Pläne in Gravenbruch in trockenen Tüchern

Symbolischer Start für Rewe-Neubau und Umgestaltung der Ladengalerie

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Blick von der Straße Am Forsthaus Gravenbruch her auf das Areal, wo heute noch der Ex-Tengelmann vor sich hin zerfällt: Entstehen soll dort dieses Gebäude mit einem neuen Supermarkt (brauner Gebäudeteil unten) und darüber Wohnungen. Die Front der Forsthaus-Galerie wird abgerissen, dort soll Parkfläche entstehen.

Neu-Isenburg - Aufatmen in Gravenbruch: Nach Jahren des Stillstands und vielen fehlgeschlagenen Versuchen soll die Forsthaus-Galerie nun bald umgebaut und neu belebt werden. Auch die Pläne für den neuen Rewe-Supermarkt samt darüberliegender Wohnbebauung liegen vor.

Die Verantworlichen sprechen von einem Meilenstein für den Stadtteil. Eine der spannendsten Fragen bleibt aber noch unbeantwortet. Wenn Bürgermeister von Schandflecken in der eigenen Stadt reden, dann darf man davon ausgehen, dass wirklich etwas im Argen liegt. Und so steht Isenburgs Verwaltungschef Herbert Hunkel die Freude gestern deutlich ins Gesicht geschrieben bei diesem Ortstermin in Gravenbruch, als Rewe-Standortplaner Axel Kittler und der neue Eigentümer des Areals, Metin Altuntas, symbolisch fürs Pressefoto ihre Unterschriften unter den langfristigen Mietvertrag für den neuen Rewe gesetzt haben. „Damit verschwindet ein Schandfleck und für den Ortsteil Gravenbruch stellt dieses Projekt eine deutliche Verbesserung der Nahversorgungssituation dar“, sagt Hunkel. Außerdem sei nun „nach vielen Jahren der Ungewissheit und Tristesse“ der Startschuss für eine positive Entwicklung des gesamten Ladenzentrums gefallen.

Leerstand des alten Galerie-Teils, zwei Anläufe einer Zwangsversteigerung und so weiter: Die langwierige Vorgeschichte ist oft erzählt. Axel Kittler macht gestern deutlich, dass es vor allem Hunkels Hartnäckigkeit zu verdanken sei, dass das Ganze nun zu so einem guten Ende komme. „Seit gut zehn Jahren ist Herr Hunkel dabei und versuchte mich immer wieder zu überreden, hier einen Laden zu machen“, verrät der Rewe-Mann. Viele Szenarien, darunter einen Markt auf dem Dreiherrnsteinplatz, habe man durchdacht und verworfen. Mit dem neuen Eigentümer des Ex-Tengelmanns und der Forsthaus-Galerie, Metin Altuntas, hat Rewe nun eine Lösung gefunden.

Besitzer Metin Altuntas (von links), Bürgermeister Herbert Hunkel, Rewe-Standortplaner Axel Kittler und Erster Stadtrat Stefan Schmitt gestern vor dem Ex-Tengelmann nach der symbolischen Vertragsunterzeichnung. Unten: Der vordere Teil der alten Passage (hier links im Bild) wird abgerissen, die frei werdende Fläche, wo derzeit noch Pizzeria und eine kleine Kneipe untergebracht sind, wird als Parkplatz dienen. Der Ex-Schlecker, das Reisebüro und die Apotheke bleiben erhalten.

Doch nicht nur der Rewe-Markt wird gebaut, auch die ehemalige Forsthaus-Galerie soll neu gestaltet werden. Die ersten Pläne dazu hatte Altuntas bereits im September, auch im Ortsbeirat Gravenbruch vorgestellt. Vorgesehen ist, den alten Tengelmann und die nördliche, vorgelagerte kleine Ladenpassage abzureißen. Die Tiefgarage bleibt, lediglich oberirdisch wird alles neu geordnet.

Etwa dort, wo heute noch der Ex-Tengelmann vor sich hin gammelt, wird der neue Supermarkt entstehen. Parken sollen die Kunden künftig da, wo heute noch der vordere Arm der Forsthaus-Galerie ist. Für weitere Parkplätze wurde ein Beschluss der Stadtverordnetenversammlung gefasst, um die vor dem Ladenzentrum liegenden, derzeit für Jedermann nutzbaren Stellplätze an den Vermieter zu verkaufen – allerdings mit der Auflage, diese außerhalb der Öffnungszeiten des Ladenzentrums der Öffentlichkeit als Parkraum zu überlassen.

Abends könnten die Parkplätze gerne anderweitig genutzt werden, sagt Kittler. Aber er macht auch deutlich: Zu den Geschäftszeiten müssen sie für Kunden da sein, sonst werde die Sache nicht laufen. Ein Supermarkt, vor dem die Kunden keinen Parkplatz finden, sei ein großes Problem – „dann ist der Laden bald wieder zu“. Daher werde man während der Öffnungszeiten wohl rigoros darauf achten müssen, dass die Plätze wirklich für die Kunden frei sind. Derzeit noch bestehende Mietverhältnisse in der Galerie sollen möglichst erhalten werden, ist gestern zu hören. Angedacht sei, dass die Läden in den hinteren Galerie-Teil, beispielsweise die Ex-Schlecker-Räume, umziehen.

Die Fakten zum neuen Supermarkt: Auf 1 400 Quadratmetern Verkaufsfläche will Rewe ein Vollsortiment bieten, samt Landmarktprodukten von Anbietern aus der Region und einer Bedientheke mit Frischsortiment. Geöffnet sein soll montags bis samstags von 7 bis 22 Uhr. Über dem Markt sind 16 Wohnungen geplant: sechs 80 Quadratmeterdomizile und zehn Appartements mit je 40 Quadratmetern. Auf die für viele Gravenbrucher wohl spannendste Frage, wann endlich die Abrissbagger anrücken, gibt es jedoch auch gestern noch keine Antwort. Der Bauantrag soll in den nächsten ein bis zwei Wochen beim Kreis gestellt werden. Wenn dann in Sachen Baugenehmigung alles glatt läuft, hofft Kittler, „dass wir im Herbst anfangen können“. (hov)

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