BÜRGERMEISTERWAHL Stefan Schmitt und Gene Hagelstein in der Stichwahl

Spannendes Rennen um Platz zwei

Angespannter Blick auf den Bildschirm: Stefan Schmitt beobachtet mit seiner Frau Marion die ersten Hochrechnungen. Am Ende reichen seine geholten Stimmen dicke, um als stärkster Kandidat in die Stichwahl einzuziehen.
+
Angespannter Blick auf den Bildschirm: Stefan Schmitt beobachtet mit seiner Frau Marion die ersten Hochrechnungen. Am Ende reichen seine geholten Stimmen dicke, um als stärkster Kandidat in die Stichwahl einzuziehen.

Das ist ein richtiger Krimi, der sich da gestern Abend bei der ersten Runde der Bürgermeisterwahl entwickelt. Während der CDU-Kandidat und Erste Stadtrat Stefan Schmitt schnell als Sieger feststeht und am Ende auf 39,1 Prozent kommt, liefern sich Gene Hagelstein (SPD) und Oliver Gröll (Grüne) ein nervenaufreibendes Kopf-an-Kopf-Rennen.

Neu-Isenburg - Sieht es lange Zeit so aus, als ob Hagelstein in die Stichwahl einzieht, ist der Abstand nach 40 von 41 ausgezählten Wahllokalen zwischen beiden auf 20,7 zu 20,5 geschrumpft. Erst kurz nach 23.30 Uhr kann einer jubeln. Und das ist Hagelstein mit einem Vorsprung von lediglich elf Stimmen (20,7 Prozent). Gröll muss sich mit 20,6 Prozent begnügen. Die beiden unabhängigen Kandidaten Thilo Seipel und Michael Louis Adam kommen auf 13,5 beziehungsweise 6,2 Prozent.

Entspannt können dagegen auf der Terrasse des Restaurants des TC Rot-Weiß CDU-Bürgermeisterkandidat Stefan Schmitt, seine Frau Marion, Stadtverordnetenvorsteherin Christine Wagner und Gravenbruchs Ortsvorsteher Eddie Fischer die Ergebnisse der Bürgermeisterwahl verfolgen. Um sie herum haben sich viele CDU-Partei- und Fraktionsmitglieder eingefunden. Die Stimmung ist schon gut, nach dem die ersten sechs Bezirke ausgezählt sind. Die Anspannung von Schmitt fällt sichtlich ab. Nachmittags befragt, wie hoch seine Nervosität ist, sagte Schmitt ehrlich: „Ganz schön hoch!“ Bis die ersten Ergebnisse eintreffen, setzt der Erste Stadtrat auf Ablenkung. „Beide Kinder hatten heute Fußballturnier, Stefan war in der Kirche, wir waren wählen. Wir haben immer dafür gesorgt, dass etwas zu tun ist“, sagt Marion Schmitt mit einem Lächeln. Um 22.15 Uhr ist Schmitt bereits sehr zufrieden mit seinem Ergebnis. „Natürlich habe ich heimlich auch von einem Erfolg im ersten Wahlgang geträumt. Aber realistisch betrachtet ist das bei fünf Kandidaten natürlich irre schwer“, sagt der Kandidat der Isenburger Christdemokraten. Es freue ihn ganz besonders, dass er in allen Wahlbezirken vorne liege. Schmitt kündigt an, jetzt mit „Vollgas“ in den Wahlkampf für die Stichwahl einzusteigen: „Wir müssen es jetzt schaffen, die eigenen Anhänger wieder an die Wahlurne zu bekommen. Das ist wie im Fußball in der Verlängerung. Da geht es wieder bei Null los. Wir müssen alle hellwach sein“, betont Schmitt „demütig, aber voller Energie“ in die Stichwahl zu gehen.

Thilo Seipel glaubt, dass der Bundestrend die Bürgermeisterwahl überlagert hat. Die Personen, die in Neu-Isenburg angetreten sind, seien dadurch ins Hintertreffen geraten. Bei einer reinen Bürgermeisterwahl hätte er angesichts seines Bekanntheitsgrades besser abgeschnitten, glaubt der FDP-Fraktionschef, der als unabhängiger Kandidat angetreten ist. Mit den knapp 14 Prozent zeigt er sich zufrieden, zumal er im Vergleich zur vergangenen Bürgermeisterwahl 2015, als Seipel gegen den Amtsinhaber Herbert Hunkel antrat, von 1500 auf über 2000 Stimmen zugelegt hat.

„Das war ein Thriller!“ SPD- Kandidat Dirk Gene Hagelstein spricht von gleich „mehreren Mühlsteinen, die ihm vom Herzen geplumpst sind“, als klar ist, dass er der Kandidat ist, der gegen Stefan Schmitt am 10. Oktober in der Stichwahl antreten wird. „Das war echt kaum zum Aushalten. Ich habe fast einen Tinnitus von dem Jubel, der nach dem letzten Ergebnis hier im Treffpunkt losbrach“, sagt Hagelstein. Jetzt könne sich Schmitt bei der Stichwahl warm anziehen, er werde alles geben, kündigt der SPD-Fraktionsvorsitzende an. Er freut sich auf die kommenden zwei Wochen bis zur Entscheidung und ist voller Tatendrang: „Wir haben mehrere Aktionen geplant, darunter eine für junge Leute und eine größere in Gravenbruch.“

Von Oliver Gröll und Michael Louis Adam (unabhänig) war am Wahlabend zu später Stunde keine Stellungnahme mehr zu bekommen.  njo/hok

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare