Wichtige Orte der Begegnung

Kulturbüro befasst sich mit Zukunft der Huha und der vielen Feste

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Plakate lassen im Huha-Foyer derzeit Gastspiele der Stars Revue passieren. Bei der Vernissage wurden eifrig Erinnerungen ausgetauscht.

Neu-Isenburg - Die Hugenottenhalle besteht seit 40 Jahren. Welche Stars und Sternchen in dieser Zeit zu erleben waren, daran erinnert eine Plakatausstellung. Nun wird der Zustand der Halle überprüft, denn sie soll saniert werden. Und auch beim Thema „Feste“ hat das Team des Kulturbüros dieses Jahr einiges an Arbeit auf der Agenda.

In Isenburg wird gerne und viel gefeiert. Manche meinen: Fast schon zu viel. „Ich denke aber, die Feste haben ihren Sinn“, sagte der ehrenamtliche Kulturdezernent Theo Wershoven (CDU) jüngst beim Jahrespressegespräch des Kulturbüros. Die Attraktivität und das Image der Stadt zu steigern, sei ein Ziel der Stadtbelebung. Und attraktiv werde eine Stadt eben auch dadurch, dass sie ihren Bürgern die Möglichkeit zur freien Entfaltung gebe, Interesse wecke und Möglichkeiten zur Begegnung schaffe. „Feste sind Gelegenheiten, durch die eine Stadt sich definiert und Gemeinsamkeiten erlebbar macht“, so Wershoven.

In Zeiten wachsender städtischer Sparbemühungen habe das Kulturbüro nun den Auftrag erhalten, „zu überprüfen, wo man sparen könnte“ – beispielsweise in Form eines hie und da reduzierten Festumfangs „oder indem manches Fest nur alle zwei Jahre gefeiert würde“. Den Auftrag habe man natürlich angenommen, sagt Wershoven. „Aber ich sage deutlich: Wir möchten nicht darauf verzichten, denn die Feste sind wichtig für den Zusammenhalt in der Stadt.“ Es werde möglicherweise einige zeitliche Veränderungen im Festkalender geben und an der ein oder anderen Stelle einen neuen Schwerpunkt, „aber in der Tendenz bleiben wir dabei“.

Apropos Treffpunkt: Auch die Hugenottenhalle ist natürlich Thema, als die Vertreter der Fachbereiche Kultur und Sport Bilanz ziehen zu 2016 und auf 2017 blicken. Die Halle, die bekanntlich dieses Jahr 40 wird, sei für die Isenburger viel mehr als ein Ort, an dem Konzerte anzuhören sind oder Theater gespielt wird – sie sei auch ein Ort der Begegnung: „Ein Treffpunkt für alle, die sich unterhalten und Kunst und Kultur genießen wollen, ein Haus von Bürgern für Bürger.“ Wershoven erinnert daran, dass dort zum Beispiel auch die Vereine der Stadt häufig feiern.

Die Huha sei als Kulturangebot in der Region und als Treff für die Bürger gut etabliert, sagt Wershoven, obgleich es einen nicht unerheblichen Konkurrenzdruck durch diverse Hallen in der Region gebe. Dennoch habe die Huha eine Auslastung von 86,8 Prozent im vergangenen Jahr gehabt. Das sind sechs Prozent mehr als im Jahr 2015, wie Huha-Chef Thomas Leber ergänzt. Dass die Einnahmen aus Vermietungen trotzdem gesunken sind gegenüber dem Jahr 2015 – und zwar um 10.000 Euro auf 200.000 Euro – führt Leber darauf zurück, dass es 2016 viele kostenlose Angebote wie die Übertragung der WM-Spiele oder Bürgerversammlungen gab. Den Veranstaltungstempel lässt sich die Stadt bekanntlich auch einiges kosten: Rund eine Million Euro zahlt die Kommune pro Jahr inklusive Programm, Personal und Bauunterhaltung.

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Und was ist mit der Modernisierung, über die schon seit so vielen Jahren diskutiert wird? Das Gebäude werde nun auf die Substanz hin überprüft, berichtet Wershoven. Es könne sein, dass der Veranstaltungstempel „in den nächsten fünf bis acht Jahren ein anderes Gesicht bekommt“, formuliert der Kulturdezernent vorsichtig.

Am vergangenen Wochenende war aber erst einmal ein schöner Rückblick angesagt bei der Eröffnung der Ausstellung „Stars in der Hugenottenhalle“: Anlässlich des 40. Geburtstags der Halle erinnern Plakate im Foyer bis zum 6. Februar an die wichtigsten Konzerte und die größten Superstars. „Sterne“ mit so bekannten Namen wie Hans-Joachim Kuhlenkampf oder Rudi Carrell auf dem Boden im Foyer zeigen den Weg zu jenen Stars, die sich seit der Eröffnung des Kulturtempels hier ein Stelldichein gegeben haben. Die Plakate an den vielen Stellwänden zeigen eine subjektive Auswahl, wie es Thomas Leber bezeichnete. „Wir haben noch so viele weitere Plakate im Archiv, aber irgendjemand musste es ja schließlich entscheiden“, verwies Leber auf seine Kollegin Gordana Petkovic, die mit ihrem Team schließlich eine Auswahl getroffen hat. (lfp / hov)

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