Nicht größer, aber heller und einladender:

Wiedereröffnung der Stadtbibliothek

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Gespräche in der Leseecke: „Sehr gelungen“ fanden viele Besucher die frisch renovierten, helleren Bibliotheksräume.

Neu-Isenburg - Mehr Licht, mehr Service, Lese-Inseln und Wohlfühl-Atmosphäre: Am Samstag wurde ein neues Kapitel in der Geschichte der Stadtbibliothek Neu-Isenburg  aufgeschlagen. Mehr als 100 Besucher kamen zur Wiedereröffnung des neu gestalteten Obergeschosses.

Drei Monate lang war die obere Etage für die Leser tabu, dafür haben andere dort gearbeitet. In einem wahren Kraftakt wurden Tausende von Büchern ausgeräumt und viele Regale abgebaut, dann kamen die Handwerker. „Ich war in der letzten Woche noch hier, da sah alles noch recht wüst aus, von der Decke hingen lauter Kabel“, beschreibt Erster Stadtrat Stefan Schmitt seine Eindrücke. Inzwischen sind alle Deckenleuchten samt Verkleidung erneuert worden. Dann hat das Bibliotheksteam um Leiterin Jutta Duchmann noch einmal alle Kräfte mobilisiert und 550 Umzugskartons mit 25 000 Medien wieder ausgepackt und einsortiert. „Männer waren keine dabei, die hätten ja auch nur gestört“, scherzt Duchmann. Am Samstag öffneten sich die Türen und viele der treuen Leser nahmen ihre Bibliothek wieder in Besitz.

Regale haben Rollen

Erster Stadtrat Stefan Schmitt (rechts) überreichte Bibliotheksleiterin Jutta Duchmann einen Gutschein für eine Uhr, links Kulturdezernent Theo Wershoven.

Wie Bernd Krüger. Zielstrebig geht er auf ein Regal zu, schaut kurz auf die Titel – und ist verwundert. „Irgendwas ist hier anders“, stellt er fest. So ergeht es nochweiteren Stammkunden. Bei genauerer Betrachtung fällt ihnen auf, dass der Raum viel heller wurde und die Regale nun Rollen haben. „Ach ja, dahinten ist ja eine tolle Leseecke, das habe ich immer vermisst“, hat Sabine Kendzia ihren neuen Stammplatz bereits gefunden.

Die vielen Veränderungen fallen manchen nicht sofort ins Auge, doch nach einem kurzen Rundgang sind alle positiv überrascht. „Nach fast 40 Jahren war ja mal eine Runderneuerung angebracht“, zeigt sich auch Jutta Duchmann zufrieden. Und Kulturdezernent Theo Wershoven stellt nicht nur die technischen Neuerungen heraus, sondern lobt auch das zupackende Team. Mit einer Fachfirma wurde ein Einrichtungskonzept entwickelt, ferner wurde der Medienbestand teilweise umgruppiert, um den Bedürfnissen verschiedener Nutzergruppen Rechnung zu tragen. Für alle, die mit ihrem Notebook oder Smartphone in der Bibliothek lernen und arbeiten wollen, wurde W-Lan installiert. „Obwohl die Bibliothek noch nicht größer geworden ist, konnten auf der vorhandenen Fläche neue Aufenthaltsmöglichkeiten und Raumperspektiven erschlossen werden“, betont Wershoven. Wo es früher verwinkelt und unübersichtlich war, sind nun klare Linien zu erkennen, die für schnelle Orientierung sorgen. Zeitungen und Lexika sind an gewohnter Stelle geblieben. „Die Stadtbibliothek soll ein Ort bleiben, an dem man sich gern aufhält, wo man Anstöße erhält und immer willkommen ist“, umschreibt er das Konzept. Dazu überreicht Stefan Schmitt einen Gutschein für eine Wanduhr als Zeichen für den Beginn einer neuen Zeitrechnung.

68.000 Euro Kosten

Rund 68 .000 Euro haben die rein baulichen Maßnahmen gekostet, die Inneneinrichtung schlug mit weiteren 69 000 Euro zu Buche. Die hessische Fachstelle für öffentliche Bibliotheken hat 48 000 Euro beigesteuert, 8 000 Euro kamen vom Freundeskreis der Stadtbibliothek hinzu. Die Einrichtung hat rund 4 000 Stammkunden und zählte 2012 rund 140 000 Besucher. Bis Ende des Jahres will Wershoven mögliche Schritte für eine Erweiterung konkretisiert haben und vorstellen können.

lfp

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