FDP hat „verwegene Idee“

Mit Untertunnelung Verkehrsprobleme lösen

Neu-Isenburg - Mit einem überraschenden Vorschlag zur Verkehrssituation wartet die FDP auf: Sie bringt die Untertunnelung auf der Achse Carl-Ulrich-/Friedhofstraße ins Gespräch.

„Wir spüren es bereits, die Zahl der Menschen in Neu-Isenburg sowie im gesamten Rhein-Main-Gebiet nimmt stetig zu. So ist es auch kein Wunder, dass der zugehörige Verkehr wächst“, schreibt Susann Guber, stellvertretende Vorsitzende der örtlichen FDP. Das habe man auch im Rathaus erkannt und denke mit dem Stadtentwicklungskonzept „Mobilität 2030“ intensiv über Gegenmaßnahmen zum prognostizierten Verkehrszuwachs von immerhin 30 Prozent in zehn Jahren nach. „Das ist auch gut so“, so Guber. Allerdings greifen nach Meinung der FDP die bisher vorgeschlagenen Maßnahmen zu kurz oder gehen mit massiven Einschränkungen für den Individualverkehr einher.

„Pförtnerampeln und die Einführung von kostenpflichtigem Parkraummanagement werden den massiven Zuwachs nicht merklich begrenzen, sondern lediglich die Nerven jener Mehrheit der Bürger strapazieren, die in aller Regel nicht auf ihr Auto verzichten können“, führt sie weiter aus. Wenn der Verkehr in dieser Größenordnung wachse, dann sollte auch groß gedacht werden „Wir haben da eine zugegebenermaßen verwegene Idee: Warum lösen wir die Verkehrsprobleme nicht in Form einer Untertunnelung Neu-Isenburgs auf der Achse Carl-Ulrich-/Friedhofstraße?“, fragt Guber.

So könnten viele Effekte erzielt werden: Eine Zerschneidung des Neu-Isenburger Ostens entfalle, eine Verkehrsbehinderung auf der Friedhofstraße würde vermieden und bei entsprechender Dimensionierung ließe sich auch das Kreuzungsproblem am Schnittpunkt Frankfurter Straße lösen. Außerdem hätte man Freiräume, um weiterhin „Grün“ in der Friedhofstraße zu erhalten.

Der Traum vom Fliewatüüt lebt - Autos auf Abwegen

Natürlich stellt sich die Frage nach der Finanzierung. „Das frage ich mich allerdings auch in Bezug auf die bereits jetzt so stark vorangetriebene Verlängerung der Regionaltangente West bis in den Osten unserer Stadt“, ergänzt der Ortsvorsitzende Dirk Stender. Über finanzielle Zahlen werde wenig gesagt und die prognostizierte Entlastung liege gerade mal bei kümmerlichen 5800 Autos am Tag. Mit einem Tunnel eröffne sich die Chance, den Verkehr von 24.000 Autos am Tag unter die Straße zu bekommen. Eine Untertunnelung habe das Stadtplanungsbüro Albert Speer & Partner vor Jahren vorgeschlagen.

Fraktionschef Thilo Seipel weist auf den Mut anderer Städte hin und nennt als Beispiele den City-Tunnel in Darmstadt oder die unterirdische Verlängerung der U-Bahn in Bonn nach Bad Godesberg. Die FDP hat eine Ideenwerkstatt unter der Leitung ihres Verkehrsexperten Jörg Müller gegründet. Interessierte sind zur Mitwirkung eingeladen. (hok)

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