Wünsche und Ideen für’s Quartier

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Herbert Hunkel, Silke Dillenberger, Dieter Popp (Futour), Dagmar Mayerhofer (Ipach und Dreisbusch) und Karin Miller (Futour) präsentieren die Ergebnisse der Bewohnerbefragung und erste Ideen für die Neugestaltung.

Neu-Isenburg - „Als wir vor 35 Jahren hierher gezogen sind, war alles wunderbar, jetzt würden wir dies mit Sicherheit nicht mehr tun“, beschreibt Christa Robig ihre Stimmung. Von Leo F. Postl

Doch wie viele andere Bewohner im Isenburger Westend will sie in ihrem Alter die Strapazen eines Umzuges nicht mehr auf sich nehmen und lebt so mit dem kleineren Übel.

Der Stadtverwaltung sind die Problematiken bekannt, sie kann aber nicht überall eine Verbesserung bewirken. „Wir würden ja gerne an verschiedenen Stellen eingreifen, doch auf den größtenteils privaten Flächen sind uns auch die Hände gebunden“, erläutert Erster Stadtrat Herbert Hunkel. Neben der Nassauischen Heimstädte ist der Bauverein Darmstadt einer der größten Eigentümer von Grundstücken und Gebäuden.

Unter dem Projekt „Gestaltungsleitbild“ soll nun im Bereich zwischen der Alicestraße und dem Bahnhof eine groß angelegte Veränderung erfolgen. Unter Federführung der Stadt Neu-Isenburg sowie dem Stadtteilbüro der Nassauischen Heimstätte unter Leitung von Silke Dillenberger wurde in Zusammenarbeit mit dem Landschaftsplanungsbüro Ipach und Dreisbusch und dem Büro Futour eine Umfrageaktion gestartet – denn auch die Wünsche der Anwohner sollen in die Umgestaltung einfließen.

Bei einer Bürgerversammlung wurden nicht nur die Ergebnisse der Befragung vorgestellt, sondern in Workshop-Gruppen weitere Vorschläge aus der Bevölkerung eingebracht und daraus erste Initiativmaßnahmen erarbeitet worden.

Rund 30 Bürger hatten sich zur Präsentation der Befragungsergebnisse im Bildungszentrum West eingefunden. Landschaftsarchitektin Dagmar Mayerhofer (Büro Ipach und Dreisbusch) präsentierte zunächst die aktuelle Situation, danach die Zielsetzung.

Demnach gibt es im Programmgebiet rund 10,5 Hektar Freifläche, die zum größten Teil aus „Abstandsgrün“ bestehen. „Informelle Wege (Trampelpfade), Zäune, veraltete Spielplätze und große Parkplätze prägen diese Flächen“, erläuterte Mayerhofer. Grundsätzliches Ziel sei es, eine „Aufenthaltsqualität“ zu schaffen, Spiel- und Beschäftigungsmöglichkeiten für Kinder- und Jugendliche zu ergänzen sowie Versammlungs- und Kommunikationsräume zu gestalten.

Von den verteilten 1200 Fragebögen wurden „nur“ 219 zurückgesandt

Dies ist laut Silke Dillenberger dennoch eine überdurchschnittliche Quote. Mit nur acht Prozent beteiligte sich die Altersgruppe 14 bis 29 Jahre am geringsten, mit 33 Prozent war die Altersgruppe über 65 Jahre am stärksten vertreten, danach folgten die 45- bis 65-jährigen mit 29 Prozent.

Auf die Frage „Was gefällt Ihnen im Stadtquartier West?“ wurde an erster Stelle die gute Verkehrsanbindung (78 Stimmen) genannt, danach der Sportpark (50), der nahe Wald (40) und die guten Einkaufsmöglichkeiten (37). Die Grünanlagen (25), Schulen und Kindergärten (11) lagen am Ende.

„Was stört Sie im Stadtquartier West?“, lautet die Gegenfrage. Hier wurden der Fluglärm (52 Stimmen) und die Verunreinigung durch Müll und Hundekot (49) an vorderster Stelle genannt. Hinten lagen die Verkehrsunsicherheit (19) sowie Alkoholkonsum/Verhalten von Jugendlicher (16). Was wünschen sich nun die Befragten für die Zukunft? Mehr Sauberkeit (28 Stimmen), freundlicheres Erscheinungsbild (22), Tempo- 30-Zone, Zebrastreifen, Verkehrskontrollen (22), Spiel- und Sportplätze für Kinder (19), lauten die Antworten.

In den Workshop-Runden kamen dann recht kontroverse Beschwerden und Wünsche zutage. Dem Wunsch nach kleinen Fußballtoren zwischen den Wohnbereichen widersprach Heinz Hoffman, der auf entsprechende, bereits vorhandene Spielplätze und das Ruhebedürfnis älterer Menschen hinwies. Eine Bewohnerin wagt sich im Dunkeln nur in Begleitung vom nahen Bahnhof nach Hause, und Ulrich Felder sortiert mehrmals in der Woche den Müll vor den Mülltonen, der willkürlich vor dem Häuserblock abgelegt wird. „Manchen Leuten sind drei Meter zu viel und sie stellen das Zeug einfach ab“, so der Bewohner der Friedensallee.

Als erste Maßnahmen zur Verbesserung des Sicherheitsgefühles soll die Dimmung der Straßenbeleuchtung zurückgenommen und bei den Spielplätzen mehr auf Qualität denn Quantität geachtet werden. Weiterhin wünschen sich die Diskussionsteilnehmer eine Bouleanlage sowie ein Schachbrettfeld und Sitzgruppen in den Freiflächen. Aber auch ein Trimm-Dich-Park hinter geschützten Hecken und ein separater Eingang zum Sportpark von der Nordseite aus stehen auf der Wunschliste.

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