Weichen für die Zukunft gestellt

Peter Ploch Modelleisenbahn
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Peter Ploch, Vorsitzender des Modell-Eisenbahnclubs, freut sich über den neuen Platz für seinen Verein und die beiden Waggons, die in neuen alten Farben erstrahlen.

Neu-Isenburg - Der Seilzug im Technikraum des Stellwerks zwischen Schleussnerstraße und Carl-Ulrich-Straße Ecke Hugenottenallee funktioniert perfekt. Und das, obwohl er aus dem Jahr 1903 stammt und etliche Gebrauchsspuren aufweist.  Von Enrico Sauda

Mit ihm kann man die Schranke an der Schleussnerstraße betätigen, aber das machen wir jetzt lieber nicht“, sagt Peter Ploch und kann sich ein breites Grinsen nicht verkneifen. Für den 70-jährigen Vorsitzenden des Modell-Eisenbahnclubs und die 45 Vereinsmitglieder ist „schon so etwas wie ein Lebenstraum in Erfüllung gegangen“.

Ploch steht in dem unteren Raum des Stellwerks, wo der Zug so ziemlich das einzig Historische ist, was nach den Renovierungsarbeiten der Club-Mitglieder übrig geblieben ist. „Rund 700 Stunden Eigenarbeit haben wir investiert“, rechnet Ploch vor. Zwei Jahre lang werkelte ein harter Kern von etwa zehn bis 15 Mitgliedern an und in dem zweigeschossigen Häuschen. Das obere Stockwerk wollen sie für Ausstellungen nutzen, während der frühere Technik- zu einem Lagerraum mutiert.

Das frisch renovierte Stellwerk

Gemeinsam mit den beiden Waggons, die rechts und links vom Stellwerk stehen werden, soll es später das Zentrum des Kreisels bilden, der dort entstehen soll. Ploch ist nicht nur glücklich über die neue Situation, sondern auch erleichtert. „Wir wussten nicht, was mit unserem Club geschieht, wenn die Bahn das Gelände aufgeben würde“, erzählt er. Schließlich standen der rote und der grüne Eisenbahnwagen bis vor etwa zwei Jahren noch am ehemaligen Kunstbahnhof, dem heutigen Lokal „Gleis Eins“. Vor vier Jahren bereits habe Ploch sich nach einem neuen Platz umgeschaut – am Bahnhof und an der Straßenbahnhaltestelle – „doch das war alles zu kompliziert“.

2006 erhielt der Club dann das Nutzungsrecht am Stellwerk. „Wir haben uns bereit erklärt, das Haus zu renovieren. Dabei hat uns die Stadt das Material zur Verfügung gestellt“, berichtet Ploch, der sehr froh ist, dass die Stadt dem Verein zur Seite stand.

Auch die Idee, mit Stellwerk und Waggon den künftigen Kreisel zu schmücken, „kam von den Verantwortlichen bei der Stadt“. Die Verkehrsinsel soll im nächsten Jahr entstehen. Zurzeit sind vorbereitende Arbeiten im Gange, und die Stadt wartet noch auf die Zusage für einen Landeszuschuss.

Doch das schmälert die Freude der Modelleisenbahner nicht. Am Samstag, 12. September, ab 13 Uhr wollen Ploch und seine Vereinskollegen das neue Gelände der Öffentlichkeit präsentieren.

Die Gäste können dann nicht nur über die zwei in Schuss gebrachten Räume und das renovierte Gebäude staunen, auch die beiden Waggons strahlen in neuem Glanz. Etwa 60 Stunden arbeiteten einige Mitglieder ein halbes Jahr lang daran. Nötig war‘s, weil die historischen Wagen – der rote wurde 1928 gebaut, der grüne 1943 – arg vom Rost befallen waren. Den Lack hat der Verein übrigens eigens nach Originalmischung herstellen lassen.

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