Umbau Stadtbibliothek

Bücherberge wandern in 500 Kisten

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Jetzt wird leergeräumt: Die Vorbereitungen für den Umbau der Stadtbibliothek sind in vollem Gange.

Neu-Isenburg - Jeder, der schon mal auch nur drei oder vier heimische Bücherregale aus- und wieder einsortiert hat, dürfte sich die Sache wie ein Horrorszenario vorstellen: Um Platz für den Umbau zu schaffen, hat das große Kistenpacken im Obergeschoss der Stadtbibliothek begonnen. Von Barbara Hoven

Tausende Bücher, CDs und DVDs müssen verstaut werden, die ganze Woche lang ist die Einrichtung in der Hugenottenhalle deshalb komplett geschlossen. Und doch steht gestern eine recht entspannte Jutta Duchmann zwischen Bücherbergen und 500 Umzugskisten. Dass die Bibliotheksleiterin trotz des anstehenden Umbaus noch lachen kann, sei, so betont sie, auch „unseren eifrigen Lesern“ zu verdanken. Die seien teils in überraschendem Ausmaß dem Aufruf des Bibliotheksteams gefolgt, vor der Renovierung möglichst viel auszuleihen – „und haben uns so die Arbeit sehr erleichtert“. Auch die Ausleihfrist wurde auf bis zu drei Monate verlängert. „Einer hat 140 CDs geholt, ein anderer fast 180 Medien, allerdings über mehrere Tage verteilt“, erzählt Duchmann. Erfreuliche Bilanz: Im September wurden 40.000 Medien ausgeliehen, das sei fast ein Drittel mehr als sonst. „Jetzt können wir nur hoffen, dass nach dem Umbau nicht Anfang nächsten Jahres alle gleichzeitig kommen und stapelweise Bücher zurückbringen“, sagt Duchmann und lacht.

Bleiben aber immer noch mehr als 20.000 Medien im Obergeschoss, die ausgeräumt, verpackt und während des Umbaus zwischengelagert werden müssen. Auch die alten Holzregale aus dem Jahr 1976 werden abgebaut. Ab Dienstag kommender Woche, 23. Oktober, gelten für das Erdgeschoss dann wieder die üblichen Öffnungszeiten, während im Obergeschoss bis zum Jahresende gewerkelt wird. Mit dem bloßen Aufstellen neuer, modernerer Regale, teils mit Schrägfach- oder Ausziehböden, ist es dabei nicht getan. Es gibt unter anderem eine neue Decke und W-Lan für die Besucher, „und vor allem auf das neue Beleuchtungssystem freuen wir uns“, sagt Duchmann.

Zweigstellen haben geöffnet

Nur mehr Platz gibt es vorerst nicht – die seit Jahren wegen der Raumnot des Lesetempels geführte Diskussion über Erweiterung oder gar Neubau wird wohl weitergehen. „Jedoch soll die Fläche, die uns zur Verfügung steht, künftig noch besser genutzt werden“, kündigt die Leiterin an. Geplant seien unter anderem mehr Sitzecken und getrennte Bereiche für Jugend und Senioren – da gerade diese beiden Benutzergruppen sich in der Vergangenheit öfters mal in die Quere kamen.

Mitnichten müssen die Leser in den nächsten Wochen auf alles verzichten, was sonst in der oberen Etage zu finden ist. Freunde der Zeitungslektüre etwa werden nun am Fenster im Erdgeschoss fündig, auch einiges an Lesefutter, vor allem Jahreszeit-typisches wie Kochbücher zu Weihnachten oder Reiseführer für Winterziele und auch Lernhilfen, bringt das Team solange unten unter. Außerdem gibt es weiterhin die E-Services, „und ganz real haben unsere Zweigstellen im Westend und in Zeppelinheim geöffnet“.

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