Wegweiser zu mehr Sicherheit

Neu-Isenburg ist Modelkommune zur Vorbeugung von Kriminalität

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Diverse Akteure der Stadt zeigten sich gestern angetan vom hessischen Sicherheitsprogramm „Kompass“, dem nun auch Neu-Isenburg als Modelkommune angehört. Das Bild zeigt (vorne, von links) Cornelia Marburger und Andrea Ziegler (beide städtischer Fachbereich Ordnung und Sicherheit), Bürgermeister Herbert Hunkel, Innenminister Peter Beuth, Polizeipräsident Roland Ullmann, Ersten Stadtrat Stefan Schmitt, Susanne Wendt, die Leiterin der Isenburger Polizeistation, sowie (hinten, von links) Schulsozialarbeiter Matthias Vogel und den Landtagsabgeordneten Hartmut Honka.

Neu-Isenburg - In der Stadt gibt es bereits diverse Präventionsprojekte. Nun kommt mit „Kompass“ eine Landesinitiative hinzu, deren Ziel es ist, hessische Städte zu ermutigen, Sicherheitsprobleme vor Ort gemeinsam mit Polizei und Bürgern anzugehen.

Gestern hat Innenminister Peter Beuth die Hugenottenstadt als eine von drei neuen „Kompass“-Kommunen begrüßt. In der Bevölkerung gebe es vielerorts eine Diskrepanz zwischen dem subjektiven Sicherheitsempfinden und den Fakten der Kriminalstatistik, war gestern Nachmittag beim Pressetermin im Rathaus zu hören. Das Land Hessen reagiere aber schon seit längerem auf das latente Unsicherheitsgefühl – und habe auch deshalb unter dem Dach des Innenministeriums das Programm „Kompass“ (der Titel steht für „Kommunalprogramm Sicherheitssiegel“) aufgelegt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Prävention. Das Projekt lief bislang in vier Pilotkommunen, darunter auch Hanau. Gestern nun reiste Innenminister Peter Beuth persönlich herum, um mit Neu-Isenburg, Niedernhausen und Büdingen drei weiteren Kommunen die Erstausstattung für das „Kompass“-Sicherheitssiegel zu überbringen.

Ziel des Projekts ist es, für „mehr Sicherheit“ Kommunen und Polizei unter Beteiligung der Bürger noch enger zu verzahnen. Es sollen individuelle Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit in der Kommune entwickelt und umgesetzt werden. „Es gibt keinen besonderen Anlass, dass wir uns für das Programm beworben haben, wir wollen nur noch besser werden“, betonte Bürgermeister Herbert Hunkel. Das Stadtoberhaupt verwies auf zahlreiche gut funktionierende Präventionsmaßnahmen, die es bereits gebe, um die Sicherheit der Bürger in der Hugenottenstadt zu gewährleisten. Als Beispiele nannte er die Schulsozialarbeit, die Jugendeinrichtungen, die Mobile Jugendarbeit mit den Streetworkern, den Freiwilligen Polizeidienst, aber auch das Info-Café, das sich um Onlinemobbing kümmere.

„Unsere Polizei leistet eine hervorragende Arbeit, dies schlägt sich auch im Rückgang der Straftaten, aber insbesondere in der Aufklärungsquote nieder“, betonte Minister Beuth. „Aber trotz dieser objektiven Zahlen gibt es ein subjektives Gefühl, dass es noch weiteren Bedarf gibt.“ Hier verwies der Minister auf den Rückgang der „vollendeten Wohnungseinbrüche“, dies sei jedoch auch Erfolg der Bürger, die durch entsprechende Präventivmaßnahmen – aufgrund von Beratungen durch die Polizei – die Einbrüche entsprechend erschwert hätten. Dennoch gebe es weitere Felder, die man verbessern könne. „Ich denke beispielsweise an die Planung eines Neubaugebiets, hier sollte man neben den Bürgern auch Fachleute der Polizei hinzuziehen, denn diese erkennen sofort, wo es dunkle Ecken und unübersichtliche Stellen gibt“, nannte Beuth ein mögliches Tätigkeitsfeld. „Kompass“ biete den Kommunen eine individuelle Aufarbeitung ihrer Problemstellungen. „Wir erwarten von den Kommunen aber auch ein aktives Mitwirken und werden ihnen auf den Zahn fühlen“, sprach Beuth die Erwartungshaltung des Innenministeriums an.

Zahl der Straftaten 2017 um fast 10 Prozent gesunken

Und was bedeutet die Aufnahme bei „Kompass“ nun konkret für Isenburg? Zunächst soll es ein „Einstiegsgespräch“ mit vielen Beteiligten geben, danach soll der Präventionsrat die Wünsche bündeln, die dann im Rahmen einer „städtischen Sicherheitskonferenz“ auf eine mögliche oder gar notwendige Umsetzung geprüft werden sollen. „Dieses Programm passt sehr gut in unser Vorhaben der Schaffung einer Stabstelle für Sicherheit“, gab Ordnungsdezernent Stefan Schmitt dem Minister schon mal eine Info mit auf den Weg. „Wir haben aktuell keine Problemzonen, aber wir wollen noch mehr tun, um unseren Bürger ein noch besseres Sicherheitsgefühl zu geben“, bedankte sich Hunkel bei Beuth für die Aufnahme ins Programm. (lfp)

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