SPD legt gegenüber dem Trend leicht zu, die AfD verliert

Urgesteine wieder im Neu-Isenburger Parlament

Die Wahlhelfer in Neu-Isenburg sind gestern mit dem Auszählen fertig geworden.
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Die Wahlhelfer in Neu-Isenburg sind gestern mit dem Auszählen fertig geworden.

Das ging ja doch schneller als gedacht. Bereits gestern um 12.35 Uhr liegt in Neu-Isenburg das endgültige Ergebnis der Kommunalwahlen für alle 36 Wahlbezirke vor. Eigentlich ist die Stadt vom heutigen Mittwoch ausgegangen. Doch das 120-köpfige Team im Rathaus kam bei der Auszählung zügig voran. Letztendlich gibt es nur geringe Abweichungen vom Trendergebnis, in das nur die Wahlzettel mit einem Listenkreuz eingeflossen sind.

Dreieich - Deutliche Änderungen gegenüber dem Sonntagabend weisen SPD und AfD auf. Während die Sozialdemokraten von 15,6 auf 18,2 Prozent zulegen, sinken Letztgenannte von 8,2 auf 6,8. Die Hoffnung von SPD-Spitzenkandidat Gene Hagelstein vom Wahlabend hat sich zumindest ein bisschen erfüllt, angesichts der zahlreichen kumulierten und panaschierten Stimmen „Honig aus dem Topf“ saugen zu können. In der neuen Stadtverordnetenversammlung sitzen acht SPD’ler statt der prognostizierten sieben. Doch das sind immer noch drei weniger als in der vergangenen Legislaturperiode.

Die AfD muss den Verlust eines weiteren Stadtverordneten verkraften und sitzt nur noch mit drei statt mit bisher sechs in der Stadtverordnetenversammlung.

Kaum Abweichungen gibt es bei den beiden Wahlgewinnern. Die CDU legt von 32,4 auf 32,5 gegenüber dem Trend minimal zu. Das ist ein Minus von 4,2 gegenüber 2016. Nun werden 15 Unionsabgeordnete ins Parlament einziehen, zwei weniger als bisher. Am Sonntag war man noch von 14 ausgegangen.

Die Grünen können sich über 24,4 Prozent freuen, minimal weniger als im Trend (24,6). Und das ist mit einem satten Plus von 12,5 Prozent mehr als doppelt so viel wie 2016, als 11,9 Prozent zu Buche standen. Nun gibt es elf statt fünf grüne Stadtverordnete.

Auch bei der FDP gibt es gegenüber dem Trend kaum Abweichungen (8,91 statt 9,0) Damit können sich die Liberalen über vier Sitze freuen, in den vergangenen fünf Jahren waren es drei.

Dagegen hat sich die Hoffnung der Linken auf einen weiteren Sitz zerschlagen, wie es das Trendergebnis auswies. Die Partei bleibt jedoch bei zwei Stadtverordneten. 5,6 Prozent stimmten für die Partei statt 6,32 im Trend.

Die Freien Wähler können sich nach leichten Zuwächsen gegenüber 2016 (3,61 statt 3,2 Prozent) über einen zweiten Sitz freuen. Und da wird es ein Wiedersehen mit dem ehemaligen Stadtverordneten und FWG-Urgestein Bernd Totzauer geben, der von Platz sieben auf zwei nach vorne gewählt wurde.

Mittlerweile liegen auch die Ergebnisse für die beiden Ortsbeiräte vor. Und da schafft es die SPD in Zeppelinheim, trotz Verlusten knapp stärkste Kraft zu bleiben. 33,3 Prozent votieren für die Partei, 2016 waren es noch 40,8. Die CDU folgt mit 32,5 (2016: 36,1). Deutlich zulegen können auch da die Grünen – von 14,1 auf 20,6. Auch die FDP legt zu – von 8,9 auf 13,7 Prozent. Demnach muss die SPD einen Sitz abgeben, die Grünen gewinnen einen dazu. Im Ortsbeirat haben nun SPD und CDU jeweils drei Vertreter, die Grünen zwei und die FDP einen.

Das Ergebnis ist insofern erstaunlich, da bei der Wahl zum Stadtparlament die CDU in Zeppelinheim mit 38,6 Prozent deutlich vor den Grünen (22,7), der SPD (18,7) und der FDP (9,14) liegt. AfD (5,7), die Linke (3,3) und die FWG (1,9) traten für den Ortsbeirat nicht an. Es ist zu vermuten, dass sich das gute SPD-Abschneiden im Ortsbeirat auf die Popularität des Ortsvorstehers Sebastian Stern zurückführen lässt. Der Sozialdemokrat hat das Amt seit zehn Jahren inne.

Keine Überraschung gibt es bei der Wahl zum Ortsbeirat Gravenbruch. Da kann sich die CDU mit ihrem Ortsvorsteher Edgar Fischer über 38,9 Prozent (2016: 41,4) freuen. Die SPD sinkt von 26,1 auf 21,2, während die Grünen von 13,3 auf 19,6 Prozent zulegen. Die FDP klettert von 8,5 auf 11,9 Prozent, während die AfD von 12 auf 8,6 sinkt. Die CDU hat drei Sitze, SPD und Grüne je zwei und FDP und AfD je einen Sitz. Bei der Stadtverordnetenversammlung liegt in Gravenbruch die CDU (36,2), vor SPD (19,7), den Grünen (17,7), der FDP (9,3), der AfD (8,1), der Linken (5,6) und der FWG (3,5).

Bei den Kandidatenlisten haben die Wähler doch einige Änderungen vorgenommen und einige bekannte Leute, wie Bernd Totzauer bei der FWG, kräftig nach vorne gewählt. Deutliche Sprünge verzeichnen bei der CDU Thorsten Klees (von acht auf drei), Edgar Fischer (von zehn auf vier), Steffen Eyrich (von 24 auf 9), Kati Conrad (von 16 auf zehn) und Veronika Leukroth (von 20 auf elf).

Bei den Grünen hat sich Urgestein Günther Marx auf Platz 40 aufstellen lassen. Nun zieht er auf Rang sechs erneut in die Stadtverordnetenversammlung ein. Ebenfalls auf Platz sechs springt bei der SPD der ehemalige Fraktionschef Christian Beck, der auf Platz 15 stand.

Bei der AfD rutscht Arno Groß von Platz sieben auf zwei. Kaum Veränderungen gibt es bei der FDP. Dort schafft Dr. Philip Sänger von Platz sechs auf vier den Sprung ins Parlament. Während es bei den Linken keine Überraschung gibt, sorgt die FWG für eine weitere. Der ehemalige OFC-Trainer Ramon Berndroth (Platz 15) hat nun auf Platz drei einen Sitz in Sichtweite.

Die meisten Stimmen aller Kandidaten bekommt übrigens Maria Sator-Marx von den Grünen mit 6655, gefolgt von Christine Wagner (CDU) mit 5456. (Von Holger Klemm)

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