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Watt-Club wider breitere Autobahnen

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Neu-Isenburg - „Wozu noch breitere Autobahnen?“, fragt der Watt-Club. Die Bürgerinitiative für die Energiewende in Neu-Isenburg nimmt Stellung zur Debatte um einen schnelleren Ausbau der A3, die diese Woche deutlich an Schwung gewonnen hat.

Dass der Kreistag Offenbach fordere, „die ohnehin breite Piste der A3 zwischen Frankfurt-Süd und Hanau auf acht Spuren zu erweitern“, stößt dem Watt-Club sauer auf. Nicht nur angesichts der globalen Klimaschutzziele erscheine dieses Vorhaben absurd: „Zweifellos verursacht die ungünstige Gewerbe- und Siedlungsstruktur unserer Region weit mehr Mobilität als in vergleichbaren Ballungsräumen. Und obendrein ist der Anteil des Autoverkehrs unverhältnismäßig hoch“, schreibt der Club. Und schlussfolgert: „Also bedarf es nicht breiterer Pisten, sondern eines klugen Konzepts, um den Autoverkehr zu mindern. “.

Ohnehin litten die Anrainerkommunen der A3 – vor allem Neu-Isenburg – an den immensen Lärm- und Schadstoffemissionen dieser Verkehrsachse, gebündelt mit dem Flugverkehr. „Wenn gegen 24 Uhr nach den letzten Ausnahmelandungen endlich das Nachtflugverbot wirkt, bleibt die permanente Lärmkulisse der Autobahn“, schreibt die Initiative. Und fordert: Statt die Piste zu verbreitern, sollte ein lärm- und auch schadstoffsenkendes Tempolimit gelten – „damit nicht nur den Isenburgern wenigstens eine kurze Nachtruhe gegönnt ist“.

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Die leidigen Autostaus, so meint der Watt-Club, „werden nicht durch geringe Kapazitäten der Fernstraßen verursacht. Vielmehr fehlen ausreichende Zugverbindungen, zumal in Ost-West-Richtung, also etwa zwischen Hanau und dem Flughafen“. Einvernehmlich, so fordert der Club, sollten Politik, Verkehrsverbund und Nahverkehrsgesellschaften „das Angebot von Bus und Bahn endlich am gesamten Verkehrsbedarf orientieren, und nicht nur an der Zahl der Fahrgäste, die derzeit freiwillig aufs Auto verzichten“.

Grundsätzlich aber bedürfe es einer intelligenten regionalen Strukturpolitik – „denn der ausufernde Verkehr resultiert wesentlich aus der unkoordinierten Ansiedlung von Gewerbe und Wohnquartieren“. Nach Meinung der Initiative sollte „nahe den bevorzugten Wirtschaftsstandorten mehr bezahlbarer Wohnraum entstehen“. So sei es wünschenswert, „wenn viele der Einpendler, die in den Isenburger Gewerbegebieten arbeiten, eine erschwingliche Heimstatt in den künftigen Wohnvierteln Birkengewann und Südquartier fänden“. Nicht Gewerbesteuerhebesätze, sondern strukturelle Gesichtspunkte wie die Nähe zwischen Wohnen und Arbeiten sollten über die Gewerbeansiedlung in der Region den Ausschlag geben, findet der Club – und ergänzt: „Gerade die Stadt Neu-Isenburg könnte einen spürbaren Beitrag zu optimierten regionalen Strukturen leisten.“

Letztlich hänge aber der Autoverkehr – also auch auf der A3 – von den Präferenzen der Bürger ab: „Solange das ÖPNV-Angebot als unzureichend und zu teuer empfunden wird, bleibt es bei den üblichen Mobilitätsgewohnheiten. Daher ist die Kostenwahrheit der Schlüssel zur Verkehrswende.“

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