Versammlung Ende Januar

Wirbel nach ungültiger Vorstandswahl beim TuS Zeppelinheim

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Peter Scholz nun wieder TuS-Vorsitzender

Neu-Isenburg – Unschöne Nachrichten aus Zeppelinheim: Nach fast 30 Jahren als Vorsitzender der Turn- und Sportgemeinschaft Zeppelinheim (TuS) hatte Peter Scholz im vergangenen Jahr die Vereinsgeschicke an Halil Altindag abgegeben. Von Nicole Jost

Jetzt stellt sich heraus: Die Vorstandswahlen am 25. Mai 2018 sind nicht rechtens und die Mitglieder müssen die Vorstandswahlen wiederholen. „Das ist wirklich sehr unglücklich gelaufen“, betont Scholz. Er selbst hat sich in den vergangenen Monaten komplett aus dem operativen Vereinsgeschäft zurückgezogen. Der neue Vorstand hat es dann ein bisschen vertrödelt, den personellen Umbruch beim Amtsgericht anzumelden: Erst zum 5. September gab es die offizielle Eintragung des neuen Vorsitzenden in der zuständigen Behörde in Langen.

Von dort kam auch am 7. November die Nachricht: Die Wahl ist wegen eines Satzungsverstoßes ungültig, es gab eine Beschwerde eines Mitglieds.

Die Vorstandswahl im Mai 2018 mit rund 60 Mitgliedern sei „etwas chaotisch“ gewesen, räumt der ausgeschiedene Vorsitzende ein. Die Versammlung hatte die komplette neue Vereinsführung offen mit Handzeichen gewählt. „Daran gab es zu diesem Zeitpunkt auch keine Kritik – obwohl in der Satzung schon formuliert ist, dass der Vorsitzende und sein Stellvertreter eigentlich geheim gewählt werden müssen“, erläutert Peter Scholz.

Zunächst lief alles in geregelten Bahnen: Motiviert sei das Team rund um Altindag in die Vereinsarbeit gestartet. Gemeinsam wollte man den 350 Mitglieder zählenden Verein mit seinen zehn Sparten in die Zukunft führen. Die Mitgliederzahlen und auch die Finanzen waren in den vergangenen drei bis vier Jahren nicht mehr ganz so stabil, in der Abteilung Fußball hakte es ein wenig.

„Ich empfand das handelnde Team als engagiert, auch wenn man an der ein oder anderen Stelle vielleicht den Gesamtverein etwas mehr im Blick hätte behalten müssen. Aber grundsätzlich haben sie eine gute Arbeit geleistet“, ist Scholz überzeugt.

Intern gab es dennoch Ärger. Ohne dass der ehemalige Vereinsvorsitzende zu sehr ins Detail gehen will: Es hakte offensichtlich an der Kommunikation zwischen den gewählten Vertretern. Die Anzeige bei der Langener Behörde kam dann auch als Folge dieser Unstimmigkeiten aus den eigenen Reihen.

„Wir haben vom Amtsgericht mehrere Handlungsoptionen aufgezeigt bekommen. Wir haben dann die Möglichkeit genutzt, die ungültige Wahl zurückzunehmen. Der neue und der alte Vorstand haben den notwendigen Antrag bei Gericht unterschrieben“, betont Peter Scholz, dass zumindest in dieser Sache dann im Sinne des Vereins Einigkeit geherrscht habe.

Damit liegt die Verantwortung wieder bei dem erfahrenen Vereinschef der TuS Zeppelinheim. Für Peter Scholz ist das aber in jedem Fall nur ein vorübergehender Zustand: „Keine Frage, der Verein liegt mir am Herzen. Und ich möchte auch, dass diese 62 Jahre währende Tradition auf den besten Weg gebracht wird. Aber ich stehe nicht mehr zur Verfügung“, stellt er sehr klar.

Für Freitag, 25. Januar, um 19 Uhr haben Peter Scholz und der Schriftführer Robert Wagner zur außerordentlichen Mitgliederversammlung ins Bürgerhaus Zeppelinheim eingeladen. Der jetzt wieder amtierende Vereins-chef hofft auf größtmögliche Beteiligung aus den Reihen der Mitglieder. Wer genau der neue Vorsitzende werden soll und in welcher Zusammensetzung der komplette Vorstand gewählt werden kann, ist zwei Wochen vor der Neuwahl nach Aussage von Scholz noch nicht geklärt. Es stünden noch ein paar wichtige Gespräche bevor.

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Kurzinterview mit Dr. Halil Altindag

Halil Altindag, der im Mai vergangenen Jahres gewählte und jetzt wieder abgesetzte Vorsitzende der TuS Zeppelinheim, äußert sich auf Anfrage unserer Zeitung ebenfalls zur nun nötigen Neuwahl.

Wie konnte es zu den Schwierigkeiten mit dem im Mai neu gewählten Vorstand kommen?

Zum einen hätten wir uns früher um die Umtragung des Vorstands beim Amtsgericht kümmern müssen. Außerdem hätten wir geheim wählen sollen. Dieser Fehler ist leider passiert, ich hatte mich nicht um die Satzung gekümmert. Aber nur, weil Leute im Verein unzufrieden waren, wurde es überhaupt bei Gericht angezeigt. Da wurde versucht, ein Schlupfloch zu finden. Das ist natürlich schade. Aber wir bringen das jetzt mit einer Neuwahl in Ordnung.

Werden Sie bei der Wahl wieder für den Vorsitz des Vereins zur Verfügung stehen?

Ja, ich werde mich erneut zur Wahl stellen. Und auch die meisten des im Mai neu gewählten Vorstandsteams haben ihre Zusammenarbeit signalisiert. Es gab jetzt auch keinen riesigen Streit, der eine weitere Zusammenarbeit unmöglich macht. Wir werden unseren Weg gemeinsam weiter gehen.

Wie ist der Plan für die Zukunft der Tus Zeppelinheim?

Wir haben in den vergangenen Monaten schon Gutes in die Wege geleitet, um den Verein für die Zukunft auf solide Beine zu stellen. Wir haben alle Lust, gemeinsam etwas zu bewegen. Das werden wir jetzt anpacken.

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