„Es ist ein Traumjob“

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Herbert Hunkel.

Neu-Isenburg ‐ Eigentlich ist es nicht seine Sache, die eigene Person in den Vordergrund zu schieben. Und so gibt er an diesem Abend auch unumwunden zu, dass er eigentlich lieber im Rathaus sitzen und arbeiten möchte. Doch ein Bürgermeisterkandidat muss nun einmal ins Rampenlicht. Von Holger Klemm

Deshalb startete Erster Stadtrat Herbert Hunkel, der von der CDU unterstützt wird, am Montagabend vom Café Wessinger aus seinen Wahlkampf, indem er seine Homepage in Betrieb nahm.

Ich freue mich darauf, am 30. Mai zu kandidieren. Es macht mir einfach Spaß, für unsere Stadt zu arbeiten“, betont Hunkel, der das Amt des Bürgermeisters als Traumjob bezeichnet. Er habe sich nicht vorstellen können, nach dem Ende seiner Amtszeit als Erster Stadtrat zu Beginn des Jahres in den Ruhestand zu gehen. Als sein Ziel bezeichnet es der Kandidat, die erfolgreiche Arbeit, die er in den vergangenen zwölf Jahren zusammen mit dem bisherigen Bürgermeister und zukünftigen Landrat Oliver Quilling geleistet habe, fortzusetzen, ergänzt durch eigene Akzente.

Zu seinen wichtigsten Unterstützern zählt denn auch Quilling, der Hunkel im November 2008 gefragt hatte, ob er als sein Nachfolger kandidieren wolle. „Seine Kompetenz zeigt sich an seinem Lebenslauf. Hunkel ist einzigartig. Er lebt für die Stadt Neu-Isenburg wie kein anderer“, lobt der bisherige Bürgermeister.

Neue Wohnungen auf Agfa-Gelände und im Birkengewann

In wirtschaftlichen schwierigen Zeiten sieht es Hunkel als Hauptaufgabe, dass seine Heimatstadt als Familien- und Wirtschaftsstandort weiter Spitze in der Region bleibt. Deshalb soll die Fortführung der Wirtschaftsförderung Chefsache bleiben. Besonders wichtig seien baldige Fortschritte beim Shop West im Isenburgzentrum, Güterbahnhof und Agfa-Gelände. Und da stünden die Zeichen gut.

Damit das Einkommensteueraufkommen der Stadt nicht weiter absinkt, will Hunkel sich für mehr Wohnungsbau einsetzen, auch für finanzstärkere Familien. Neue Wohnungen könnten nicht nur im Birkengewann, sondern auch auf dem Agfa-Gelände entstehen. „Denn nur wirtschaftlich gesunde Unternehmen und hohe Kaufkraft erschließen wichtige finanzielle Mittel für die Aufrechterhaltung und Entwicklung des sozialen Standards in Neu-Isenburg.“ Er rechnet vor, dass der Einkommensteueranteil - Grundlage ist das Einkommen der Bevölkerung - seit 1997 kontinuierlich gesunken sei. Jährlich habe die Stadt dadurch etwa zwei Millionen verloren.

Solide Finanzpolitik soll weiter Vorrang haben

Eine solide Finanzpolitik soll weiter Vorrang haben. Eine Verschuldung gehe auf Dauer zu Lasten der Bevölkerung. Deshalb erteilte er auch Forderungen von Sportdezernent Theo Wershoven und anderer Parteien eine Abfuhr, die Sanierung des Hallenbades sofort in Angriff zu nehmen. Angesichts der Rathaussanierung und der momentanen Abwicklung von Investitionen in Höhe von 18 Millionen bezweifelt er, dass die Kommunalaufsicht da mitmachen werde. Hunkel plädiert dafür, die Sanierung zusammen mit dem Neubau der Sporthalle im Sportpark 2011 in Angriff zu nehmen. Eine weitere Verschiebung oder gar eine Schließung lehnt er aber ab. Auch der FDP-Forderung, dass Hallenbad in Sprendlingen mitzunutzen, kann der Kämmerer nichts abgewinnen. Das dortige Bad sei durch Schulen und Vereine bereits gut ausgelastet. Hunkel versteht das aber nicht als Ablehnung einer interkommunalen Zusammenarbeit, die er sich an anderer Stelle gut vorstellen kann.

Internetseite von Herbert Hunkel

Der Kandidat will zudem die Betreuung der „U3“-Kinder weiter ausbauen. 120 zusätzliche Plätze seien notwendig. Im Kulturbereich möchte er die Bedeutung der Hugenottenstadt weiter hervorheben und eine Ausstellung zum Neu-Isenburger Astronauten Thomas Reiter ins Zeppelinmuseum integrieren.

Auch wenn er von der CDU unterstützt wird, sieht sich Hunkel als parteiunabhängig. Er verspricht einen fairen Wahlkampf und sagt zu, weiterhin das Gespräch mit allen Parteien und Bürgern suchen. Wichtig sei ihm, dass das gute politische Klima erhalten bleibe.

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