Wohin mit den Streetworkern?

+
Von außen kein schöner Anblick und auch von innen dringend sanierungsbedürftig: Das ehemalige Trafohaus an der Friedrichstraße/ Ecke Hugenottenallee. Die Kosten für eine Renovierung sind jedoch extrem hoch.

Neu-Isenburg ‐ Das Präventionsprojekt „Mobile Jugendhilfe“ soll unter Trägerschaft der Turn- und Sportgemeinschaft (TSG) auf unbefristete Zeit fortgesetzt werden. Über eine entsprechende Vorlage stimmen die Stadtverordneten in ihrer nächsten Sitzung am kommenden Mittwoch ab. Von Katrin Stassig

Ein Problem stellt noch die Raumsituation dar. Die Streetworker und ihre Schützlinge sind derzeit im ehemaligen Kinderhaus an der Friedrichstraße untergebracht. Dort gibt es mit dem Sporttraining und dem Café Zukunft zwei Angebote für Jugendliche, ihre Freizeit zu verbringen und sozialpädagogische Beratung in Anspruch zu nehmen. Die Streetworker arbeiten eng mit dem städtischen Jugendbüro zusammen.

Die Räume im ehemaligen Kinderhaus reichen der Mobilen Jugendhilfe jedoch nicht mehr aus. „Die platzen dort aus allen Nähten“, berichtet Bürgermeister Herbert Hunkel (parteilos). Eigentlich war geplant, dass die Streetworker mit dem Sport- und Trainingsprogramm ins benachbarte Trafohaus der Stadtwerke umziehen. Ein Umbau des Gebäudes würde jedoch etwa 600 000 Euro kosten. Eine Summe, über die auch der Bürgermeister erschrocken ist. „Das habe ich mir anders vorgestellt“, räumt Hunkel ein. Er habe mit Kosten von etwa 200 000 Euro gerechnet.

„Es bleibt noch ein Haufen Geld“

Einige Firmen haben nach Angaben des Bürgermeisters ihre Unterstützung zugesagt, wollen Farbe zur Verfügung stellen, kostenlos Leitungen herausreißen oder Fußboden verlegen. Einige Arbeiten könnten eventuell in Eigenleistung von den Jugendlichen übernommen werden. „Trotzdem bleibt noch ein Haufen Geld“, so Hunkel.

Im Obergeschoss des Trafohauses ist der Ping-Pong-Club beheimatet. Die rund 270 Quadratmeter großen Räumlichkeiten sind ebenfalls sanierungsbedürftig. Die Planungen der Stadt hatten vorgesehen, dass die Streetworker für ihr Sportangebot aus Kickboxen, Thaiboxen und Boxen das etwa 320 Quadratmeter große Erdgeschoss benutzen.

Ein Erbpacht-Vertrag wäre denkbar

Ein Problem ergibt sich auch daraus, dass sich das Trafohaus im Besitz der Stadtwerke befindet. Wer bezahlt die Sanierung? Mietet die Stadt das Gebäude anschließend an? Ein Erbpacht-Vertrag wäre denkbar.

Die Suche nach neuen Räumen für die Mobile Jugendhilfe ist im Fachausschuss für Familie, Jugend und Soziales verblieben. Es werden Alternativen gesucht und geprüft. Ein völlig anderer Standort ist für den Bürgermeister eigentlich keine Option. Mit dem Jugendcafé und dem Club Voltaire sind rund um das Kinderhaus viele Angebote für Jugendliche angesiedelt. Hunkel spricht von einem guten Neben- und Miteinander, das sich dort entwickelt habe.

Nichtmitglieder können auch mitmachen

„Ich bin optimistisch, dass wir eine Lösung finden“, betont der Bürgermeister. „Erst mal ist wichtig, dass das Projekt weitergeht.“ Der Vorstand der TSG hat der unbefristeten Verlängerung bereits zugestimmt. Die Vereinbarung enthält eine sechsmonatige Kündigungsfrist jeweils zum Jahresende.

Die TSG hat eine neue Abteilung „Freizeitsport und Mobile Jugendhilfe“ gegründet. Sie übernimmt die Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die bisher über die „städtische Sportschule“ ihren Aktivitäten nachgegangen sind. Mitgliedsbeiträge werden damit künftig nicht mehr an die Stadt, sondern an die TSG bezahlt. Weiterhin gibt es eine Regelung, dass auch Jugendliche, die nicht Mitglied im Verein werden wollen, am Sporttraining der Mobilen Jugendhilfe teilnehmen können.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare