Mit Aktionsplan nicht zufrieden

Schutz vor Bahnlärm

Neu-Isenburg - Die Stadt Neu-Isenburg fordert konkrete Maßnahmen zum Lärmschutz an den Bahnstrecken in der Kernstadt und in Zeppelinheim. Der aktuelle Lärmaktionsplan, der sich gerade in der Aufstellung befindet, reiche da nicht aus.

Das Eisenbahnbundesamt (EBA) hat die zweite Runde der Öffentlichkeitsbeteiligung an Haupteisenbahnstrecken eingeläutet. Seit Januar können Bürger den Teil A des Planes einsehen und das Verfahren bewerten. In der ersten Phase der Öffentlichkeitsbeteiligung sind bundesweit mehr als 38.000 Beiträge eingegangen, die in die Aufstellung einflossen. Allerdings sind der Stadt die Maßnahmen darin zu allgemein formuliert. Dazu Bürgermeister Herbert Hunkel: „Wir vermissen konkrete Maßnahmen, Konzepte und Strategien, welche sich positiv für Neu-Isenburg und Zeppelinheim auswirken können“.
Der Magistrat begrüßt, dass die Bahnstrecke 3601 (Main-Neckar-Bahn zwischen Frankfurt und Heidelberg) in das freiwillige Lärmsanierungsprogramm aufgenommen wurde. Gefördert würden da beispielsweise Lärmschutzwände und -wälle sowie Maßnahmen an Brücken sowie zur Senkung des sogenannten Kurvenkreischens. Derzeit würden Berechnungen für den Bereich angestellt.

Die Stadt fordert aber auch die Aufnahme der Strecken 4010 (Riedbahn bei Zeppelinheim) und 3658 (Abzweig Richtung Flughafen bei Zeppelinheim) in die freiwillige Lärmsanierung. Diese seien mit einer hohen Priorisierung zu versehen.

Für die beiden Schienenstrecken westlich der Kernstadt und westlich von Zeppelinheim fordert die Stadt die Berücksichtigung von Prognosen zum Zugaufkommen bis mindestens zum Jahr 2025. Die Lärmgrenzwerte für die Bewohner seien einzuhalten. Außerdem müsste die Berechnung der Lärmwerte von einer maximal möglichen Streckenauslastung ausgehen, zukünftige Entwicklungen wie die Neubaustrecke zwischen Frankfurt und Mannheim sollten mit einbezogen werden.

Außerdem dürfe der Lärm der Bahn nicht isoliert betrachtet werden, fordert die Stadt. Verlangt wird ein Berechnungsverfahren, das die Überlagerung und die gemeinsame Betrachtung der unterschiedlichen Lärmquellen (Flughafen, Straße und Schiene) zulässt. „Neu-Isenburg ist durch die Nähe zum Flughafen Frankfurt und dem umliegenden hoch frequentierten Straßennetz besonders belastet. Der Lärm kumuliert sich“, betont Hunkel. Aus Sicht der Stadt könne daher nur eine Gesamtbetrachtung mit allen auftretenden Quellen die tatsächliche Situation für die Neu-Isenburger aufzeigen. Der Lärmaktionsplan sei deshalb verbesserungswürdig.

Bilder: Arbeiten im Frankfurter S-Bahn-Tunnel

Die Stellungnahme der Stadt liegt den Stadtverordneten vor. Der Lärmaktionsplan kann von der Internetseite des Eisenbahn-Bundesamtes (www.eba.bund.de) heruntergeladen oder kostenlos per E-Mail oder postalisch angefordert werden über EMail: lap@eba.bund.de, Postanschrift: Eisenbahn-Bundesamt, Lärmaktionsplanung, Heinemannstraße 6, 53175 Bonn. (hok)

Rubriklistenbild: © Symbolfoto: dpa

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