Varianten zur Umgestaltung der stark belasteten Straße

Zeichen stehen auf Fahrradstraße

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Viele Pläne zu studieren: Drei Varianten zur Umgestaltung der Straße Am Trieb wurden den Anwohnern präsentiert.

Neu-Isenburg - Die Stimmung schwankt zwischen Unmut und Verständnis – letzteres zumindest für das Planungsbüro Habermehl & Follmann, das bei der Bürgerinformationsveranstaltung versucht, die Kohlen aus dem Feuer zu holen. Von Sina Beck 

Denn bisher haben die Umgestaltungspläne für die Straße Am Trieb zu Beschwerden geführt, weil Pkw-Stellplätze entfallen würden.
40 öffentliche Parkstände gibt es derzeit in der Erschließungsstraße, die direkt ans Neubaugebiet Birkengewann grenzt. Ohnehin zu wenige, wie die Anlieger finden, die sich am Montagabend in der Hugenottenhalle eingefunden haben, um sich auf den neusten Planungsstand bringen zu lassen.

Neben den begrenzten Parkplätzen wird das Nervenkostüm der Anwohner zusätzlich strapaziert: Aufgrund des Engpasses in der Offenbacher Straße ist das Verkehrsaufkommen derzeit stark erhöht, die Autofahrer halten sich nicht an die vorgeschriebenen Geschwindigkeit und hinzu kommt dann noch die Belästigung durch ständigen Baulärm.

Die Sorge ist groß, dass sich daran in Zukunft wenig ändert. Und diese Sorge kann auch von Edwin Mayer kaum ausgeräumt werden. Drei Varianten zur Umgestaltung der Straße Am Trieb stellt der Geschäftsführer von Habermehl & Follmann vor und hat dabei im Auftrag der Stadt speziell die beklagte Stellplatzsituation beleuchtet. Nicht alle Möglichkeiten seien jedoch realisierbar, denn aufgrund der schmalen Fahrbahnbreite könne der Zwei-Richtungsverkehr mit zwei Schutzstreifen für Radfahrer nicht umgesetzt werden. Auch die Idee einer Einbahnstraße in Süd-Nord-Richtung, bei der der Radweg auf dem Bürgersteig verlaufen würde, hält der Planer für ungünstig – wie auch die Bürger: „Eine Einbahnstraße wäre verrückt“, so Stimmen der versammelten Anwohner.

Schlussendlich gebe es aus planerischer Sicht nur eine sinnvolle und wirtschaftliche Variante: „Eine Fahrradstraße mit Zwei-Richtungsverkehr und einem Hinweis, beispielsweise dem ‚Anlieger frei‘-Schild“, resümiert Mayer und spricht sich damit für eine bestandsorientierte Lösung aus. Stellplätze würden dabei nicht verloren gehen, sondern drei weitere geschaffen werden. Das ist wenig Trost für die Anlieger, die klar sagen: „Es ist ein Fehler der Stadt. Bei der Planung hätte man von vorneherein eine breitere Straße berücksichtigen müssen. Platz genug wäre dafür gewesen“, findet eine Bürgerin.

Die Meinungen bezüglich der Fahrradstraße gehen zwar teils auseinander, doch am Ende herrscht die Meinung vor, dass es in dieser Form ohnehin praktiziert werde und die Straße entsprechend gelassen wird, wie sie ist. „Es gibt also nichts Neues und keine Verbesserung. Es ist eine Lösung, mit der wir eben zurechtkommen müssen“, zeigt sich die Resignation bei einem Anwohner-Ehepaar der Straße Am Trieb. „Wir sind sauer, enttäuscht, bitter. Wir können nur noch zynisch lächeln“, sagt sie frustriert und er kritisiert: „Bei jeder dieser Informationsveranstaltungen wird nur versucht, Fehler von vorher zu reparieren.“

Bilder: Tag der offenen Tür bei der Feuerwehr Zeppelinheim

Zufriedene Bürger sehen definitiv anders aus und die Frage steht im Raum, warum so etwas erst jetzt diskutiert wird. Trotzdem sei es gut, dass sich überhaupt ausgetauscht werde, findet Günter Ackermann, der seit zwölf Jahren am Trieb wohnt. Doch auch er ist der Meinung, dass das Umgestaltungskonzept nicht richtig durchdacht sei. „Aber das muss ich mir zu Hause noch mal in Ruhe angucken.“

Vielleicht der Gedanke von vielen, denn nach zwei Stunden löst sich die Versammlung schnell auf. Glücklich gehen offensichtlich die wenigsten nach Hause und haben auch nicht das Gefühl, viel schlauer zu sein. Zumindest ein Ziel der Veranstaltung wurde erreicht: Die Bürger sind auf dem aktuellen Stand der Planung – ob er ihnen nun gefällt, oder nicht.

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