Mobile Jugendhilfe erweitert Angebot

Mit Problemen klar kommen

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Martina Patrcevic betreut Jugendlichen, die ohne Perspektive sind.

Neu-Isenburg - Der Verein Mobile Jugendhilfe (MoJa) erweitert sein Angebot. Zusätzlich zu den Streetworkern und dem Café Zukunft gibt es nun auch das Programm „Jugend stärken im Quartier“. Zuständig dafür ist die Diplom-Sozialpädagogin Martina Patrcevic. Von Holger Klemm

Das Vorhaben steht unter dem Motto „Niemand wird zurück gelassen“. Schon seit Jahren möchte der Verein MoJa das Angebot „nachhaltiger“ ausgestalten. Schließlich werden die Probleme nicht dadurch gelöst, dass Jugendliche aus dem öffentlichen Blickfeld verschwinden. Viele von ihnen, die die Streetworker regelmäßig antreffen oder die das Café Zukunft besuchen, haben Probleme und kommen damit alleine nicht klar.

Um Jugendliche ohne günstige Zukunftsperspektive anzusprechen und sie auf den Weg in Ausbildung und Arbeit zu begleiten, hat die Stadt sich zusammen mit dem Kreis und den Kommunen Dreieich, Dietzenbach und Langen erfolgreich für das Bundesprogramm „Jugend stärken im Quartier“ beworben. Neu-Isenburg gehört nun zu den 180 Kommunen, die durch die Mittel des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Bundes gefördert werden, um ihre Jugendsozialarbeit auszubauen.

Neu-Isenburg hat sich für die „aufsuchende Jugendarbeit“ entschieden und den Verein MoJa damit beauftragt. Zum Team gehört nun auch Martina Patrcevic. Ihre dreiviertel Stelle wird durch die beantragten ESF- und Bundesmittel finanziert. Die Diplom-Pädagogin bringt viel Erfahrung in der Jugendarbeit mit, insbesondere im Übergang von der Schule in den Beruf mit.

„Wir wollen Jugendliche auflesen, bevor sie durchs Netz fallen“, beschreibt sie die Aufgabe. Dabei ist sich die Diplom-Pädagogin im Klaren, dass damit ein schwieriger und langer Weg verbunden ist. So früh wie möglich möchte sie Kontakt zu Schulverweigerern bekommen und erfahren, wo ein Ausbildungsabbruch droht. Deshalb ist eine enge Kooperation mit Schulen, aber auch das Gespräch mit den Eltern wichtig. Hinzu kommen regelmäßige Beratungsangebote im Jugendzentrum Gravenbruch und nach Bedarf in anderen Einrichtungen und Vereinen.

Über aufsuchende Arbeit, mobile Beratung und Kontaktaufnahme abends im Café Zukunft versucht sie diejenigen zu erreichen, die keine Lust mehr auf Schule haben oder nicht wissen, wie sie an Arbeit oder Ausbildung kommen können. Das Projekt schließt die Lücke zwischen Schulsozialarbeit und der Jugendberufshilfe. Dazu gehört natürlich eine enge Zusammenarbeit mit dem Jugendbüro.

Um Jugendliche zu motivieren, eine berufliche Perspektive und persönliche Lebensziele in Angriff zu nehmen, stehen zudem Mittel für sogenannte Mikroprojekte bereit. Patrcevic hat schon eine Reihe von Ideen. Dazu zählt die Mitarbeit im RepairCafé, einem weiteren Angebot des Vereins MoJa, das am Donnerstag, 31. März, startet.

Die Diplom-Pädagogin hat ihr Büro ebenso wie das Jugendbüro in der Hugenottenallee 88. Sie ist dort unter s 365440 zu erreichen.

Zum MoJa-Team zählen auch die beiden Streetworker Sela Güsel und Alexej Rytschagow, die sich abends um Jugendliche auf der Straße kümmern. Hinzu kommt das Café Zukunft, das außer sonntags von 18 bis 24 Uhr geöffnet ist und sich zu einem beliebten Treffpunkt für Jugendliche in der Innenstadt entwickelt hat. Auch junge Flüchtlinge, für die der Fitnessraum besonders attraktiv ist, und Neubürger nutzen die Einrichtung. Dafür stehen Mitarbeiterinnen mit afghanischem Migrationshintergrund und entsprechenden Sprachkenntnissen bereit.

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