Stadtquartier Süd

Gemeinsam planen

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Wollen bei der Entwicklung des Quartiers an einem Strang ziehen (von links): Axel Kunze, der die Eigentümer der Bundesmonopolverwaltung für Branntwein vertritt, Jürgen Groß (Groß & Partner Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH), Erster Stadtrat Stefan Schmitt, Holger Meyer (MSM Büro), Bürgermeister Herbert Hunkel, Eicke Becker, Architekt aus Berlin, Professor Eberhard Voigt vom Empfehlungsbeirat, Uwe Hoegen, Norbert Schniotalla (Empfehlungsbeirat) und Michael Landes vom Büro Landes & Partner.

Neu-Isenburg - Gestern ist der Startschuss für die konkreten Arbeiten am Stadtquartier Süd gefallen. Von Enrico Sauda

Nachdem es so aussah, als würden einige der beteiligten Grundstückseigentümer eigene Wege gehen, hat Bürgermeister Herbert Hunkel gestern im Gebäude der Bundesmonopolverwaltung für Branntwein mitgeteilt, „dass wir heute den theoretischen Teil der Vorbereitungen verlassen, jetzt wird’s größer“.

Die Eigentümer der größten Grundstücke stellten gemeinsam mit Vertretern der Stadt eine Kooperationsvereinbarung sowie die weitere Vorgehensweise vor. Hunkel bedankte sich bei allen Beteiligten, „dass Sie so konstruktiv mitgearbeitet haben“. Das Thema Stadtquartier Süd sei in der Stadt mit vielen Emotionen verbunden. Deshalb entschlossen sich die Stadtoberen bekanntlich, die Bevölkerung in die Planung mit einzubeziehen – denn das Ziel sei, das Quartier in die Stadt zu integrieren. Die Bürgerbeteiligung beschrieb Hunkel als „sehr gut und qualifiziert“. Er lobte die „große Harmonie bei der Behandlung dieses Themas“.

Axel Kluge von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, die seit 1. Januar Eigentümerin des Grundstücks der Bundesmonopolverwaltung für Branntwein ist, meinte: „Es ist gut zu wissen, dass wir alle geschlossen vorgehen“. Er freue sich auf eine „Ehe auf Zeit“ mit der Stadt. Erster Stadtrat Stefan Schmitt bezeichnete die Veranstaltung als „großen Tag für die Stadtplanung“. Über die breite Bürgerbeteiligung hinaus wurden zudem alle Eigentümer früh ins Boot geholt. Ziel war, die Entwicklungschancen, die sich bieten, zu nutzen.

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Deshalb hat die Stadt nun eine Kooperation mit den Vertretern der Eigentümer der beiden größten Flächen abgeschlossen: Neben der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben ist es die Groß und Partner Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH, die die Eigentümer des ehemaligen Agfa-Areals vertritt. Das Abkommen stellt sicher, wie weit die Grundstücksvertreter bei der finanziellen Beteiligung an der Entwurfswerkstatt, dem weiteren Planungsprozess sowie an den städtebaulichen Folgekosten involviert sind. Zudem verpflichtet es alle Beteiligten auf die in der Stadtverordnetenversammlung verabschiedeten Ziele.

Die zweite Phase des Projektes sieht vor, dass in den kommenden Wochen auf Grundlage der beschlossenen – noch groben – Vorgaben sechs Planungsbüros Ideen für den 15,4 Hektar großen Kernbereich entwickeln. Die bilden dann die Basis für die Entwurfswerkstatt, die am 8. und 9. März über die Bühne geht. Es gehe vorrangig um Ansätze, die die Isenburger diskutieren. „In dieser Werkstatt soll ein verfeinerter Zielkorridor fürs Stadtquartier Süd entwickelt werden“, schilderte Hunkel. „Erst dann stehen die klassischen Wettbewerbe an. Es geht uns um den bestmöglichen Konsenz.“ Die Moderation der Entwurfswerkstatt übernimmt Frank Geelhaart, der in der Hugenottenstadt bereits mehrere Projekte für die Gewobau umsetzte, und bei Quartier IV sowie dem Rathauswettbewerb mitwirkte.

Zudem ist vorgesehen, dass ein Empfehlungsbeirat zu den Ergebnissen dieser Werkstatt erste Einschätzungen abgibt. Diesem Gremium gehören neben Geelhaart noch Bürgermeister Hunkel, Erster Stadtrat Schmitt, Jürgen Groß von Groß und Partner, Axel Kunze von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, Gerald Tschörner, Isenburger Experte in Sachen Immobilienwirtschaft, sowie fünf Isenburger Fachleute (Dorothee Gutmann-Hinrichs, Thomas Russ, Bernhard Schaaf, Norbert Schniotalla und Eberhard Voigt) an. Die Ergebnisse sollen zunächst dem Stadtparlament vorgestellt werden. Danach steht für den 11. April eine weitere Information der Bürger an.

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