Neu-Isenburg

Stadtrat von Neu-Isenburg: Auch nach zehn Jahren voller Tatendrang

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Gerne für die Stadt im Einsatz: Stefan Schmitt sagt, er habe sein Hobby zum Beruf machen können – und sieht sein Betätigungsfeld auch künftig in Neu-Isenburg.

Stefan Schmitt ist seit zehn Jahren Erster Stadtrat in Neu-Isenburg. Ein guter Zeitpunkt, um zurückzublicken.

Neu-Isenburg – Seit zehn Jahren arbeitet Stefan Schmitt (46) als Erster Stadtrat in seinem Büro im Rathaus. Eine ganze Dekade, und damit ein guter Zeitpunkt, einmal zurück zu blicken und auch einen Blick in die Zukunft zu werfen – für die Stadt Neu-Isenburg, aber auch für die Person Stefan Schmitt ganz persönlich. Der gelernte Bankkaufmann, studierte Diplombankbetriebswirt, zweifache Vater und langjährige Vorsitzende der CDU hat sich als Berufspolitiker einen Traum erfüllt: „Ich habe damit mein Hobby zum Beruf gemacht und immer noch sehr viel Freude daran. Ich kann es nur selbst kaum glauben, wie schnell diese zehn Jahre vergangenen sind“, sagt Schmitt. Seine Bilanz für die Hugenottenstadt fällt positiv aus: „Neu-Isenburg hat sich richtig gut entwickelt, hat städtisches Flair und ist nicht nur als Gewerbestandort interessant, sondern hat auch ganz viel Wohnqualität.“

Der Beginn der Entwicklung des Stadtquartiers Süd, der Name dafür sei übrigens seine Idee gewesen, fällt in die Zeit, als Schmitt das Ressort Planung unter sich hatte. „Die Entwicklung mit ganz viel Bürgerbeteiligung wurde damals sehr beachtet. Es war auch keine kleine Aufgabe mit all den Abweichungen in dem bis dahin bestehenden Flächennutzungsplan. Es wird spannend sein, es jetzt tatsächlich wachsen zu sehen“, freut sich Schmitt schon auf die neue Siedlung, deren Bau auch zu weiten Teilen in den Händen der stadteigenen Gewobau liegt.

Bei aller Freude über das Wachstum, das auch mit dem Birkengewann schon eindrucksvoll gestartet ist, warnt der Erste Stadtrat vor zu starker Nachverdichtung. Neu-Isenburg könne keinesfalls die Nachfrage der ganzen Region nach Wohnraum decken. „Kein Wachstum um jeden Preis, unsere Stadt muss ihren Charme bewahren. Wir müssen stärker als Region denken, auch deswegen sind die Verkehrsanbindungen wie die RTW so wichtig – da muss jetzt endlich was passieren. Es kann nicht sein, dass sich bei uns alles drängt und Orte in fünfzig Kilometer Entfernung veröden, sie müssen einfach besser angebunden werden“, fordert Schmitt weitere Schienenverbindungen in die weitere Rhein-Main-Region.

Als Kämmerer, als der er seit 2016 über die städtischen Finanzen wacht, blickt er mitten in der Pandemie natürlich mit etwas Sorge in die Zukunft. Covid-19 treffe Isenburg mit fast 60 Prozent Gewerbesteueranteil im Jahreshaushalt besonders hart.

„Wir hatten dieses Jahr mit 83 Millionen Euro Gewerbesteuer geplant, derzeit gehen wir von 55 Millionen Euro Einnahmen aus. Mit den gerade verkündeten Hilfen von Land und Bund würden wir voraussichtlich 25 Millionen Euro Unterstützung erhalten.“ Diese Mittel aus der Staatskasse wären eine erhebliche Erleichterung: „Damit wäre das Schlimmste für 2020 abgewendet!“, so Schmitt.

Bei der Frage, was ihm besondere Freude bereite, muss der hauptamtliche Stadtrat nicht überlegen: Es sei der vielfältige Kontakt mit den Bürgern: „Vor allem dann, wenn wir die Probleme der Leute lösen konnten. Im Sinne einer guten Dienstleistung der Stadt ist mir die Bürgernähe sehr wichtig und dass sich Leute mit ihrem Anliegen auch direkt an mich wenden können, was auch in vielfältiger Weise passiert. Sowohl persönlich und eben auch über die diversen sozialen Medien“, erklärt der Stadtrat. Die ständige Modernisierung der Verwaltung, die Digitalisierung der Abläufe und auch die Weiter-Qualifizierung der Mitarbeiter seien ihm ein persönliches Anliegen.

Höhepunkte aus den vergangenen Jahren, die Schmitt mitbegleitet hat, kann er viele benennen: Der Neubau der Kitas in der Wilhelm-Hauff-Schule oder im Birkengewann, die Sanierung des Rathauses, die neue Sporthalle im Sportpark, trotz aller Kosten die Sanierung des Hallenbades und die Zusammenführung der Bauhöfe in Dreieich und Isenburg zu DLB AöR seien spannende Projekte gewesen. „Mein ganz persönliches Highlight ist natürlich die Eisbahn im vergangenen Winter. Mal sehen, ob das 2020 auch gelingt, oder ob uns Corona zur Verschiebung auf den darauf folgenden Winter zwingt“, hat Schmitt noch ein wenig Hoffnung.

Wie sieht es denn jetzt aus mit den eigenen Karrierechancen im Rathaus? Plant Stefan Schmitt die Kandidatur zur nächsten Bürgermeisterwahl, die Ende 2021 ansteht?

So ganz explizit nimmt er die Worte „künftiger Bürgermeister“ nicht in den Mund. Aber: „Ich bin sehr gerne auch in Zukunft für die Stadt Neu-Isenburg und ihre Bürger tätig, und sehe hier in der Stadt, in der ich aufgewachsen bin, zusammen mit meiner Familie meinen Lebensmittelpunkt.“ In den vergangenen Jahren habe er politische Ämter, die sich ihm anboten – bis auf höhere Ebene und in anderen Kommunen – immer abgelehnt, weil der Fokus auf Neu-Isenburg liege. „Letztlich treffe diese Entscheidung aber nicht ich. Es ist die CDU, die sich für einen Kandidaten entscheidet und die Bürger, die ihren Bürgermeister wählen“, weiß der Erste Stadtrat.

Die anstehenden Aufgaben findet er spannend und herausfordernd. Es gelte, den Gesamtkomplex der Hugenottenhalle mit der Stadtbibliothek konzeptionell voran zu bringen – unter der Beachtung der Markt- und Wettbewerbssituation. Der Stadtumbau will weiter vorangetrieben werden und auch im Sportpark müsse etwas passieren, ein neuer Kunstrasenplatz werde dringend gebraucht.

Seine vor einigen Jahren eingebrachte Vision einer urbanen Seilbahn könnte schon bald Realität werden: „Im Regionalverband wird dieses Thema zusammen mit dem RMV und der Hochschule Darmstadt gerade sehr intensiv diskutiert. Professor Jürgen Follmann hat mit seinen Studenten eine Linienführung unter anderem über Zeppelinheim zum Waldstadion vorgeschlagen. Hier wird die Entwicklung der nächsten Zeit sicher sehr spannend und ich arbeite gerne an diesem Projekt intensiv mit“, ist Stefan Schmitt auch nach zehn Jahren noch voller Tatendrang. (Nicole Jost)

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