Stadtquartier Süd

Ein Park als grünes Herzstück

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Nächster Schritt auf dem Weg zum neuen Stadtviertel: Entspanntes Wohnen und Arbeiten sollen sich im Quartier Süd ergänzen. Den jüngst von der Stadt vorgestellten Rahmenplan für die Entwicklung des Areals (Zur Orientierung in der Grafik: rechts Frankfurter-, oben Carl-Ulrich-Straße, unten links Ex-DLB-Gelände) haben sich mehr als 100 Interessierte von den Planern erläutern lassen.

Neu-Isenburg - Bürger diskutieren mit Planern über nächste Schritte zum neuen Stadtquartier Süd.

Es ist zwar „nur“ die Vorstellung des Rahmenplans für die vorgesehene Entwicklung des Stadtquartiers Süd – doch nach der Präsentation wird so diskutiert, als wäre dies bereits die finale, ja gar unabänderliche Version. Fragen, aber auch Kritik bekommen die Planer zu hören. Zur Erinnerung: Das zu entwickelnde Stadtquartier Süd – und diese Bezeichnung ist der einzige gesicherte Fakt – umfasst das Areal rund um die ehemaligen Flächen des Güterbahnhofs, der Bundesmonopolverwaltung für Branntwein, des Agfa-Geländes und des ehemaligen DLB-Betriebshofs jenseits der Hugenottenallee. Im Juni vergangenen Jahres hatte das Stadtparlament die Entwicklungsziele zur Erarbeitung der Rahmenplanung abgesegnet. Nicht weniger als sechs Planungsbüros stellten mögliche Varianten der Bebauung vor. Am Montagabend hat die Stadt nun die Bürger erneut versammelt, um das Erarbeitete zu präsentieren und zu besprechen.

„Wir haben auf Grundlage der bisherigen Untersuchungen und Anregungen der Bürger einen städtebaulichen Rahmenplan erarbeitet“, erläutert Bürgermeister Herbert Hunkel den mehr als 100 Interessierten im Rathaus. Jedoch sei keines der Grundstücke im Besitz der Stadt. Deshalb seien intensive Gespräche mit den Grundstückseigentümern geführt worden, um einen Konsens herbeizuführen. „Unser Ziel war, den angesiedelten Unternehmen ihren Standort zu sichern und durch die spätere Bebauung keinerlei Probleme herbeizuführen“, verweist Hunkel auf einen ihm wichtigen Aspekt.

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Der Rahmenplan wurde bereits in erster Lesung der Stadtverordnetenversammlung vorgestellt, in einer zweiten Lesung soll er am 25. Juni abgesegnet werden. „Was wir Ihnen heute vorstellen, ist eine grobe Marschrichtung und kein zu verabschiedender Bebauungsplan“, will Erster Stadtrat und Baudezernent Stefan Schmitt (CDU) schon mal möglichen Diskussionen vorgreifen. Dennoch habe der Rahmenplan eine gewisse Verbindlichkeit.

Was die Planer so alles erabeitet haben und als städtebauliche Nutzung des Quartiers empfehlen, stellt Thorsten Becker vom Planungsbüro BS+ in Frankfurt im Detail vor. Die einst angedachte „Hosenträgerlösung“ der Verkehrsführung innerhalb des Quartiers ist mittlerweile einer Zweiachsenlösung gewichen; zwei Straßen sollen zu beiden Seiten der zentralen Parkanlage verlaufen; denn die Grünfläche in der Mitte soll das Bild bestimmen. Durch diese Verkehrsführung werde das Quartier sowohl von der Schleussnerstraße, als auch von der Hugenottenallee aus verkehrstechnisch erschlossen. Eine Verlängerung der Du-Pont-Straße soll im Süden eine Querung von Ost nach West ermöglichen. Nicht mehr im Planungsvorschlag ist das einst angedachte recht lange Parkhaus als Abgrenzung zum Fabrikationsgelände der Firma Dupont. Dadurch sollte auch ein Schallschutz erreicht werden. „Ein solches recht langes Gebäude würde zu einem erheblich negativen Stadtbild beitragen“, hebt der Stadtplaner hervor. Parkmöglichkeiten sollen stattdessen nun als Tiefgaragen unter den Wohnhäusern entstehen.

Rundgang durch das künftige Quartier (2012)

Grundsätzlich soll östlich der zentralen Parkanlage eine Mischbebauung, westlich davon eine reine Wohnbebauung entstehen. Zwischen der Schleussner- und der Carl-Ulrich-Straße sind Gebäude mit Büro und Dienstleistung, darunter auch ein Hotel (gegenüber der Bundesmonopolverwaltung) vorgesehen, ebenso im Süden entlang der Hugenottenallee. Auch eine Kita soll entstehen. Ferner soll der Platz um das „Gleis Eins“ attraktiver gestaltet werden, da dort auch die Endhaltestelle der Regionaltangente West geplant ist.

Ein Quartiersplatz als großer öffentlicher Aufenthaltsbereich ist neben der heutigen Branntwein-Monopol vorgesehen, östlich davon ein Gebäude mit Lebensmittelversorger und Gastronomie im Erdgeschoss.

Nach der Vorstellung der Pläne darf diskutiert werden. Patrick C. Eickhoff, Direktor des Isenburger Mercure-Hotels, meldet sich zu Wort und möchte wissen, woher die Erkenntnis komme, dass die Hugenottenstadt ein weiteres Hotel benötige. Andere sehen die sozial Schwachen bei der Besiedlung des Quartiers benachteiligt, da die geplanten Tiefgaragen die Wohnungen sicher verteuerten. Ferner wird kritisiert, dass durch den Wegfall des Parkhauses und die Ansiedlung von Dienstleistung und Gewerbe an dieser Stelle der anvisierte Mix von 60 Prozent Wohnen und 40 Prozent Gewerbe auf dem ganzen Areal nicht mehr gehalten werden könne. Auch die Tatsache, dass die Quartiersgaragen am Rand des Areals aus der Planung geflogen sind, missfällt manchem. Aus den Reihen der Grünen kommt deutliche Kritik, da es ihrer Ansicht nach hapert in Sachen Energie- und Verkehrskonzept. Auch wiederholen sie ihre Forderung nach einem besseren Anschluss des Quartiers an die Stadtmitte.

lfp

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