Leiter verlässt Erstaufnahmeeinrichtung

Land verhandelt über Unterkunft für Flüchtlinge

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Als Dankeschön für seine Arbeit in Neu-Isenburg gab es für Ulrich Meier (Mitte) gestern von Bürgermeister Herbert Hunkel (links) und Erstem Stadtrat Stefan Schmitt einen Präsentkorb.

Neu-Isenburg - Seit das Land im September die Isenburger Dependance der hessischen Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in der Rathenaustraße eingerichtet hat, war Ulrich Meier vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) deren Leiter.

Gestern hatte der 56-Jährige seinen letzten Arbeitstag auf diesem Posten. Meier wechselt nach Nordhessen. Ungewiss ist derzeit offenbar, wie es mit der Einrichtung überhaupt weitergeht. Dass die Offenbacher Dependance der Erstaufnahmeeinrichtung möglicherweise vor der endgültigen oder vorübergehenden Stilllegung steht, hatte unserer Zeitung diese Woche berichtet. Wie gestern bei der Magistragspressekonferenz im Rathaus zu erfahren ist, laufen auch in Isenburg derzeit Verhandlungen des Landes Hessen mit dem Eigentümer der einstigen Rundschau-Hallen über eine Verlängerung des Mietvertrags. Bürgermeister Herbert Hunkel rechnet damit, dass eine Entscheidung „noch in diesem Monat“ fällt. Der Mietvertrag für Isenburg, ergänzt Meier, laufe im September aus.

Ob Land und Eigentümer sich einig werden, wird Meier aber nur noch von Ferne verfolgen: Denn für Bürgermeister Herbert Hunkel und Ersten Stadtrat Stefan Schmitt galt es gestern, Ulrich Meier zu verabschieden. Der bisherige Leiter der Erstaufnahmeinrichtung wird die Rathenaustraße verlassen und eine neue berufliche Aufgabe übernehmen. Er hat das Camp seit der Übernahme vom Katastrophenschutz im September im Auftrag des ASB geführt. Es mache ihn sehr traurig, dass Meier geht, betonte Hunkel. Es sei aber natürlich nachvollziehbar, dass der 56-Jährige sich beruflich verändern wolle. „Mit Ulrich Meier hatten wir einen sehr kompetenten Gesprächspartner, der – mit einer hohen Sozialkompetenz ausgestattet – die vielen Hilfsangebote der Isenburger Bürger, Kirchengemeinden und Unternehmen dankbar aufgegriffen hat“, so Hunkel. „Die Zusammenarbeit mit ihm hat viel Freude bereitet und war stets konstruktiv.“ Vor allem sei es Meier gelungen, mit viel Engagement und großartiger Unterstützung durch haupt- und ehrenamtliche Helfer das Camp so zu führen, „dass die Flüchtlinge sich gut aufgehoben fühlen“, betont der Rathauschef.

Bilder: Einblicke in Unterkunft für Flüchtlinge in Neu-Isenburg

Der so Gelobte, der zuvor als Berater für Krankenhäuser und Non-Profit-Organisationen gearbeitet hatte, wird eine neue Herausforderung im Krankenhausmanagement in Nordhessen übernehmen. Die Hugenottenstadt wird er in guter Erinnerung behalten: „Ich bin auf eine Welle der Hilfsbereitschaft gestoßen, wie ich sie nie erlebt habe.“ Wer nun die Leitung des Camps übernimmt, das Platz für bis zu 1000 Menschen bietet und in dem derzeit 480 Flüchtlinge leben, bleibt gestern offen. Ein Nachfolger stehe noch nicht fest, sagt Meier. Nach der Zukunft der Einrichtung gefragt, verwies RP-Sprecher Dieter Ohl gestern auf bereits Berichtetes: Die Landesregierung erarbeite derzeit ein aktualisiertes Standortkonzept. In den kommenden Wochen werde entschieden, „welche Liegenschaften – angesichts der gegenwärtig geringeren Zugangszahlen – als sogenannte Reserve-Einrichtungen (ohne Belegung) vorgesehen sind und welche Einrichtungen belegt werden“. (hov)

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