Stadtquartier Süd

Spatenstich für die „Neue Welt“: Wohnungen und ein riesiger Supermarkt für Neu-Isenburg

Die Visualisierungen sind vielversprechend: Die Wohnungen des Wohn- und Geschäftshauses haben Balkone und Blick ins Grüne.
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Die Visualisierungen sind vielversprechend: Die Wohnungen des Wohn- und Geschäftshauses haben Balkone und Blick ins Grüne.

Der lang ersehnte erste Spatenstich ist nur der Anfang von vielen tausend Kubikmetern Erdreich, die auf dem Weg zur „Neuen Welt“ in den nächsten Jahren verschoben werden.

Neu-Isenburg – Beherzt fassen Bürgermeister Herbert Hunkel und die beiden geschäftsführenden Gesellschafter von Groß & Partner, Peter Matteo und Jens Hausmann, zu den Spaten und wirbeln auf dem Gelände des Stadtquartiers Süd in Neu-Isenburg im Kreis Offenbach Erde auf. „Jetzt geht’s also wirklich los“, sagt Herbert Hunkel zum Start des ersten Wohn- und Geschäftshauses, das in den nächsten Monaten wachsen wird und auf 14. 400 Quadratmetern Geschossfläche Platz für 126 Mietwohnungen, einen 1850 Quadratmeter großen Edeka-Markt und Gastronomie bietet.

Das Areal liegt direkt am geplanten „Platz zur Neuen Welt“, zwischen der Schleussnerstraße, der Marie-Curie-Straße und dem Helene-Weber-Weg. Es wird fünfstöckig und erhält einen begrünten Dachgarten. Die vorgesehene Bäckerei und das Restaurant bekommen eine Außenterrasse.

Neu-Isenburg (Kreis Offenbach): „Platz zur Neuen Welt“ soll Zentrum des urbanen Lebens werden

Dieser lang ersehnte erste Spatenstich ist nur der Anfang von vielen tausend Kubikmetern Erdreich, die auf dem Weg zur „Neuen Welt“, wie die Stadt das Quartier auf dem ehemaligen Gelände der Bundesmonopolverwaltung nennt, in den nächsten Jahren verschoben werden. Bis zum Jahr 2027 wachsen auf 115. 000 Quadratmetern über 700 Wohnungen für 1700 Einwohner empor.

Durch die Ausweisung als Mischgebiet werden auch Büros, Hotels, Gastronomie, Einzelhandel und soziale Infrastruktur und 1900 neue Arbeitsplätze realisiert. Der „Platz zur Neuen Welt“ soll das Zentrum des urbanen Lebens werden und ein 6000 Quadratmeter großer, öffentlicher Park inmitten des Quartiers bildet die grüne Lunge.

Gestern setzten Peter Matteo (von links), Bürgermeister Herbert Hunkel und Jens Hausmann den ersten Spatenstich für das Stadtquartier Süd, das den Namen Neue Welt trägt – so nannten die Isenburger das Areal schon um 1900.

Die stadteigene Wohnungsbaugesellschaft Gewobau wird 37 .000 Quadratmeter der Gesamtfläche bebauen, Groß & Partner den deutlich größeren Teil des Areals. Mit dem Frankfurter Immobilienentwickler, der in der Stadt am Main gerade das Projekt „Four“ mit vier Hochhäusern verwirklicht, die DFB-Akademie realisiert, und auch in Neu-Isenburg schon das Stadttor, das Firmengebäude von Arrows und Air Plus baute, hat die Stadt einen erfahrenen Partner, der schon seit 2011 in die Planungen involviert ist. „Wir haben den Atem und die Erfahrung, ein solch großes Projekt bis zum Ende durchzuziehen“, versichert Bauingenieur Peter Matteo. „Jetzt ist es aber an der Zeit, Bauaktivität zu entwickeln.“

Kreis Offenbach: Neu-Isenburg arbeitet bereits an einem Angebot für betreutes Wohnen

Gross & Partner investieren in diesem ersten Bauabschnitt, in dem auch ein Hotel und Eigentumswohnungen unter dem Titel „Wohnen am Park“ und ein Parkhaus für über 500 Autos entstehen sollen, rund 200 Millionen Euro. Die Bauarbeiten können sie mit ihrer eigenen Baugesellschaft GP CON umsetzen und sagen dabei gleichzeitig zu, die regionalen Handwerker ins Boot zu holen. Bis alle zehn bis zwölf Teilprojekte stehen, hat das Quartier ein Gesamtvolumen von 600 Millionen Euro. Dazu kommen weitere 220 Millionen Euro, die die Gewobau für den Wohnungsbau in ihrem Haushalt einplant.

Die Isenburger können sich freuen, die Visualisierungen des ersten Gebäudes sehen vielversprechend aus: Alle Wohnungen haben einen Balkon und ein Innenhof bietet Platz für Nutzgärten im Erdgeschoss. Die Außenfassade ist modern – und nimmt die Klinkerstruktur des Ex-Bundesmonopolverwaltungsgebäudes auf. Das wird bekanntlich demnächst zu einem Kindergarten umgebaut.

Dem Rathauschef ist dieses alte Haus besonders wichtig: „Wir werden dort mit unseren Arbeiten starten. Bevor das erste Gebäude fertig ist, wollen wir hier ausreichend Betreuungsangebot für die Kinder schaffen“, betont Herbert Hunkel, der mehr als glücklich ist, dass es gelungen ist, „aus einer jahrelangen Industriebrachfläche ein solch dynamisches Projekt zu entwickeln“. An einem Angebot für betreutes Wohnen arbeitet die Stadtverwaltung auch bereits.

Projekt in Neu-Isenburg bei Offenbach: „Neue Welt“ legt Wert auf Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit steht auf der Baustelle im Fokus: Fotovoltaik, Fernwärme über die Stadtwerke und Regenwasser für die Grünflächenbewässerung sind geplant. Mit dem großen Stadtpark und dem Platz zur Neuen Welt erfährt Neu-Isenburg insgesamt eine Aufwertung. Herbert Hunkel träumt von einer belebten Markthalle, die für Aufenthaltsqualität sorgt.

Schon jetzt gibt es bei Groß & Partner Anfragen für die Miet- und Eigentumswohnungen. „Mit den Mietwohnungen gehen wir 2023 an Öffentlichkeit“, erläutert Hausmann. Die Unternehmer sprechen von „bezahlbarem Wohnraum“, sagen aber auch, dass die Preise den Kosten angepasst sein werden. Ein Schnäppchen wird es also vermutlich nicht, in der Neuen Welt zu wohnen. (Nicole Jost)

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