„Weiterer Fluglärm nicht akzeptabel“

Neu-Isenburg ‐ „Stellen Sie sicher, dass Fluglärm die Menschen im Umfeld des Flughafens nicht krank macht!“ Diesen eindringlichen Appell hat Bürgermeister Herbert Hunkel (parteilos) am Donnerstag an seine Zuhörer im Hessischen Landtag gerichtet. Von Katrin Stassig

Im Rahmen der öffentlichen Anhörung „Flughafenmonitoring und Gesundheitsschutz im Ballungsraum Rhein-Main“ hat Hunkel die Stellungnahme der Stadt Neu-Isenburg vor den Mitgliedern des Ausschusses für Wirtschaft und Verkehr sowie des Ausschusses für Arbeit, Familie und Gesundheit im Landtag vorgetragen.

Hunkel bezeichnete das Thema Fluglärm als eines der wichtigsten und dringendsten unserer Zeit – es stehe bei der Stadt wie auch den Bürgern ganz oben auf der Agenda. Isenburg lasse jährlich die Fluglärmbelastung durch ein unabhängiges Institut messen. „Wir sind die einzige Kommune im Umfeld des Flughafens und in Hessen, die seit 2000 regelmäßig Fluglärmmessungen durchführen lässt“, betonte Hunkel.

Für ein striktes Nachtflugverbot

Am 8. November 2009 um 19.32 Uhr wurde der Höchstwert von 90,3 dB(A) erreicht. Im Schnitt werden die Isenburger 1,3 mal pro Nacht vom Fluglärm aufgeweckt. „Bei gekipptem Fenster ist etwa 212 Minuten am Tag die Kommunikation gestört.“

„Schon diese wenigen Zahlen machen deutlich, dass der Fluglärm für viele Menschen in Neu-Isenburg unzumutbar ist“, sagte Hunkel. Er plädierte gegen einen weiteren Ausbau des Flughafens und für ein striktes Nachtflugverbot zwischen 22 und 6 Uhr. Weiterer Fluglärm sei für die Bürger aber nicht akzeptabel.

Auch die Änderung der Flugrouten aus dem Maßnahmenpaket Aktiver Schallschutz lehnt die Stadt ab, weil dadurch eine zusätzliche Belastung für den Stadtteil Gravenbruch entstehe. Die Idee, die dem Paket zugrunde liege, die Belastungen gerechter zu verteilen, „darf nicht dazu führen, dass am Ende alle viel Fluglärm abbekommen und niemand mehr in der Region seine Nachtruhe genießen kann.“

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