Neuer Beschilderung und Kontrollen

Wider das wilde Parken in der Friedensallee

Neu-Isenburg - Es ist ein altbekanntes Problem, gegen das die Stadt nach Kräften vorgeht: Abgestellte Wohnmobile, Anhänger und LKW in der Friedensallee sind nicht nur manchem Anwohner ein Dorn im Auge.

Wer öfter mal die Friedensallee entlang fährt, konnte sie in der Vergangenheit kaum übersehen: Abgestellte Wohnmobile, Anhänger, Sprinter und Lkw bestimmten dort auf Höhe Tannenwald-Zugang und Hotel Wessinger nicht selten das Straßenbild. Einige Fahrzeuge dürfen dort stehen, einige nur zeitweise und andere haben gar nichts dort verloren. Gemeinsam ist indes allen, dass sie Anwohnern, Passanten und auch der Stadt auf die Nerven gehen.
So ist das „wilde Parken am und im Stadtwald“, wie er es formuliert, auch nicht unbedingt das Lieblingsthema von Leser Wilhelm S., auch wenn er sich immer wieder damit befasst. Denn der Isenburger, der auf dem Weg zur Arbeit quasi täglich durch die Friedensallee fährt, beobachtet seit längerem, was dort so alles parkt. „Einige Fahrzeuge und Anhänger verweilen wochenlang an der gleichen Stelle, sie verstellen notwendige Parkfläche und andere Verkehrsteilnehmer sind gezwungen, auf dem Radweg zu parken“, berichtete S. bereits vergangenen Sommer.

Eine Isenburger Spezialität ist das Problem nicht; bundesweit häufen sich die Klagen über das Zuparken von Wohngebieten. Und auch für Isenburgs Ersten Stadtrat Stefan Schmitt (CDU) sind Beobachtungen dieser Art nicht neu, er hat das Thema seit längerem auf dem Schirm – und macht sich regelmäßig selbst vor Ort ein Bild von der Situation. „Die Sensibilität für das Thema ist da und wir tun dagegen, was wir können“, sagt Schmitt.

Immer wieder gab und gibt es Kontrollen. Im Fall der Nordseite der Friedensallee hat die Stadt mittlerweile auch so reagiert, wie es Städte bei sich häufenden Hinweisen aus einzelnen Ecken üblicherweise tun, und das Parkschild Mitte Januar durch die Einschränkung „Nur für Pkw“ (Foto) ergänzt.

Das habe auch geholfen, hat Schmitt beobachtet. Als er jüngst wieder vorbeigefahren sei, habe kein einziger Illegaler dort gestanden. Wie aus dem Ordnungsamt zu erfahren ist, wurden vorher – nämlich im Zeitraum von August 2017 bis zur Aufstellung der neuen Beschilderung am 23. Januar – auf der Nordseite der Friedensallee 35 Anhänger und Wohnanhänger überwacht. Lediglich in zwei Fällen sei die 14-tägige Abstelldauer überschritten worden und es konnten Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet werden.

Seitdem das „Parken nur Pkw“ Mitte Januar aufgestellt wurde bis in die erste Februarwoche seien 14 Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet worden, „in zwei Fällen kam es zu Abschleppmaßnahmen“. Man werde auch weiter regelmäßige Kontrollen vornehmen und Anhänger, Wohnanhänger sowie Wohnmobile entsprechend verwarnen. „Wir gehen davon aus, dass sich die Situation durch die weiteren Kontrollen entschärfen wird“, so Andrea Ziegler, Leiterin des Fachbereiches Sicherheit, Ordnung und Straßenverkehrsbehörde.

Diesen Eindruck hat der Isenburger S. bisher allerdings nicht. „Außer dem neuen Straßenschild ‘Nur für Pkw’ hat sich an der Situation nicht viel geändert“, berichtet er vor einigen Tagen. Vom Wohnmobil mit Überlänge über ein Baufahrzeug bis hin zu diversen Sprintern reichen die jüngsten Beobachtungen. S. formuliert das so: „Es ist nach wie vor ein reges Stehen.“

Was ihn besonders stört, ist gar nicht „die Hin- und Herparkerei dieser Riesenfahrzeuge“, sondern der Sicherheitsaspekt. Wegen seiner Beobachtung nämlich, „dass der Fahrradweg häufig zugestellt ist“. So müssten die Radler teils ausweichen, weil die Wege für sie verstellt seien.

Diese Park-Unfälle sind absolut verrückt

Klar ist: Für die Stadt ist das Thema auch immer ein Kampf gegen Windmühlen; wird an einer Straße das Parken neu geregelt, hat das einen Verdrängungsprozess in die benachbarten Straßen zur Folge. Und überhaupt: Die gesetzlichen Regeln sind vertrackt, rechtliche Handhabe gegen Sprinter oft kaum möglich. Bei Kleintransportern etwa gilt: Sind die als Pkw zugelassen, dürfen sie auch die dafür vorgesehenen Parkflächen nutzen. Und bei Lkw ist Laster nicht gleich Laster. Es gilt: Fahrzeuge mit mehr als 7,5 Tonnen Gesamtgewicht sowie Anhänger mit mehr als zwei Tonnen Gesamtgewicht dürfen in reinen Wohngebieten zwischen 22 und 6 Uhr nicht parken. An Sonn- und Feiertagen ist das Parken ganztätig verboten. Die Regelung soll die Anwohner nicht vor optischen Störungen durch diese Fahrzeuge oder vor Parkplatzmangel schützen, sondern vor allem vor unnötiger Ruhestörung. Erlaubt ist das Parken hingegen in Industrie- und Gewerbegebieten sowie den sogenannten Mischgebieten. Allerdings enthält die Straßenverkehrsordnung eine Einschränkung für das Verbot: Untersagt ist nur das regelmäßige Parken. In Ausnahmefällen darf der Brummi also durchaus im Wohngebiet stehen.

Generell stellen Lkw-Fahrer ihre Gefährte nicht nur an der Friedensallee illegal ab, sondern auch in einigen Zufahrts- und Umgehungsstraßen Isenburgs. Dort kontrolliert die Stadt ebenfalls regelmäßig.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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