Isenburger zeigen große Hilfsbereitschaft in schwierigen Zeiten

Kinderzirkus Wannabe kann in Neu-Isenburg bald umziehen

Elfie und Bodhi Elliot in ihrem „Homeoffice“, wie sie das Arbeits- und Aufenthaltszelt nennen, das derzeit noch auf der Rinderwiese am Stadteingang steht.
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Elfie und Bodhi Elliot in ihrem „Homeoffice“, wie sie das Arbeits- und Aufenthaltszelt nennen, das derzeit noch auf der Rinderwiese am Stadteingang steht.

Coronabedingt konnte der Umzug des Kinderzirkus Wannabe in Neu-Isenburg im vergangenen Jahr nicht stattfinden. Nun besteht Hoffnung, auch dank der großen Hilfsbereitschaft.

Neu-Isenburg – „Hinter uns liegt ein verdammt hartes Jahr.“ Elfie Elliot, Vorsitzende des Kinderzirkus Wannabe, redet nicht um den heißen Brei. Covid19 brachte alle Pläne durcheinander. Die Kinder konnten zu kaum einem Training auf das Zirkusgelände kommen, die Aufführungen fielen genauso ins Wasser wie das Sommercamp und der schon seit 2019 geplante Umzug auf das Vereinsgelände an der Offenbacher Straße 244 musste zum wiederholten Male verschoben werden.

„Als unser Kontostand des Vereins auf 6,50 Euro stand, habe ich fast die Nerven verloren“, schildert die Vereinsvorsitzende die schwierige Situation. Der Kinderzirkus hat rund 15 Prozent der Mitglieder verloren. Elliot erklärt, dass sie das sogar verstehen kann – schließlich seien das die Beiträge der Kinder, die sonst regelmäßig zum Zirkus-training kommen. Diese Leistung können sie seit fast einem Jahr nicht mehr erbringen.

Aber die Ponys, Lamas und all die anderen Tiere, die auf dem Gelände leben, müssen auch gefüttert werden. Auf rund 600 Euro im Monat belaufen sich die reinen Futterkosten – da war noch kein Tier krank und die Kosten für das Scheren der Lamas sind in diesem Betrag auch noch nicht inkludiert. „Zum Glück steht Neu-Isenburg so hinter uns“, sagt Elliot. Immer wieder seien Menschen gekommen, haben fünf, zehn oder hundert Euro gespendet, erst kürzlich stand eine Dame mit voll beladenem Auto vor dem Zaun und kam drei Mal mit einer großen Futterlieferung. Das helfe ungemein.

Die künftige, dann dauerhafte Heimat des Zirkus ist noch im Aufbau: Hinten links das fast fertige Stallgebäude, rechts der Stall, in dem später das Winterfutter gelagert wird.

Mit einem etwas größeren Betrag hilft jetzt auch die in Isenburg ansässige Viridium Gruppe: die 1000 Euro sind bereits auf dem Vereinskonto angekommen. „Viridium und ihre Gesellschaften sind bisher gut durch die Pandemie gekommen. Dafür sind wir überaus dankbar und unterstützen an unseren Standorten besonders diejenigen, die sich lokal für das Gemeinwohl engagieren und jetzt mehr denn je auf Hilfe angewiesen sind. Als wir von den Nöten des Kinderzirkus gehört haben, war uns klar, dass wir einen kleinen Teil dazu beitragen wollen, die Sorgen des Vereins zu lindern“, sagt Heiner Reiners, Leiter Kommunikation einer der größten Lebensversicherungsgruppen im Land.

Aber wie geht es nun weiter mit den Wannabes? „Die Stadt braucht die Rinderwiese und es ist uns auch schon sehr unangenehm, dass wir immer noch hier sind. Wir tun jetzt alles, umso schnell wie möglich Platz zu machen“, verspricht Elliot.

Unterstützung gibt es dafür auch von der Stadt. Ein Mitarbeiter ist in diesen Tagen auf dem eigentlichen Vereinsgelände, um zu schauen, was noch konkret fehlt, um einen schnellen Umzug möglich zu machen. Der erste Bauabschnitt des Stalls ist fertig. „Die Bodenplatte steht und auch der Stall ist so, dass die Tiere einziehen können“, sagt Elliot. Jetzt müssen dringend die beiden Bodenbeläge für die beiden Zelte gemacht werden, eine Umzäunung, damit die Tiere sich auf dem Gelände bewegen können und eine Befestigung des Müllplatzes muss noch geschaffen werden.

Spenden

Wer den Verein unterstützen möchte: Kinder- und Jugendzirkus Wannabe e.V.

Konto Sparkasse Langen-Seligenstadt DE17 5065 2124 0045 1152 92

Andere Dinge, wie die zweite Bodenplatte und der zweite Stall, die geplanten Kompost-Toiletten, der Roundpen als Übungsgelände für die Einheiten mit den Tieren, das Dach für das Trampolin und die von der Unteren Naturschutzbehörde geforderten Bepflanzungen sind nicht umzugsrelevant und können noch erledigt werden, wenn der Zirkus schon auf dem dann endgütigen Vereinsgelände ist. „Das Roundpen beispielsweise ist schon finanziert. Wir haben dafür vom Dreieicher Weihnachtskalender eine 4000-Euro-Spende bekommen. Die Toiletten können wir mit Baustellentoiletten überbrücken, bis wir die Kompost-WCs nach und nach finanzieren können“, ist Elliot hoffnungsfroh. Wann genau der Umzug ansteht, vermag sie jetzt noch nicht zu sagen. Der März sei vermutlich noch unrealistisch, aber dann sollte das lange geplante Projekt über die Bühne gehen.

Für den Sommer wünscht sich Elfie Eliot ein Sommercamp – ob es das jedoch geben kann, steht pandemiebedingt noch in den Sternen. (Von Nicole Jost)

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