Flüchtlingshelfer in Neu-Isenburg

Stützen für Start ins neue Leben

+
Flüchtlingshilfe: Ein Ortstermin mit Sozialarbeiter Thomas Brand und Ehrenamtlern. Der neue Diakonie-Sozialarbeiter für Flüchtlingsfragen, Thomas Brand (stehend), gestern beim Kennenlern-Treffen im Jugendbüro.

Neu-Isenburg - Flüchtlingshilfe: Ein Ortstermin mit Sozialarbeiter Thomas Brand und Ehrenamtlern. Von Barbara Hoven 

Lesen Sie hier mehr dazu:

Warnung vor dem Lagerkoller

Mehr Platz für Flüchtlinge

Würde jemand im Lexikon den Begriff Integrationshelfer bebildern wollen, er hätte an Motiven bei Amina Annouri, 22, und Negina Gulzad, 24, die Qual der Wahl. Amina und Negina im Gespräch mit Flüchtlingen, bei Aktivitäten mit ihnen, bei der Zusammenarbeit mit Isenburgs Integrationsbeauftragter Paola Fabbri Lipsch, oder lieber beim Sprachtreff in der Stadtbibliothek, wo sie mit den Neuankömmlingen Deutsch üben? Die beiden jungen Frauen helfen ehrenamtlich mit, den Asylbewerbern aus den kriegs- und krisengeschüttelten Teilen der Erde ihrer großen Hoffnung auf ein neues, besseres Leben in Isenburg ein Stück näher zu bringen. „Man sollte die Flüchtlinge aber nicht nur als Menschen sehen, die Hilfe brauchen, sondern wir können auch so viel von ihnen lernen“, sagt Negina Gulzad. „Die Lebenskraft. Der Wille, sich durchzukämpfen. Auch die Dankbarkeit für Kleinigkeiten. “ Anfang des Jahres haben sich die Beiden beim von der Stadt initiierten Treffen zum Thema „Unterstützung für Flüchtlinge“ getroffen, seither sind sie Freunde und helfen gemeinsam, wo sie können.

Auch für Michael Kaul, der sich seit Jahrzehnten für die Flüchtlingshilfe engagiert, eine besondere Geschichte. „Ich habe Negina schon als kleines Mädchen kennengelernt und betreut, als sie mit ihrer Familie aus Afghanistan kam.“ Umso schöner sei es, zu sehen, dass die junge Frau mittlerweile selbst mit Freude aktiv mithelfe. Ehrensache, dass Amina Annouri, Negina Gulzad und Michael Kaul gestern Nachmittag dabei sind, als Thomas Brand, der neue Sozialarbeiter für Flüchtlingsfragen, offiziell den Asylbewerbern vorgestellt wird. Während draußen, gleich um die Ecke an der Friedrichstraße, die Bauarbeiter am einstigen Trafo-Haus werkeln, um dies so schnell wie möglich zum so dringend benötigten Quartier für 45 Flüchtlinge umzubauen, stellt Paola Fabbri Lipsch im Jugendbüro den Neuen vor.

Thomas Brand ist künftig für Flüchtlinge zuständig

Bisher waren die Kreis-Sozialarbeiter für Isenburg mit zuständig, wie Ingrid Koch, Beraterin für Flüchtlingsfragen beim Kreis, erläutert. Nun übernimmt Thomas Brand, der in Diensten des Diakonischen Werks steht, diese Aufgabe. Er steht künftig den aktuell knapp 80 in Isenburg lebenden Flüchtlingen und Asylbewerbern mit Rat und Tat zur Seite, hilft bei Problemen mit der Wohnung oder stellt den Kontakt her zu Vereinen, Einrichtungen oder Ärzten. Kurz: Brand ist eine weitere von vielen Stützen, die sich in der Stadt bemühen, den Menschen, die Schlimmes erlebt haben, zu helfen, wieder Boden unter die Füße zu bekommen und sich ein neues Leben aufzubauen. Es kommt viel Arbeit auf Brand zu, soviel ist klar. Bereits im November werden weitere Flüchtlinge in Neu-Isenburg ankommen. Und auch die, die bereits länger da sind, sehen sich mit Problemen konfrontiert – Langweile etwa sei ein großes Problem, wegen der oft fehlenden Erlaubnis, eine Arbeit aufzunehmen.

Brand ist 60 Jahre alt, lebt in der Nähe von Aschaffenburg und hat 25 Jahre lang als Anwalt gearbeitet, später Jugendliche aus der Türkei und Russland unterrichtet. Ab dieser Woche bietet er eine Sprechstunde an – immer mittwochs von 14 bis 17 Uhr, freitags von 9 bis 12 Uhr und nach Vereinbarung. Die Stadt hat ihm einen Raum im Jugendbüro zur Verfügung gestellt, also in unmittelbarer Nähe zu den Sprachkursen und dem Ort, wo bald viele Flüchtlinge leben werden.

Zu den ersten Isenburgern, die Brand kennen- und schätzen gelernt hat, gehört Michael Kaul. Der Neue findet nur lobende Worte für die Arbeit von Flüchtlingshilfe und Ehrenamtlichen in der Stadt, „die sind eine Riesenhilfe“.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion