Positive Bilanz für „Pakt für den Nachmittag“

Schulen in Gravenbruch kooperieren noch enger

Neu-Isenburg - Die Angebote seien besser verzahnt, die Anmeldezahlen für das Betreuungsangebot hochgeschnellt und mehr: Das Zwischenfazit nach den ersten Monaten im „Pakt für den Nachmittag“ an zwei Schulen fällt positiv aus.

Als erste Schulen im Kreis Offenbach schlossen sich die Isenburger Albert-Schweitzer-Schule und die Ludwig-Uhland-Schule in Gravenbruch dem Pakt an; die Rahmenvereinbarung zur Kooperation von Kreis als Schulträger, Kommune und Schule hatten die Verantwortlichen Mitte Juli 2016 unterzeichnet. Zum Schuljahresbeginn 2016/17 starteten die Uhland-Schule und das Kinderzentrum Gravenbruch (KIZ) als nachschulischer Freizeitbereich mit der Umsetzung. Mittlerweile ist Alltag ins Thema eingekehrt.

Durch den „Pakt“ habe sich die Arbeit – insbesondere die Zusammenarbeit zwischen Schule und KIZ – in den vergangenen Monaten schon sehr verändert, berichtet nun Dirk Schloßhauer, der Leiter des KIZ: „Wir sind näher zusammengerückt, die Arbeit hat sich verzahnt und wir sind im besseren Austausch.“ Seit Schuljahresbeginn sei das Betreuungsangebot noch einmal ausgeweitet worden. Die Zahl der in der Betreuung angemeldeten Kinder sei von 142 auf 188 gestiegen, weit mehr als die Hälfte der 270 Grundschulkinder nehmen die Betreuung in Anspruch. Das Angebot ist sehr individuell von den Eltern buchbar: Sie können eine Betreuung bis 14, 15 oder bis 17 Uhr reservieren. Dazu gibt es jeweils ein Mittagessen für die Kinder.

Zusätzlich bietet die Stadt auch noch 15-Uhr-Plätze ohne Mittagessen an. Dadurch können viele Eltern für ihre Kinder kostenneutral das Angebot bis 15 Uhr nutzen. Außerdem können die Kinder schon um 7 Uhr morgens in die Schule kommen: Diese Extra-Betreuungsstunde bis zum Schulbeginn um 8 Uhr wird von 20 Kindern genutzt, die ein Müsli frühstücken und in der Mensa Tischspiele aller Art mit Freunden spielen.

„Für uns hat sich die Arbeit auch inhaltlich geändert. Unsere Mitarbeiter aus der Betreuung gehen vermehrt in die Schule und die Lehrer kommen auch zu uns in die Betreuung“, sagt Schloßhauer. „So ist unser Austausch über die Kinder sehr viel enger.“ Die Gravenbrucher Grundschule bietet die sogenannte Lernzeit an, in der die Grundschulkinder an ihren individuellen Lernplänen unter Betreuung der Lehrer arbeiten können. Dieses Angebot ist freiwillig, wird aber von vielen Schülern genutzt. Unterstützt wird das Angebot von KIZ-Erziehern, so dass die Kinder in dieser Stunde mindestens zwei Ansprechpartner bei Fragen haben.

Im Gegenzug dazu betreuen die Lehrer das Mittagessen der Schüler mit und sind auch in Projekten zu den Freizeitangeboten involviert. Um sich auch regelmäßig fachlich auszutauschen, gibt es 14-tägige Konferenzen zwischen Lehrern und Erziehern, bei denen auch gemeinsame Projekte koordiniert werden.

Schüler beim „Grundlehrgang der Feuerwehr“: Bilder

Schloßhauer nennt ein Beispiel: So wurde zum Weihnachtsfest ein mehrwöchiges Theaterprojekt mit Erst- und Zweitklässlern vor mehr als 100 Zuschauern uraufgeführt, das von einer Betreuerin und einer Lehrerin geleitet wurde. Das Stück sei so gut angekommen, dass es nun beim Offenen Kanal Offenbach verfilmt und ausgestrahlt werden soll. Weitere Projekte werfen ihre Schatten voraus: So bereitet etwa ein Festausschuss aus Lehrern und Erziehern das „gemeinsame stadtteilorientierte Sommerfest von Schule und KIZ“ für den 13. Mai vor.

„Unser Ziel ist es, zur Ganztagsschule zusammenzuwachsen“, sagt der Leiter des KIZ. Dazu sei auch die Schulsozialarbeit erweitert worden, die sowohl im vormittäglichen Unterricht zum Einsatz kommt wie auch in der Nachmittagsbetreuung. Schule und Pädagogen wollen so eine bestmögliche Förderung der Grundschulkinder erreichen. (col)

Rubriklistenbild: © dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare