Noch bis zum morgigen Sonntag in der Hugenottenhalle

WeinTage Neu-Isenburg locken mit edlen Tropfen

Sie hoffen auf einen guten Besuch der WeinTage am Wochenende: Die Vertreter der Weinstände (links) Karl Kulick (GroßUmstädter Weininsel), Petra Ryan (Bergsträßer Winzergenossenschaft), Ottmar Lang (Weingut Lang, Ingenheim) und Karl Lielacher (Bad Vöslau) stoßen mit Bürgermeister Herbert Hunkel bei der Eröffnung an.	Fotos: postl
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Sie hoffen auf einen guten Besuch der WeinTage am Wochenende: Die Vertreter der Weinstände (links) Karl Kulick (GroßUmstädter Weininsel), Petra Ryan (Bergsträßer Winzergenossenschaft), Ottmar Lang (Weingut Lang, Ingenheim) und Karl Lielacher (Bad Vöslau) stoßen mit Bürgermeister Herbert Hunkel bei der Eröffnung an.

Im Sommer musste erneut das beliebte Neu-Isenburger Weinfest auf dem Rosenauplatz pandemiebedingt abgesagt werden. Als Ersatz wurden die WeinTage organisiert, die noch bis zum morgigen Sonntag, 10. Oktober, in der Hugenottenhalle über die Bühne gehen.

Neu-Isenburg – Die Hugenottenhalle mit dem erweiterten Foyer ist festlich hergerichtet – und alle warten auf die Gäste der WeinTage. Das Team um Gordana Petkovic hat sich viel Mühe gemacht, um alles bestens vorzubereiten. Doch die Resonanz zur Eröffnung am Donnerstagabend ist verhalten. Das kann sich ja am Wochenende ändern.

Als Anreiz hat die Stadt kurz vor dem Start den Eintrittspreis von fünf Euro in einen Verzehrgutschein umgewandelt. Und die Auswahl an Weinen kann sich sehen lassen.

Da Winzer aktuell noch mit der Weinlese beschäftigt sind, sind vor allem Vertreter von Winzergengenossenschaften vertreten. Diese fungieren als „Weinhändler“ und sind von den Arbeiten in den Weinbergen unabhängig. Ein großes Lob gebührt der österreichischen Partnerstadt Bad Vöslau, die nicht nur mit ihrem Stand, sondern auch mit dem Weinbauer – und Stadtrat – Karl Lielacher nach Neu-Isenburg gekommen ist.

Bürgermeister Herbert Hunkel geht in seiner Eröffnung auf die Entstehungsgeschichte ein. Als im Juni die Entscheidung zum beliebten Weinfest auf dem Rosenauplatz anstand, standen die Zeichen noch nicht gut. Doch allein mit einer Absage des Traditionsfestes wollte man es dieses Jahr nicht bewenden lassen. „Aus dem Kreis unserer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen kam dann die gute Idee, die auch kurzfristig den jeweils aktuellen Corona-Regeln angepasst werden kann“, so Hunkel. Mit einer Veranstaltung in einem geschützten Raum sind alle Auflagen einfach besser zu erfüllen. Mit vier Weinständen, reichlich Platz für maximal 250 Gäste sowie einer großen Bühne für die Live-Bands sind die Voraussetzungen für schöne Nachmittage und Abende in geselliger Runde geschaffen.

In seinem Rundgang lässt Hunkel jeden Anbieter zu Wort kommen. Karl Lielacher aus Bad Vöslau empfiehlt den Blauen Portugieser, der einst von einem Grafen aus Porto mitgebracht wurde. Aber auch der Goldmuskateller sei mehr als einen Schluck wert. „Ich war bis heute Mittag noch bei der Weinlese und bin jetzt hier – morgen früh geht es dann im Weinberg weiter“, schildert Ottmar Lang. Der Besitzer des gleichnamigen Weinguts in Ingenheim sieht sich geradezu „verpflichtet“, dabei zu sein. „Wenn ich mal was beim Weinfest von der Stadt wollte, bin ich immer bestens unterstützt worden, das muss man honorieren“, so Lang. Seine Empfehlung sind Grau-und Spätburgunder. Vor zwei Jahren haben Petra Ryan und ihr Mann die Vertretung der Bergsträßer Winzergenossenschaft übernommen. „Wie wäre es mal mit einem Roten Riesling?“, verweist sie auf ein neues Angebot. Karl Kulick von der Weininsel Groß-Umstadt gehört schon zum „Inventar“ des Isenburger Weinfests, wie er selbst sagt. „Ich kann unseren Cabernet-Sauvignon oder die Riesling-Auslese empfehlen, wer einmal genippt hat, der kauft gleich eine Flasche.“

Auch bei den WeinTagen darf eine Kunstausstellung im Foyer nicht fehlen. Dort gestaltet die junge Künstlerin Eileen Herres ihre erste große Soloausstellung. „Ich habe schon als Kind gemalt und deshalb vor eineinhalb Jahren meinen absoluten Lebenstraum erfüllt.“ Die freischaffende Künstlerin ist von der klassischen Kunst besonders begeistert und reist dreimal im Jahr nach Italien. „Auf dieser Grundlage arbeite ich weiter an meinem persönlichen Stil.“

Und was sagen die Besucher? „Es ist viel zu wenig Werbung gemacht worden. Die Buchung über das Internet hat nicht funktioniert und das Ticket-Center ist ja nur für wenige Stunden geöffnet“, bedauern Angelika und Rolf-Peter Szebedits. „Ich finde die Atmosphäre einfach perfekt, es gibt genügend Auswahl an Weinen, dazu eine musikalische Unterhaltung und vor der Tür noch einen mobilen Verpflegungsstand – was will man denn mehr?“, wirbt dagegen Jochen Rebsch für den Besuch.

Die Öffnungszeiten sind heute von 12 bis 15 und 17 bis 24 Uhr sowie morgen von 17 bis 22 Uhr. Täglich gibt es Live-Musik. Karten sind auch an der Tageskasse erhältlich. Es gilt die 3G-Regelung. Ein Lichtbildausweis ist notwendig.

Von Leo F. Postl

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