Senioren erhalten Tipps zum sicheren Radeln

Telefonieren im Sattel ist tabu

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Franz Drews (rechts) und Christian Andersch geben Erika Bloch (links) und Gabriele Leichter Tipps zum Radfahren.

Neu-Isenburg - Viel Wissenswertes, wenige Teilnehmer: Das ist die Bilanz des Seminars „Sicher mobil“, das sich vor allem an Ältere richten sollte.

„Fünf Interessierte hatten sich angemeldet, das kam uns schon wenig vor, drei sind gekommen, aber einer musste bald wieder weg – jetzt sitzen wir uns zu zweit gegenüber“, sagte Christian Andersch, der zusammen mit dem ADFC-Vorsitzenden Franz Drews das Seminar vorbereitet hatte zum Thema „Sicher Radfahren ohne und mit Elektrounterstützung“. Andersch, der im Auftrag des Deutschen Verkehrssicherheitsrates die älteren Verkehrsteilnehmer über das sichere Verhalten im Straßenverkehr informiert, war sichtlich enttäuscht. „In anderen Städten haben wir 20 Teilnehmer, aber hier in Neu-Isenburg läuft es irgendwie nicht.“

So nutzten Andersch und Drews den sehr kleinen Kreis zu einem intensiven Informationsaustausch mit Erika Bloch und Gabriele Leichter. Franz Drews hatte ein Pedelec mitgebracht, um den Senioren zu zeigen, wie man in der Praxis das Radfahren erleichtern kann. So gelte es, die richtige Rahmengröße zu wählen, den Luftdruck stets zu prüfen oder auch die Kette immer wieder mal zu ölen. „An solche Dinge denken viele nicht“, weiß Franz Drews aus Erfahrung.

Vor der Praxis stand jedoch die Theorie, die für die Teilnehmerinnen viele Neuerungen brachte. „Es gibt immer wieder neue Schilder, von denen man nichts weiß - und auch bei den Verkehrsregeln tut sich immer was“, sagte Erika Bloch. So gibt es ganz neu die Gesetzesänderung, dass jetzt auch Eltern, die ihre Kinder unter neun Jahren begleiten, mit diesen auf dem Bürgersteig fahren dürfen. „Auch wenn sie als Großeltern ihre Enkel begleiten, trifft dies zu“, erläuterte Andersch.

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Ein weiterer Punkt war das Verhalten von Radfahrern in der Gruppe. „Es werden gerade für Senioren geführte Touren angeboten, auch hier gibt es viele Dinge zu beachten“, verwies Andersch darauf, dass Teilnehmer bei Rot die Ampeln überqueren dürfen, damit der Verbund nicht auseinander gerissen wird.

Praktische Hinweise gab Drews zum Kauf eines Fahrrads, Pedelec oder E-Bikes. „Wenn man auf dem Sattel sitzt, soll der Fuß am durchgestreckten Bein gerade noch auf dem Pedal stehen“, erklärte Drews zur Wahl der Rahmengröße. Der Sitz selbst soll dann soweit verschoben werden, dass beide Arme in leicht gewinkeltem Zustand den Lenker fassen. „Und wenn sie beim Radfahren rechts oder links nach hinten blicken wollen, dann legen sie doch den entsprechenden Arm auf den Rücken, dann geht das ganz einfach“, so Drews Tipp.

Ganz wichtig bei längeren Fahrten sei es auch, entsprechend zu essen, noch wichtiger, ausreichend zu trinken. Übrigens gelte auch für Radfahrer das Telefonier-Verbot während des Fahrens. Für Radler, die sich mit einem Handy am Ohr erwischen lassen, sind laut Bußgeldkatalog 25 Euro fällig. Am Ende appellierte Andersch, dass alle Verkehrsteilnehmer Rücksicht auf andere im öffentlichen Raum nehmen sollten.

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lfp

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