Anderer Blickwinkel auf die Stadt

Susanne Müller ist die neue Stadtfotografin - Kontraste ins Visier nehmen

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Die professionelle Fotografin und Journalistin Susanne Müller ist die neue Stadtfotografin. Sie überzeugte die Jury mit ihren beeindruckenden Fotos in schwarz-weiß. 

„Ich freue mich darauf, Winkel zu entdecken, in denen ich bislang vielleicht selbst noch nicht war". Susanne Müller Die professionelle Fotografin und Journalistin Susanne Müller ist die neue Stadtfotografin. Sie überzeugte die Jury mit ihren beeindruckenden Fotos in schwarz-weiß.

Neu-Isenburg - Die Bewerbungsfotos sind beeindruckend: In schwarz-weiß hat Susanne Müller Strandlandschaften, ansprechende Architektur oder einfach nur einen wunderschönen Baum vor die Linse ihrer Kompaktkamera genommen. Der spannende Bildaufbau, das passende Spiel mit Licht und Schatten und der Ausdruck der Fotografien haben die Jury des Forums zur Förderung von Kunst und Kultur in Neu-Isenburg (FFK) überzeugt: Susanne Müller ist die Stadtfotografin 2020.

Die professionelle Hochzeits- und Unternehmensfotografin, Journalistin und Texterin hat ihr Konzept bei der Bewerbung ganz unter das Motto „Kontraste“ gestellt. „Das bedeutet für mich zum einen, dass ich mich ganz auf schwarz-weiß Fotografien konzentriere, aber auch, dass ich die Kontraste der Stadt ins Visier nehme. Und Neu-Isenburg ist ja durchaus kontrastreich, es ist laut und leise, hat ganz lebendige Veranstaltungen, aber auch ruhige Ecken in der Natur. Ich freue mich darauf, Winkel zu entdecken, in denen ich bislang vielleicht selbst noch nicht war“, berichtet die Stadtfotografin. Dabei hat sie sich vorgenommen, ausschließlich mit ihrer Ricoh-Kompaktkamera und einer 28 Millimeter Festbrennweite zu arbeiten. „Natürlich habe ich auch große Spiegelreflexkameras, aber ich mag die kleine Kamera, sie ist leicht zu transportieren, schön unauffällig und ich bin auch von der Qualität überzeugt. Mit ihr habe ich all meine Bewerbungsfotos gemacht. Die Festbrennweite zwingt mich darüber hinaus zu ein bisschen mehr Kreativität, weil ich mich ja immer bewegen muss, um mein Motiv in den Fokus zu nehmen. Ich kann ja nie stehen bleiben und heranzoomen“, erläutert Müller.

Die studierte Germanistin und Anglistin lebt seit 2011 in der Hugenottenstadt und ist aus dem Odenwald, genau genommen aus Reichelsheim, in den Kreis Offenbach gezogen. „Ich mag die Stadt und mich reizt die Nähe zu Frankfurt. Aber in Neu-Isenburg kann ich gleichzeitig Ruhe und Natur haben“, erklärt die junge Frau, dass sie sich sehr wohl fühle.

Ihre Bewerbung ist übrigens schon der zweite Versuch, als Stadtfotografin aktiv zu werden: „Frau Müller war im vergangenen Jahr schon ganz nah dran. Damals haben wir uns sehr knapp für Peter Hahn entschieden. Ich habe sie ermuntert, noch einmal Fotos einzureichen“, erklärt Kati Conrad, Vorstandsmitglied beim FFK. Die Auswahl sei ohnehin sehr schwer zu treffen, weil alle Bewerber so schöne Fotos einreichen. Der Verein habe die Regel dann dahingehend verändert, dass jeder Fotograf in zwei aufeinanderfolgenden Jahren Fotos abgeben darf. „Wir hatten jetzt fünf Bewerber zur Auswahl. Das Kontraste-Konzept hat uns überzeugt und wir freuen uns jetzt auf die Zusammenarbeit. Außerdem ist es auch gut, dass nach zwei Jahren mit Männern auch wieder einmal eine Frau hinter der Linse ist“, sagt Konrad. Was die Stadtfotografin aufnimmt, bleibt ihr überlassen. „Wir machen keine Vorgaben und sind einfach gespannt, was in dem Jahr zusammenkommt“, so Conrad.

„Ich freue mich auf Feste in der Stadt, auf Ruhe außerhalb und ich werde sicher Szenen fotografieren, die die Menschen schon kennen, die sich aber in schwarz-weiß ganz neu inszenieren lassen“, freut sich Susanne Müller schon auf die Aufgabe. Sie wird auf den Festen unterwegs sein und als Straßenfotografin aktiv zu sein. „Durch die Kamera habe ich ohnehin einen ganz neuen Blickwinkel auf die Stadt“, will sie Isenburg einmal anders erleben.

FFK-Vorsitzender Oliver Quilling ist von den Fotografien Müllers ebenfalls begeistert: „Sie werden das gesellschaftliche Leben in der Stadt begleiten und ich freue mich schon auf das Miteinander.“ Wenn Susanne Müller ihre Arbeit aufnimmt, hat der Stadtfotograf 2019, Peter Hahn, die Kamera als Stadtfotograf bereits beiseitegelegt. Der Offenbacher zeigt seine Arbeiten aber bald im Stadtmuseum. Neu-Isenburg wurde einst ja als „die Stadt im Walde“ bezeichnet. Unter dem Motto „Die Stadt im Grünen“ hat Hahn ein Jahr lang mit der Kamera festgehalten, wo die Natur heute noch in der Hugenottenstadt ihren Platz hat. Die Vernissage ist am Donnerstag, 5. März, um 19 Uhr im Haus zum Löwen.
VON NICOLE JOST

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