiter bisher eine doppelte Belastung. Einzig Vizepräsident Jürgen Lang, dessen Amt nicht zur Wahl stand, behielt seinen Posten. Er forderte die Mitglieder auf, sich aktiv in den Vorstand einzubringen.

„Leute, die Sache ist ernst, so kann es nicht weiter gehen“, mahnte Wahlleiter Gerhard H. Gräber. Man können einen Verein zwar „eine gewisse Zeit“ kommissarisch führen, doch sei dies kein Dauerzustand. „Im schlimmsten Fall führt dies zur Vereinsauflösung“, brachte Gräber ein Szenario ins Gespräch, das sicherlich keiner will – das aber dennoch nicht auszuschließen sei.

Um vorerst größeren Schaden von der Schützengesellschaft abzuwenden, erklärten sich Lammersdorf und Perrot bereit, ihre Ämter vorerst weiterhin auszuüben. „Ich kenne alle Gründe, weshalb keiner ein Amt übernehmen will“, betonte Yvonne Lammersdorf. „Die treffen auch für mich zu.“

Besonders wegen ihres „zweiten Hobbys“, der Lokalpolitik, will sie sich aus der zeitaufwändigen Vereinsführung zurückziehen. Zudem ist sie als Schützin aktiv, was ebenfalls viel Trainingszeit erfordert.

Unzufrieden mit dem Engagement der Mitglieder

Bereits in ihrem Jahresbericht zeigte sich Lammersdorf alles andere als zufrieden. „Die Jubiläumsveranstaltung im vergangenen Jahr war durchwachsen, die akademische Feier hier bei uns im eigenen Haus abzuhalten jedoch die richtige Entscheidung“, meinte sie. „Großes Lob gebührt Gerhard Gräber, der als einziges Mitglied der SOKO Jubiläum einen tollen Job gemacht hat.“ Die Mitglieder kommentierten diese Aussage mit Beifall.

Das Vatertagsschießen, so resümierte Lammersdorf, hat sich mittlerweile in der Hugenottenstadt etabliert, obwohl es an diesem Datum viele weitere Veranstaltungen gibt. „Interessanterweise wurden jedoch mehr Teller als Scheiben verbraucht, was auf ein größeres Interesse am Grill-angebot schließen lässt“, stellte sie fest.

Weniger Anklang fanden die Stadtmeisterschaften. Hier kritisierte Lammersdorf insbesondere die mangelnde Resonanz in den eigenen Reihen. Richtig „abgewatscht“ hat die Präsidentin die Planer der „Aufsicht“ beim Schießen. Deshalb soll künftig jeder aktive Schützen verpflichtet werden, mindestens dreimal zwei Stunden pro Jahr selbst Aufsicht zu führen.

Für die Zukunft sah sie entsprechenden Investitionsbedarf in den alten Bestand der Kleinkaliber- und Luftgewehre, in die Elektroinstallation sowie die Sanitäreinrichtungen. Dies alles wolle sie jedoch einem Nachfolger überlassen.

Vorerst führt sie den Verein kommissarisch weiter. „Aber nur bis zur nächsten Jahresversammlung, dann müsst ihr euch echt was einfallen lassen.“

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