Eigene Ideen zum Design beisteuern

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Erster Stadtrat Stefan Schmitt (links) erläutert die Pläne für das Stadtquartier Süd.

Neu-Isenburg - Sie möchten bei der Stadtgestaltung ein Wörtchen mitreden. Die Junge Union (JU) hat zum „Stadtquartier Süd“ eigens eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, und gestern fand quasi der Spatenstich für die Beackerung dieses Themas statt. Von Katrin Stassig

Der JU-Vorstand um den Vorsitzenden Milan Gerovac hatte zu einer Begehung des Areals eingeladen, das zwischen Hugenottenallee, Carl-Ulrich- und Frankfurter Straße liegt. Für diese Flächen will die Stadt bekanntlich gemeinsam mit den Bürgern Ideen entwickeln. Die Junge Union möchte auch Jugendliche in die Diskussion mit einbinden. Die Arbeitsgruppe steht nicht nur Mitgliedern offen.

Kann man junge Menschen für einen doch recht trockenen Begriff wie Stadtplanung begeistern? „Die englische Bezeichnung "civil design" klingt da vielleicht etwas interessanter“, meint Milan Gerovac. „Für alle Jugendlichen, die sich hier beheimatet fühlen, ist es ein aktuelles Thema“, ist er überzeugt. In diesem Prozess der Stadtentwicklung hätten sie die Möglichkeit, sich einzubringen und am Ende vielleicht sogar zu sehen, wie eigene Ideen verwirklicht werden. „Das ist unsere Hoffnung.“

„Es gibt einige kleine Ideen“

Und welche Vorstellung hat die Junge Union für das Gelände? „Es gibt einige kleine Ideen“, sagt Gerovac. „Aber wir wollen es uns erst einmal anschauen.“ Die Arbeitsgruppe stehe noch ganz am Anfang.

Mit ihrer Begehung haben die jungen CDU"ler auch das Interesse der älteren Generationen geweckt. Neben einigen Stadtverordneten sind die Stadträte Wolfgang Bergenthal, Erika Kimpel und Theo Wershoven mit von der Partie. Kulturdezernent Wershoven möchte beim „Nachwuchs“ für seine Idee eines Bibliothekszentrums auf dem ehemaligen Güterbahnhofgelände werben.

Erster Stadtrat Stefan Schmitt, der die gut anderthalbstündige Führung leitete, bezeichnet dieses Areal als das, welches aufgrund der Umstände am schwersten zu entwickeln sein werde. „Es ist im Besitz des früheren Investors Geeris und befindet sich derzeit im Prozess der Zwangsversteigerung.“

Geeris hatte vor seinem Rückzug das heutige „Gleis Eins“ saniert, das jedoch inzwischen leer steht. Aus verschiedenen Gründen sei es nicht gelungen, dort eine Gastronomie in Gang zu bringen, so Schmitt. Der Zwangsverwalter führe immer wieder Gespräche mit Mietinteressenten. Das Problem: Aktuell besteht ein Nutzungsverbot für den Veranstaltungssaal – es fehlt eine Lüftungsanlage.

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Hinter dem Güterbahnhofgelände auf der anderen Seite der Schleussnerstraße liegt die Bundesmonopolverwaltung für Branntwein, die Ende des Jahres ihre Niederlassung aufgibt. Nach Möglichkeit soll das alte Backsteingebäude, dem Wunsch vieler Bürger entsprechend, erhalten bleiben.

Größte Fläche innerhalb des Areals ist das Agfa-Gelände. Von der Hugenottenallee aus kann man derzeit bis zur Skyline von Frankfurt schauen. Ein Neubau kommt dort demnächst hinzu. Südlich von DuPont an der Frankfurter Straße entsteht der neue Sitz der Firma Arrow mit sieben Stockwerken.

Eine verträgliche Mischung aus Wohnen und Gewerbe, so Schmitt, soll das neue Stadtquartier Süd kennzeichnen. Dazu sei auch eine entsprechende Infrastruktur nötig: Erschließungsstraßen, Grünflächen beziehungsweise Parkanlagen, eventuell ein Kindergarten, einige Läden sowie Gastronomie.

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