Wahlen und Rückblick bei der Feuerwehr

Sorge um die Einsatzabteilung

+
Im so genannten Feuerwehrausschuss arbeiten künftig (hinten) Philip Sänger, Philipp Tsangos und Michael Hörr sowie (vorne) Carsten Petz und Katrin Müller mit.

Neu-Isenburg - Alter und neuer Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Neu-Isenburg ist Jochen Müller, sein neuer Stellvertreter ist Thomas Köhler. Dies haben die Mitglieder bei der Jahreshauptversammlung entschieden.

Alter und neuer Wehrführer ist Jochen Müller (rechts), zu seinem Stellvertreter wurde Thomas Köhler gewählt.

Köhler folgt auf Jens Multer, der bei der turnusgemäß anstehenden Wahl nicht erneut kandidierte. Außerdem gibt es mit Marius Seeger einen neuen Jugendfeuerwehrwart. Gemeinsam mit der gewählten Wehrführung beraten im so genannten Feuerwehrausschuss künftig Michael Hörr, Katrin Müller, Carsten Petz, Philip Sänger, Philipp Tsangos und Hans-Jürgen Maas wichtige Belange zu Personal, Ausbildung und Weiterentwicklung der Feuerwehr. Bevor es ans Wählen ging, erläuterte Jochen Müller in seinem Jahresbericht wichtige Stationen und Ereignisse aus dem abgelaufenen Jahr. Der Isenburger Einsatzabteilung gehören insgesamt 98 Mitglieder an, die 2015 bei 481 Einsätzen geholfen haben. Insgesamt wurden 3 650 Stunden größtenteils ehrenamtliche Arbeit geleistet.

Müller bedauerte die um 30 Einsätze gestiegene Zahl an Fehlalarmen und die Tatsache, dass trotz der hohen Zahl an Mitgliedern vor allem tagsüber immer weniger Helfer zur Verfügung stehen: „Ich trage hier große Sorge, dass wir in absehbarer Zeit die an uns gestellten Forderungen nicht mehr aus eigener Kraft erfüllen können“, so Müller. Es gelte, in Zukunft daher die Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen weiter zu verstärken.

Immerhin: Knapp 2 250 Stunden investierten die ehrenamtlichen Wehrleute in ihre Aus- und Weiterbildung. Müller sagte, der Versuch, die Ausbildung auf eine einheitlichere Basis zu stellen, sei hierbei weiter ausgebaut worden. Mit Blick auf das vergangene Jahr bezeichnete Müller als „besondere Herausforderung“ die Einrichtung der Außenstelle der hessischen Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge auf dem ehemaligen Gelände des Verlagshauses in der Rathenaustraße. „Noch bevor die Feuerwehr offiziell von den Plänen unterrichtet wurde, erhielten wir bereits die ersten Aufträge vom Regierungspräsidium Darmstadt zur logistischen Unterstützung.“ Müller merkte an, dass eine frühere Einbindung der Verantwortlichen bei Stadt und Wehr besser gewesen wäre: „So waren die Kräfte vor Ort oft auf sich alleine gestellt.“

Bilder: Feuerwehr löscht Brand in der Bahnhofstraße

Positiv hob Müller hervor, dass während des Betriebs seit Anfang September lediglich fünf Fehlalarme der Brandmeldeanlage zu verbuchen sind – was im Vergleich zu anderen Einrichtungen in Hessen eine verschwindend geringe Anzahl sei. Müller resümierte dennoch, dass die Belastungen des Ehrenamts im Zusammenhang teilweise über die Schmerzgrenze des Einzelnen hinaus gingen. Er ist sich jedoch sicher, dass „schon aus humanitären Gründen“ auch bei den nächsten Anforderungen im Zusammenhang mit Flüchtlingsfragen wieder genug Personal zur Verfügung stehen wird.

Der scheidende Jugendfeuerwehrwart Stefan Schempp gab noch einen aktuellen Einblick in den Status Quo bei der Jugendfeuerwehr: Zum Ende des Jahres 2015 waren 23 Jugendliche Mitglied beim wichtigsten Nachwuchslieferanten für die Einsatzabteilung, davon zwei Mädchen. Rund zehn Feuerwehrleute kümmerten sich rund 700 Stunden um die Ausbildung der Jugend.

hov

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare