Workshop: Sicherer Umgang mit dem Internet

Bei jedem Klick lauern Gefahren

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Wie einfach Bilder im Netz landen, die so nicht der Realität entsprechen, konnten die Buchenbusch-Schüler beim Eltern-Kind-Workshop gleich ausprobieren. Hera, Lara und Acelya zeigen auf dem Tablet ihren selbst gestalteten Trickfilm zum Thema „Hunger“. Den haben sie kinderleicht erstellt – mit einer App.

Neu-Isenburg - Zwielichtige Seiten, Datenschutz-Fallen und undurchsichtige Urheberrechte – im Internet lauern für Kinder viele Gefahren. Von Leo F. Postl 

Um den Nachwuchs und seine Eltern gemeinsam im kindersicheren Umgang mit dem Netz zu schulen, veranstaltet die Grundschule Buchenbusch einen Workshop. Die Grundschule hat sich der Hochbegabung und „Medienbildung“ verschrieben: Die Schüler nutzen das Netz nicht nur privat, sondern das sogenannte Internet-ABC ist fester Teil ihres Lehrplans.

Beim Eltern-Kind-Nachmittag, den Anna Rafraf, IT-Beauftragte der Grundschule, organisiert hat, geht es darum, wie Kinder sich im Netz auf die Suche nach Informationen begeben können – und nur das finden, was für sie relevant und verträglich ist. „Kinder sind wissbegierig, haben einen unaufhaltsamen Drang, immer wieder Neues zu erforschen. Das ist auch in Ordnung, doch sie sollten die Antworten auf ihre Fragen so erhalten, dass sie diese auch verstehen“, sagt Rafraf.

Die bekannteste Suchmaschine Google weiß zwar (fast) alles – doch sind die Informationen, die sie liefert, auch dem Alter entsprechend aufbereitet? „Keinesfalls. Es gibt viele gesetzliche Vorgaben, womit junge Menschen in Berührung kommen dürfen oder auch nicht. Doch wer kontrolliert das Internet?“, fasst Rafraf das Kernproblem zusammen. Es gebe kindgerechte Suchmaschinen im Internet und man könne das Medium, das das Kind nutzt, – ob Handy, Laptop oder klassischer Computer – daraufhin einstellen. Doch das müsse man wissen – und herausfinden, wie man ein Gerät so konfiguriert, beschreibt Rafraf.

Um Eltern die Gefahren im Internet aufzuzeigen, die sie oft selbst aus Unwissen nicht erkennen, bietet die IT-Beauftragte den Internet-Workshop für Jung und Alt an. Dafür hat Rafraf zwei Pädagoginnen des Vereins „Blickwechsel“, einer anerkannten Institution für Medien- und Kulturpädagogik, eingeladen. „Wir haben erst einmal die Kinder gefragt, wo sie schon entsprechende Berührung mit dem Internet haben, da kam aber recht wenig“, schildert Sabine Geder. Als die Expertinnen Stichworte geben, wird allen schnell klar, dass ohne Internet kaum was geht. „Wichtig ist es, Kindern aufzuzeigen, wie Botschaften im Internet erstellt werden“, betont ihre Kollegin Claudia Raabe. Eine wichtige Lektion: Nicht alles, was im Netz steht oder was man dort sieht, sollte man gleich glauben.

Um den Kindern das zu veranschaulichen, dürfen sie mit ihren Eltern mit einer Trickfilm-App selbst einen „Film“, also eine bewegte Botschaft zum Thema Hunger erstellen. Dafür dient ein Foto einer verdorrten Landschaft als Hintergrund. Davor positionieren die Teilnehmer ein paar Figuren, die sie bewegen und schaffen so eine Realität, die es gar nicht gibt. Da staunen alle nicht schlecht.

Sechs Keyboard-Apps für Smartphone-Vielschreiber

Nebenbei macht Mats ein Selfie, im Hintergrund sind weitere seiner Mitschüler zu sehen – und schickte dies an einen Freund. Dieser macht, was alle tun: Er schickt es weiter. „Hast du gefragt, ob deine Mitschüler damit einverstanden sind, wenn sie morgen in der anderen Klasse die Runde machen?“, spricht Raabe das Thema nach dem Datenschutz an. „Kinder sind spontan und erkennen meist nicht die möglichen Problematiken. Es liegt an den Pädagogen und Eltern, hier einzuwirken“, betont ihre Kollegin Geder. Die Medienpädagogin weiß aber auch, dass Eltern selten die Zeit dafür haben oder sich nicht gut genug auskennen. „Also liegt eine große Verantwortung bei uns an der Schule, deshalb kümmern wir uns“, betont Anna Rafraf. Sie hofft, dass die Grundschüler und ihre Eltern viel von dem Tag mitnehmen.

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