Telekom baut Internetanschlüsse aus

Schneller surfen auch im Buchenbusch

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Neu-Isenburg - Nun also doch: Die Telekom baut die noch nicht mit FTTH-Technik versorgten Netzbereiche in Neu-Isenburg aus.

Denn während bereits seit zwei Jahren in der Kernstadt und in Gravenbruch Übertragungsraten von bis zu 200 Megabit möglich sind, weil Neu-Isenburg 2011 Hessens erste Glasfaser-Stadt wurde, waren zunächst die Bürger im Buchenbusch ausgeklammert vom superschnellen Internet. Wegen der Vielzahl der frei stehenden Häuser lohne sich der Glasfaser-Ausbau dort nicht, hatte ein Unternehmenssprecher damals bei der ersten Projektvorstellung erläutert, aber auch einen Ausbau zu einem späteren Zeitpunkt nicht ausgeschlossen.

Seither gab es viele Gespräche zwischen Stadt und Unternehmen, Betroffene sammelten Unterschriften, um ihrem Wunsch nach schnellerem Netz Nachdruck zu verleihen. Gestern nun haben bei der städtischen Magistratspressekonferenz Telekom-Vertreter die weiteren Pläne vorgestellt für den ergänzenden Ausbau, um die Bereiche zu versorgen, die nicht ans FTTH-Netz angeschlossen sind.

VDSL-Geschwindigkeit im Einsatz

Zum Einsatz kommt diesmal die sogenannte Vectoring-Technik, mit der die VDSL-Geschwindigkeit bei der Datenübertragung auf bis zu 100 Megabit pro Sekunde beim Herunterladen verdoppelt werden kann. Beim Heraufladen vervierfache sich das Tempo sogar auf bis zu 40 Megabit pro Sekunde, erläutert Volker Ackermann vom Infrastrukturvertrieb der Telekom. Das sei besonders wichtig, „weil die Menschen das Internet heute aktiv nutzen und immer mehr Fotos, Videos und Musik uber das Netz austauschen“. Rund 2 400 Haushalte im Bereich Buchenbusch und Erlenbachaue sollen bis Ende des Jahres die neue Technik bekommen, bei der die Telekom vom „Datenturbo auf dem Kupferkabel“ spricht. Dagegen sind die bisherigen Leitungen eine Schnecke – bei sechs Megabit pro Sekunde beim Herunterladen liege der Wert derzeit im Buchenbusch, beim Upload gerade mal bei einem Megabit.

„Eine gute Infrastruktur ist die Grundlage fur die Zukunftsfahigkeit unserer Stadt“, sagt Erster Stadtrat Stefan Schmitt. Er freue sich sehr, dass die Telekom die Bürger im Buchenbusch erhört habe und auch dort ihr Netz nachrüste. Auch der Ausbau in den Restgebieten von Neu-Isenburg, etwa entlang der Hugenottenallee im Gewerbegebiet Süd, sei in diesem Zuge mit vorgesehen.

Rund vier Kilometer Glasfaserleitungen

Damit die Daten künftig noch schneller fließen, wird die Telekom rund vier Kilometer Glasfaserleitungen neu verlegen und so die Multifunktionsgehäuse im Ausbaugebiet mit Glasfaserkabel anbinden. Neun dieser grauen Schaltkästen am Straßenrand werden neu aufgestellt – beziehungsweise über bestehende Stationen, wo das geht, ein größeres Gehäuse gestülpt. Auf dem letzten Stück zwischen dem Verteilerkasten auf der Straße und dem Wohnungsanschluss werden die Signale bei der Vectoring-Technik dann jedoch weiterhin auf einer Kupferleitung übertragen. Für die Bürger heißt das: Je länger die Leitung, desto langsamer das Internet.

Viel an Tiefbauarbeiten werde es diesmal nicht geben, sagt Ackermann. Etwa 1050 Meter Tiefbau im Bereich öffentlicher Gehwege sei nötig, „das wird eine sehr ruhige, unaufgeregte Geschichte werden“. Gebuddelt werde auf den Grundstücken nicht, auch bauliche Maßnahmen an Haus oder Wohnung seien nicht nötig. Sichtbar blieben für die Isenburger nur die neuen, größeren grauen Kästen an der Straße.

Kosten für Ausbau trägt die Telekom

Die Kosten für den Ausbau trägt die Telekom; die Stadt hat zugesagt, die notwendigen Genehmigungen zeitnah zu erteilen. „Doch gibt’s nicht in der Erlenbachaue schon superschnelles Internet?“, wird nun mancher fragen, der dort wohnt und bei dem bereits gearbeitet wurde. Ja, es werde durchaus Überschneidungen geben, erläutert Ackermann. „Das heißt, mancher Kunde kann dann aus dem Vollen schöpfen, vom alten DSL-Anschluss bis zur FTTH-Technik ist bei ihm dann alles möglich“. Das betreffe aber nur wenige Häuser.

Doch trotz aller Neuerungen der Firma mit dem magenta-farbenen Logo: Zunächst bleibt bei jedem Kunden der DSL-Anschluss, wie er ist. Wer auf die neue Technik zu neuen Konditionen wechseln will, muss selbst aktiv werden und umbuchen.

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hov

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