Christdemokraten skizzieren anstehende Themen

„Kein Wachsen auf Teufel komm raus“

Neu-Isenburg - Partei- und Fraktionschef blicken beim Jahrespressegespräch der CDU optimistisch in die Zukunft.

Bei der Suche nach der ultimativen Lösung für die Verkehrsprobleme will der Stadtverbandsvorsitzende Schmitt weitere Ortsumfahrungen prüfen. Und sich auch ganz neuen Denkwegen nicht verschließen – wie einer Seilbahn in der City. Doch solche Visionen müssten warten – denn wichtig sei ein ausgeglichener Haushalt. „Wir gehen als CDU positiv gestimmt ins neue Jahr, in dem wegweisende Entscheidungen für die Entwicklung der Stadt anstehen“, betont CDU-Parteichef Stefan Schmitt. Dies betreffe insbesondere die Themen Stadtentwicklung, Stadtplanung und Verkehr, die alle miteinander verflochten seien. Weil all diese Themen so eine Langzeitwirkung haben, hat die Union vor, dazu in diesem Jahr öffentliche Diskussionsveranstaltungen zu initiieren.

Dass die Stadt wachse und gedeihe, sei natürlich eine gute Nachricht. Bei allen in den letzten Monaten von unterschiedlichen Gruppierungen genannten Ideen, auch rund ums Förderprogramm „Stadtumbau“ (mit dem das Land Isenburg mit voraussichtlich 21 Millionen fördert) stehen für die Union die Einhaltung von Maß und Ziel an erster Stelle, sagt Schmitt. „Wir stehen nicht für ein Wachsen der Stadt auf Teufel komm raus, sondern für eine maßvolle Entwicklung mit Augenmaß.“ Isenburg habe sich in den letzten 20 Jahren hervorragend gemacht, „und so soll es weitergehen“. Doch mit der positiven Entwicklung der Stadt gingen eben neue Herausforderungen einher; nicht zuletzt in der Verkehrsentwicklung oder der Kinderbetreuung.

Auch „maßvolle Nachverdichtungen“ würden ein weiteres Wachstum bringen. „Allerdings müssen wir aufpassen, dass wir die Möglichkeiten der Stadt nicht überfordern.“ Da es außer den ausgewiesenen Baugebieten keinen weiteren Platz für Entwicklungsflächen mehr gebe, da die Stadt von Wald und den Autobahnen umgeben ist, werde unbegrenztes Wachstum nicht möglich sein.

Beim Stadtumbau-Programm heißt das für die CDU, dass darüber „vor allem Verschönerungsmaßnahmen, wie zum Beispiel die Umgestaltung der Frankfurter Straße, die Aufwertung des Alten Orts und die Entwicklung einer Parkanlage im Quartier Süd geplant, umgesetzt und finanziert werden“. Aber auch eine Vitalisierung der Fußgängerzone Bahnhofstraße solle man angehen. „Da sind wir ergebnisoffen“, sagt Schmitt. Was die programmatische Zukunftsausrichtung der CDU betrifft, warnt er vor überzogenen Wünschen. „Wir leisten uns in Isenburg Dinge, wovon man andernorts nur noch träumen kann“, so Schmitt, der nicht nur CDU-Chef, sondern auch Erster Stadtrat und Kämmerer ist.

Über die Zusage des Landes von rund 21 Millionen für den Stadtumbau freut sich auch Fraktionschef Patrick Föhl. Er warnt aber auch, dass dies nicht reichen werde, um alle bereits ins Auge gefassten Vorhaben zu finanzieren. „Wenn ich bedenke, dass allein für Sanierung und Umbau der Hugenottenhalle und Stadtbibliothek heute schon 20 Millionen Euro veranschlagt sind, dann kann sich jeder vorstellen, wie viel Geld noch benötigt wird“, so Föhl. „Es kommen also auch auf die Stadt bei diesen Vorhaben immense Investitionskosten zu, bei denen es gilt, den eingeschlagenen, zwingend notwendigen und bislang sehr erfolgreichen Weg der Haushaltskonsolidierung nicht aus den Augen zu verlieren“, ergänzt Schmitt.

Dass man sich heute noch so vieles leisten könne, hänge natürlich mit der anhaltenden wirtschaftlichen Hochkonjunktur – also der sprudelnden Gewerbesteuer – zusammen. Die CDU will sich aber nicht allein darauf verlassen. Ganz wichtig erachte man einen weiterhin ausgeglichenen Haushalt.

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Eher als Appell für das Zulassen innovativer Ideen und neuer Denkwege denn als Vorschlag mit Potenzial auf Verwirklichung ist es wohl auch zu verstehen, wenn Schmitt laut folgenden Gedanken träumt: „Vielleicht“, so der CDU-Chef, „ist ja die im Rahmen der Quo-Vadis-Messe in der Hugenottenhalle präsentierte, noch futuristisch wirkende Seilbahn im Innenstadtbereich eine zukunftsweisende Lösung.“ Föhl geht weiter auf die Verkehrssituation ein und bringt gleich zwei mögliche Umgehungsstraßen ins Gespräch. Zum einen könne die Verlängerung der Rathenaustraße bis zur B 43 Isenburg Entlastung von Durchfahrtsverkehr bringen. Eine zweite Möglichkeit sei eine nördliche Umfahrung parallel zur A3, um den Verkehr aus der Karlstraße und dem Gravenbruchring heraus zu halten.

Weitaus realistischer als die Seilbahn-Idee klingt mittlerweile übrigens ein anderer Wunsch Schmitts: eine Schlittschuhbahn auf dem Rosenauplatz. Der CDU-Chef ist optimistisch, dass dieser – von Sponsoren und nicht aus er Stadtkasse zu finanzierende – Traum tatsächlich schon im kommenden Winter wahr werden könnte. (hov)

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