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Serbische Folklore: Der alten Heimat nahe

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Neu-Isenburg - Es war ein fast perfekter Abend für den kleinen serbischen Verein KUD Izvor Neu-Isenburg: Für die Ausrichtung der Deutschen Meisterschaft der serbischen Folkloretänze in der Halle des Sportparks erntete der Club um Vorsitzende Dragica Popovic viel Lob – und beinahe hätte es zum Heimsieg gereicht. Von Leo F. Postl

Doch dies verhinderte ein nicht richtig gebundener Schuh. .

Allein der logistische Aufwand erstaunte die Besucher, denn Dragica Popovic hatte aus ihrer Heimat einen über 150 Quadratmeter großen Bühnenhintergrund mit der Illusion einer historischen Innenansicht einer fürstlichen Kulturstätte nach Neu-Isenburg schaffen lassen. Üppig auch die Technik und die Tanzfläche, auf der auch die größten Gruppen mit teilweise mehr als 30 Tänzern entsprechende Bewegungsfreiheit hatten. „Ich habe oft genug erlebt, wie eng oder primitiv es manchmal zugeht, und wollte es so haben, wie ich es mir auch wünsche“, so Popovic.

Folklore bedeutet für Serben das Bewahren von Tradition und Heimatverbundenheit. „Wir legen da alles hinein, was wir für unser Land und unsere Heimat empfinden“, versucht Dragica Popovic eine Beschreibung. Und wenn man sah, mit welcher Inbrunst die Teilnehmer ihre Tänze zelebrierten, weiß man um die immer noch bestehende Heimatverbundenheit.

Goldmedaille für Vorbereitung

Für ihren neuen Tanz hatten die Neu-Isenburger Serben mit Dejan Zvecanac Milisavljevic einen Kenner der Szene und dazu noch anerkannten Choreografen verpflichtet. Milisavljevic war extra in die hintersten Winkel seiner Heimat gefahren und hatte sich vor Ort von alten Leuten die „Geschichte“ ihres Tanzes erzählen lassen. Unter dem Einsatz von entsprechenden Instrumenten und Musikern, die dieses schwierige Metier beherrschen, entstand so eine Begleitmusik, die einzigartig im Feld der 16 teilnehmenden Vereine war.

Die Tänzerinnen und Tänzer von KUD „Izvor“ Neu-Isenburg begannen ihren Auftritt gewohnt sicher, sangen ihre Botschaft; um sich dann mit den immer schwieriger werdenden Schrittfolgen zu steigern. „Sie waren wirklich super heute, aber ich habe gesehen, dass sich bei einem zuerst der Schnürsenkel, dann der ganze Schuh gelöst hat – das gibt Punktabzug, da kennt die Jury kein Pardon“, hatte Moderatorin Branca Eckert erkannt. Und sie sollte recht behalten: Die Jury setzte die Gruppe aus Mannheim auf den ersten Platz, die Neu-Isenburger wurden wegen eines Punktabzugs „nur“ Zweite. „Wenn uns dieses Missgeschick nicht passiert wäre, hätten wir heute einen großartigen Sieg eingefahren“, bedauerte Dragica Popovic, lobte aber dennoch alle Mitwirkenden.

Die Isenburger erhielten dennoch eine Goldmedaille – für die am besten vorbereitete Gruppe. Und sie sind bei der Europameisterschaft am 26. und 27. Mai in der serbischen Stadt Cacak dabei. SrpskiKulturniCentar „Offenbach“ kam auf Rang neun.

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