Magistrat antwortet auf Anfrage der FDP-Fraktion

Sorge vor Schulschwimm-Engpass  

Neu-Isenburg - Immer weniger Kinder können heutzutage schwimmen. In Neu-Isenburg wird seit Jahren einiges getan, um dieser Tatsache entgegenzusteuern.

Dennoch fragt sich mancher in Zeiten steigender Schülerzahlen, ob die Kapazitäten im Hallenbad fürs Schulschwimmen ausreichen. Die FDP hat nun eine Anfrage zum Thema an den Magistrat gestellt.

Eigentlich soll in Hessen jedes Kind im Unterricht schwimmen lernen. Doch die Bedingungen dafür sind vielerorts schwierig; es soll Gemeinden geben, in denen gar kein Schulschwimmen möglich ist. In Isenburg sieht das zum Glück anders aus: Mit dem frisch sanierten Hallenbad, das auch im Sommer offen bleibt, und dem benachbarten Freibad leistet sich die Stadt noch viele Angebote für Schwimmer – und solche, die es noch werden wollen. Außerdem unterstützt die Stadt seit Jahren das Schulschwimm-Projekt, mit dem ergänzend zu den Schwimmstunden im Regelunterricht in den Grundschulen in der Ganztagsbetreuung weitere Lektionen im kühlen Nass angeboten werden.

Doch auch in Isenburg, wie im gesamten Rhein-Main-Gebiet, wachsen laut FDP die Schülerzahlen an den Grund- und weiterführenden Schulen. „Dies führt zwangsläufig zu zusätzlichem Bedarf nach Schwimmzeiten für die Grundschüler in Neu-Isenburg und die Schüler auf den weiterführenden Schulen, soweit diese Schwimmunterricht anbieten wollen“, hat die FDP beobachtet. Die Fraktion schreibt, sie habe „in diesem Zusammenhang Kenntnis erlangt, dass aufgrund der vorhandenen Kapazitäten an zumindest einer Grundschule voraussichtlich nur über insgesamt ein halbes Jahr wird Schwimmunterricht angeboten werden können“. Daher hat die Fraktion eine Anfrage zum Schwimmunterricht der Isenburger Schulen an den Magistrat gestellt; denn schließlich sei das Erlernen des Schwimmens überlebensnotwendig. Darüber hinaus bestehe im Schwimmbad ein „erhaltenswertes Kursangebot an vorschulischem und frühkindlichem Schwimmen“, ergänzen die Freidemokraten.

Sie wollten daher vom Magistrat wissen, ob durch die Stadt beziehungsweise die Stadtwerke als Betreiberin des Schwimmbads ab dem Schuljahr 2017/2018 gewährleistet werden könne, „dass an jeder Grundschule auch bei steigenden Schülerzahlen zumindest über ein Jahr Schwimmunterricht angeboten werden kann?“ Auch, inwiefern auswärtige Schulen aktuell das Schwimmbad in Isenburg nutzen und wie sichergestellt werde, „dass durch die Nutzung durch auswärtige Schüler keine Einschränkung der Schwimmzeiten für Kinder aus Neu-Isenburg erfolgt“, interessierte die FDP.

Die 25 Badeseen und Freibäder in der Region

In seiner Antwort berichtet der Magistrat, den Stadtwerken sei im Februar ein zwischen den Isenburger Schulen abgestimmter Belegungsplan des Hallenbads für das Schulschwimmen vorgelegt worden. In diesem Plan seien „alle für das Schuljahr 2017/2018 erkennbaren Veränderungen wie zusätzliche Klassen und erweiterter Schwimmunterricht berücksichtigt“. Auf Grundlage dieses Plans sei ein entsprechend bahnscharfer Plan entwickelt und dann auf Einladung von Bürgermeister Herbert Hunkel in einem Gespräch mit den Schulleitern vorgestellt und diskutiert worden. „Auch wenn in dieser Sitzung nochmals kleinere Änderungen seitens der Schulen angekündigt wurden, so konnte aufgezeigt werden, dass alle formulierten Anforderungen seitens der Isenburger Schulen umgesetzt werden können“, schreibt der Magistrat. Lediglich die zusätzliche Belegung durch die Ernst-Reuter-Schule in Dietzenbach sei für das kommende Schuljahr nicht mehr drin.

Der Magistrat schreibt aber auch, dass an einigen Stunden der Publikumsverkehr im Schwimmbad „sehr stark eingeschränkt“ werden wird. Hierzu wolle man in den nächsten Tagen noch Optimierungsvorschläge diskutieren, „sodass für die Öffentlichkeit ein ausreichendes Angebot realisiert werden kann“.

Oftmals gleichzeitig Publikumsverkehr

Als besondere Engpasssituation konnte laut Magistrat das Lehrschwimmbecken identifiziert werden. „Die große Anzahl von Nichtschwimmern oder schwachen Schimmern in den Grundschulen hat zur Folge, dass die Schulen gerne das gesamte Lehrschwimmbecken zur Verfügungen haben möchten“, ist aus der Antwort des Magistrats zu erfahren. Dies könne bei gleichzeitigem Publikumsverkehr nicht zugesagt werden. Auch sei dies nicht möglich, wenn zwei Schulklassen parallel Anspruch auf das Nichtschwimmerbecken haben.

Der Magistrat schließt mit dem Hinweis, vor dem Hintergrund der bahnscharfen Planung werde jedoch deutlich, „dass die ebenfalls diskutierte Ausweitung des Schwimmunterrichtes in den Folgejahren bei einem parallelen Öffentlichkeitsbetrieb nicht möglich ist“. Hierzu müsse ins Auge gefasst werden, dass „für bestimmte Zeiten (zwei bis drei Vormittage die Woche) das Schwimmbad ausschließlich den Schulen für ihren Schwimmunterricht zur Verfügung steht“.

Selbst bei einer entsprechenden Reservierung des gesamten Bades für den Schulunterricht bleibe die Engpasssituation im Lehrschwimmbecken dabei jedoch bestehen. (hov)

Rubriklistenbild: © Symbolfoto: dpa

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