Sportaktionstag der Vereine

Viele Kontakte geknüpft

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Mit seinem Maskottchen Trimmy lud der DOSB die Besucher zum Mitmachen ein.

Neu-Isenburg - Schleppend lief der gestrige Sportaktionstag speziell für Flüchtlinge an. Doch dann wurde die Veranstaltung doch noch zum Erfolg.

Alle waren da: der Sportdezernent Theo Wershoven, der Leiter des Fachbereichs und viele Vertreter von Vereinen, des DOSB (Deutscher Olympischer Sportbund) sowie des Sportkreises. Nur kein Flüchtling zeigte sich um 11 Uhr, als Wershoven die vielen Freiwilligen begrüßte. „Wir können nur das Angebot machen“, zeigte er sich enttäuscht.

„Ich kann mir das nicht erklären. Bei einer Aktion in Seligenstadt waren 90 Flüchtlinge gleich zu Beginn dabei“, bemerkte Erwin Kneißl, ehrenamtlicher Integrationsbeauftragter beim Sportkreis, der mit Marcel Subtil und seinem Team von JobFit gekommen war. Zu diesem Zeitpunkt war Cornelia Mateos (stellvertretende Fachbereichsleiterin Soziales) bereits auf dem Weg zur Erstaufnahmeeinrichtung in der Rathenaustraße – und nach einer halben Stunde kam sie mit vielen Flüchtlingen in die beiden Hallen im Sportpark.

Flugs wurde erkundet, wo was angeboten wird. Ein besonderer Anziehungspunkt war das Bullriding. Ein kleiner Junge erklomm mutig das „wilde Tier“, doch nach ein paar Bewegungen lag der kleine Reiter am Boden. Sein Vater konnte sich vor Lachen kaum halten, zog seinen Sohn aus dem Ring und bestieg selbst den Bullen. Aber auch ihn ereilte das gleiche Schicksal - und nun kam der Sohn aus dem Kichern nicht mehr heraus.

Etwas weiter weg entdeckten Goaher und Wedad aus Syrien ihre Freude am Seilspringen und bald wurden bei den jungen Damen Kindheitserinnerungen wach. Auch wenn das Seil hin und wieder zwischen den Beinen hängen blieb, hatten sie das Lachen wieder gefunden. Das Seilspringen gehörte zu einer Station des DOSB, der mit einem mobilen Sportabzeichen-Parcours vertreten war. Auf großes Interesse stieß das Tischtennisangebot des TTC Ping-Pong. Mit Capoeira konnte sich kaum jemand anfreunden, bestaunt wurden die Vorführungen allerdings.

Bilder: OFC-Chancencamp für Flüchtlinge

In der Rudolf-Seiferlein-Halle war der TV Neu-Isenburg mit seinem Volleyball-Angebot vertreten. Gerade für die jungen Flüchtlingskinder war das Badminton eine Herausforderung. Stefan Ostermann zeigte, wie man den Schläger halten muss, um den Federball zu treffen. Gerhard H. Gräber von der Schützengesellschaft wurde von einem Iraner angesprochen, ob er denn nicht zum Bogenschießen kommen könne.

Viele Vereine waren mit Infoständen vertreten, boten die Teilnahme an Lauf-, Zirkeltraining, Yoga oder Ballspiel. Alle, die Interesse hatten, konnten zudem das Heimspiel der 03er besuchen. Am Ende war es doch noch eine recht erfolgreiche Aktion, bei der viele Kontakte geknüpft wurden. Vielleicht entsteht daraus ja so eine Verbindung wie zwischen Besucher Giovanna Vagliano aus Obertshausen und dem Syrer Abdullah Mohamed. „Ich bin zur Unterkunft gefahren, habe dort gefragt, ob er mit kommen will – und jetzt sind wir hier“, erklärt Vagliano. Bei einer weiteren Aktion dieser Art will man sich aber besser um den Transport kümmern. (lfp)

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