Singen verbindet die Generationen

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Acht Gassen führen zum Marktplatz, acht Schulen singen mit.

Neu-Isenburg - Bis zu seiner fünften Auflage hat es gedauert, bis der Musikstern vervollständigt werden konnte. Acht Strahlen gehen von seinem Zentrum aus – die acht Gassen im Alten Ort – und acht Schulen haben sich am Sonntag auf dem Marktplatz zusammen gefunden, um gemeinsam zu singen. Von Markus Jordan

Es ist uns jetzt gelungen, alle acht Schulen in Neu-Isenburg für dieses Projekt zu gewinnen“, sagt Initiator Wolfgang Lamprecht vom Forum zur Förderung von Kunst und Kultur (FFK).

Gegen 15 Uhr war der Marktplatz voller Menschen. In der Mitte standen Kinder der Schulen und außen Erwachsene. Alle waren aber der kleinen Bühne zugewandt, auf der das Klavier stand, mit welchem Thomas Peter-Horas den Chorgesang begleitete. Als einer der Organisatoren spielte er nicht nur auf diesem Instrument, sondern fungierte zudem als Dirigent.

Wie Peter-Horas angab, sei es nicht der Zweck der Veranstaltung, dass die Kinder den Erwachsenen Lieder vorsingen. Nein, es gehe um das gemeinsame Singen. Er selbst kenne noch das Singen mit den Eltern in den eigenen vier Wänden als eine Form der Gemeinsamkeit, die heute leider kaum noch praktiziert werde. „Wenn Jung und Alt gemeinsam singen würden, dann wäre mehr Verbundenheit zwischen den Generationen“, ist Peter-Horas überzeugt.

Auch wenn die Kinder auf dem Marktplatz lauthals singen, will das mit den Erwachsenen nicht so recht klappen. Da ist also noch einiges zu tun, bis das gemeinsame Singen so richtig erklingen wird.

Drei Schulen dichteten gemeinsam ein Lied

Was die Organisatoren aber bisher auf die Beine gestellt haben, ist beachtlich. Die acht Schulen haben die Lieder, die auf dem Marktplatz zu hören waren, je für sich eingeübt, aber vor der Aufführung nicht alle gemeinsam geprobt. Da es auf die Begegnung der Akteure ankomme, sei dies gar nicht notwendig, denn wenn Menschen zusammenfinden, dann werde das ja auch vorher nicht geprobt. Die Sänger singen für sich und für die anderen, die mitsingen. Und um dieses Gemeinschaftsgefühl zu stärken, haben alle Schulen ein Lied gemeinsam gedichtet, jede Schule hat dabei eine Strophe übernommen. Neben Liedern mit modernen Texten in deutscher Sprache wurden auch drei auf Englisch gesungen.

Stimmungsvolle Musik im privaten Garten von Alfred Andrae.

Angesichts einiger Nachwuchssorgen im auf Vereinsebene organisierten Chorgesang sieht Peter-Horas die Zukunft nicht mehr in dieser Form. „Junge Leute sind heute deutlich zielorientiert.“ Chorgesang als ein Projekt, eben mit einem klar definierten Ziel, ziehe mehr junge Leute an als das eingeübte Lied, welches dann zu allen möglichen Anlässen parat zu sein habe.
Im Rahmen des Musiksterns gab es noch einiges vom Bläserensemble „Euterpe“ zu hören. Im Garten der Familie Andreae in der Bansastraße wurde ernstere Musik gespielt, Werke von Hummel, Witt und Friedrich. In dem parkähnlich angelegten Garten, der langgestreckten freie Rasenflächen und auch lauschige Nischen zu bieten hat, spielten Oboen, Klarinetten, eine Querflöte und ein Horn kammermusikalische Klänge. In kleinen Grüppchen, die sich unregelmäßig auf der Anlage verteilten, lauschten die zahlreichen Gäste den feinen Klängen, die weit über den Garten hinaus gehört werden konnten und so die umliegenden Straßenzüge in eine musikalisch feierliche Stimmung einhüllten.

Zum Abschluss der Veranstaltung spielte am Abend das Duo „Moondance“ im Hof hinter „Constanza’s Bar“.

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