Majer Szanckower zu Gast

Verwalter der jüdischen Friedhöfe

Neu-Isenburg - Majer Szanckower, der Verwalter der jüdischen Friedhöfe in Frankfurt, ist anlässlich des internationalen Holocaust-Gedenktages am morgigen Mittwoch (27.) in Neu-Isenburg zu Gast.

Um 20 Uhr berichtet er bei einer Gedenkveranstaltung in seinem Vortrag „Aufgewachsen im DP-Lager Föhrenwald“ über seine ersten Kindheitsjahre. Die Veranstaltung im Saal der Musikschule im Alten Goethegymnasium (Hugenottenallee 82) wird musikalisch vom Kretschmer-Casselmann-Duo gestaltet. Die Geschichte von Majer Szanckowers Familie ist, wie die vieler europäischer Juden, geprägt von Flucht, Exil und Neuanfang. Seine Eltern kamen nach dem Krieg aus der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland. Ihre Familien waren im Holocaust ermordet worden, sie selbst hatten alles verloren. Zuflucht fanden sie in den sogenannten Lagern für „Displaced Persons“, die die Amerikaner im Nachkriegsdeutschland einrichteten. In einem solchen Lager wurde Majer Szanckower 1947 in Berlin geboren. Seine Kindheit verbrachte er in einem Lager in Föhrenwald, wo er umgeben von jiddischer Sprache aufwuchs. 1957 kam er mit seiner Familie nach Frankfurt und lebt dort bis heute. Als Verwalter der jüdischen Friedhöfe sorgt er dafür, dass jedes verstorbene Gemeindemitglied nach jüdischem Ritus beerdigt wird.

Organisiert haben die besondere Veranstaltung die Stadt, das Stadtarchiv, die Marktplatzgemeinde und die Jüdische Volkshochschule Frankfurt. Zudem ist derzeit die Ausstellung „Ein Leben aufs Neu: Jüdische Displaced Persons auf deutschem Boden 1945-1948“ in der Alten Goetheschule zu sehen.

Der Jüdische Friedhof in Berlin

hov

Rubriklistenbild: © dpa

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